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14/32 wird 13/31

Flughafen Zürich benennt seine Pisten um

Der Flughafen Basel benennt seine Zweitpiste von 08/26 in 07/25 um. 2024 wird dasselbe mit allen drei Start- und Landebahnen des Flughafens Zürich geschehen. Die Gründe.

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Simeon Lüthi/aeroTELEGRAPH

Die drei Start- und Landebahnen des Flughafens Zürich: Sie bekommen 2024 neue Bezeichnungen.

Für den Airport im Dreiländereck ist es ein Déjà-vu. Am 25. September 2008 bekam die 3900 Meter lange Hauptpiste des Flughafens Basel/Mulhouse/Freiburg eine neue Bezeichnung. Aus der 16/34 wurde damals die 15/33. Jetzt passiert das Gleiche mit der sekundären Start- und Landebahn.

Die 1820 Meter lange Zweitpiste des Euro Airports trug bisher die Bezeichnung 08/26. Ab dem 1. Dezember heißt sie 07/25, wie der Flughafen Basel am Dienstag (30. November) bekannt gab. Auch der größte Schweizer Airport hat schon vergangenes Jahr eine Arbeitsgruppe zum Thema Pistenbezeichnungen eingesetzt. Inzwischen hat sie ihre Analyse vorgelegt.

Umstellung «relativ aufwändig»

Die Folge: Auch der Flughafen Zürich wird seine drei Start- und Landebahnen umbenennen. Das werde «voraussichtlich im Jahr 2024 geschehen», bestätigt eine Sprecherin aeroTELEGRAPH. Die Piste 10/28 wird zur 09/27, die Piste 16/34 zur 15/33 und die Piste 14/32 zur 13/31. «Aktuell sind wir in der Detailplanung», so die Sprecherin. Die Umstellung sei «relativ aufwändig.» Man müsse Markierungen, Hinweisschilder, IT-Systeme, Publikationen und Dokumentationen anpassen.

Die Umbenennung der Pistenbezeichnungen in Basel und Zürich ist keine Laune von Bürokraten. Schuld ist das Magnetfeld der Erde, das für die Navigation auch in der Luftfahrt von entscheidender Bedeutung ist. Die Nadel eines Kompasses zeigt nämlich nicht genau nach Norden, sondern zum geomagnetischen Nordpol. Und der liegt nicht genau dort, wo der geografische Nordpol liegt. Und er wandert – zuletzt rund 45 Kilometer jährlich.

GPS hat Grenzen

Einst lag der magnetische Nordpol in Nordkanada, inzwischen steuert er Richtung Taimyrhalbinsel in Nordsibirien. Wissenschaftler legen deshalb im sogenannten Weltmagnetmodell regelmäßig neu fest, wo der geomagnetische Nordpol liegt.

Kompasse wurden in der Luftfahrt zwar durch das satellitengestützte Global Positioning System GPS abgelöst. Dennoch bleibt das Weltmagnetmodell für Pilotinnen und Piloten wichtig. Das GPS ermöglicht zwar eine genaue Ortsbestimmung. Die Flugrichtung kann es aber nur dann zeigen, wenn sich das Flugzeug stetig bewegt. Zudem können die Signale aufgrund von Hindernissen oder ungünstigem Wetter ausfallen.

Folgen für Pistenbezeichnungen

Daher ergänzen Kompasse die Geräte. Nur so seien «präzise und unmittelbare Navigationskursangaben zu erhalten», erklärt das National Center for Environmental Information NOAA.

Und was hat das nun mit der Bezeichnung von Pisten zu tun? Flughäfen bezeichnen ihre Pisten weltweit gemäß ihrer Ausrichtung, wobei eine Kompassrose als Grundlage genommen wird. Eine genau nach Süden zeigende Start- und Landebahn würde demnach 18 heißen, wobei das 18 für 180 Grad steht. In die Gegenrichtung würde sie als 36 bezeichnet, weil sie dann nach Norden zeigt. Eine genau nach Osten zeigende Bahn würde demnach 09 heißen, wobei das 09 für 90 Grad steht, in Gegenrichtung wäre sie die 27.

Kein Handlungsbedarf in Frankfurt, Genf, München und Wien

In Deutschland und Österreich stehen in den nächsten Jahren keine Anpassungen an. In nächster Zeit sei das kein Thema, heißt es in Frankfurt und München. In Wien liegt die letzte Änderung rund 25 Jahre zurück. Damals war die Piste 11/29 betroffen. «In frühestens 20 Jahren, vielleicht auch später, wird die Piste 16/34 betroffen sein, die dann 15/33 heißen würde», erklärt ein Sprecher des Flughafens der österreichischen Hauptstadt.

Der Flughafen Genf hat die Anpassung im Herbst 2018 gemacht. Damals entfernte er auf seinen parallelen Pisten das 05/23 sowie 05L/23R und ersetzte es durch 04/22 sowie 04L/22R.