Letzte Aktualisierung: um 14:57 Uhr

Nach Urteil wegen Toiletten-Trauma

Flugzeug von SAA entgeht nur knapp der Beschlagnahmung

Ein Passagier aus Sambia hat gegen South African Airways geklagt, nachdem er sich an Bord aufgrund fehlender Hilfeleistungen in die Hose gemacht hatte. In der Folge wurde nun fast ein Jet der Airline gepfändet.

Tis Meyer/Planepics.org

Jet von SAA: Ein Flieger der Airline konnte nur knapp wieder abheben.

In Sambia hat ein Kunde versucht, ein Flugzeug von South African Airways SAA pfänden zu lassen. Der Mann mit Behinderung, der im Rollstuhl sitzt, hatte zuvor gegen SAA geklagt.

Er wirft der Airline vor, auf einem Flug in die USA im Sommer 2019 keinen Spezialstuhl an Bord gehabt zu haben, den er für die Nutzung der Toilette braucht. Schließlich habe er sich in die Hose gemacht, was ein traumatisches Erlebnis gewesen sei, wie das Portal Fin24 unter Berufung auf die Aussagen des Passagiers in den Gerichtsdokumenten berichtet.

Wasserspender statt Jet gepfändet

Ferner wirft der Mann der Airline vor, auf der Rückreise eine seiner Taschen mit einem medizinischem Gerät verloren zu haben. Insgesamt fordert er eine Entschädigung von umgerechnet rund 17.600 Euro. Das Gericht gab dem Kläger im März 2020 recht und bewilligte einen Vollstreckungsbescheid gegen SAA. Da die Airline sich damals in Gläubigerschutz befand, wurden Gerichtsvollzieher erst am 20. Dezember 2021 aktiv.

Sie wollten am Airport der sambischen Hauptstadt Lusaka ein SAA-Flugzeug beschlagnahmen. Laut Informationen von Fin24 scheiterten die Gerichtsvollzieher jedoch, da die Flughafengesellschaft sich einmischte. Dafür beschlagnahmen sie in einem SAA-Büro im Flughafen Computer, Drucker, ein Sofa, einen Schrank, weitere Möbelstücke und einen Wasserspender. Weitere Versuche der Flugzeugpfändung könnten jedoch folgen.

Erst 2021 gelang SAA die Rückkehr

Gegenüber Fin24 erklärte SAA noch, es sei ihr gelungen, eine Aussetzung der Vollstreckung zu erwirken und sie beabsichtige, das Urteil anzufechten. Gegenüber dem Portal CH Aviation teilte die Fluggesellschaft dann mit, sie erkenne das Urteil an, die Angelegenheit sei aber noch nicht rechtskräftig, so dass man noch keine weiteren Details nennen könne.

SAA befand sich von Dezember 2019 bis April 2021 in einem Gläubigerschutzverfahren. Als die Corona-Pandemie hinzu kam, stellte die Fluggesellschaft im September 2020 den Betrieb ein und nahm ihn erst ein Jahr später wieder auf. Mittlerweile halten private Investoren die Mehrheit an der zuvor staatlichen Airline, die derzeit vier wöchentliche Flüge zwischen Johannesburg und Lusaka anbietet.



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