Letzte Aktualisierung: um 17:40 Uhr

Dock A und Kontrollturm

Flughafen Zürich bekommt Flugsteig aus Holz und Glas – und einen Espressokocher

Der größte Schweizer Airport baut einen neuen Flugsteig und Kontrollturm, weil der alte veraltet ist. Dabei setzt der Flughafen Zürich auf Glas und Holz.

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«Wir sind verpflichtet langfristig zu denken», sagt Andreas Schmid. Und deshalb habe man das Projekt auch während der Pandemie vorangetrieben, so der Aufsichtsratspräsident des Flughafens Zürich. Entwicklung Flughafenkopf nennt es sich intern. Es geht dabei darum, das Dock A und den Kontrollturm neu zu bauen und neue Anschlussbauten zu erstellen.

Der heutige Flugsteig wickelt mit seinen 17 Finger- und die 16 Busgates einen großen Teil des Europaverkehrs des Flughafens Zürich ab und schließt an das zentrale Terminal an, das Airside Center. Eröffnet wurde er 1986. Dennoch er ist bereits veraltet, sowohl aus Sicht der Gebäudetechnik, der Digitalisierung als auch des Betriebes.

Zu wenig Platz für heutige Flieger

Die Flugzeuge sind seither größer geworden, die von den Airlines angestrebten Umschlagzeiten gesunken. «Dafür bietet das heutige Dock A einfach zu wenig Platz», so Daniel Scheifele, Chef Immobilien des Airports. Eine Sanierung des 35-jährigen GebäudesA sei deshalb keine Option gewesen.

Jetzt ist klar, wie der Neubau aussehen wird. In einem internationalen Wettbewerb hat sich die Arbeitsgruppe Raumfachwerk um den dänischen Architekten Bjarke Ingels durchgesetzt, wie am Mittwoch (15. Juni) bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurde. Er hat unter anderem schon den Omniturm in Frankfurt, den neuen Google-Hauptsitz im kalifornischen Mountain View oder das dänische Maritime Museum in Helsingør entworfen. Mit gearbeitet haben auch die Architekturbüros OK aus New York und 10:8 aus Zürich.

Solarzellen auf dem Dach

Ingels setzt auf einen Bau aus Holz und Glas. Das sei «für ein Terminalgebäude dieser Größe ist dies bislang einzigartig», so der Flughafen Zürich. Der Flugsteig wird sehr hell. Nicht nur auf den Seite lässt die Glasfassade viel Licht herein, auch über die Decke. Unter dem Gebäude führt eine Straße durch, damit Flughafenfahrzeuge die Flugzeuge nicht behindern.

Auf dem Dach sind Solarzellen angebracht. Das neue Dock A wird über ein dreieckiges Anschlussgebäude mit dem Airside Center verbunden. Dort finden sich Restaurants und Läden. Es besitzt eine Glasdecke, über die der neue Kontrollturmin die Höhe ragt.

Eröffnung ab 2033

Der neue Kontrollturm liegt weiter hinten als der bisherige. Er erlaube aber dennoch freie Sicht an alle Ecken des Flughafens, so Scheifele. Der neue Arbeitsplatz für die Fluglotsinnen und -lotsen ist aus Glas und wirkt von Weitem etwas wie der weltberühmte italienische Espressokocher von Alfonso Bialetti.

Da der 500 Meter lange Neubau des Flugsteiges weiter nördlich zu liegen kommt, gibt es danach im Hof zwischen Doch A und B mehr Platz. Dort wird es künftig fünf Standplätze für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge und einen Rollweg ohne Gegenverkehr geben. Am Dock A selbst gibt es auf der Südseite acht Standplätze für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge, auf der Nordseite für 14. Dort können aber auch acht Langstreckenflieger gleichzeitig andocken.

Neue Standplätze im Hof

«Insbesondere aus nachhaltiger, betrieblicher und wirtschaftlicher, aber auch aus städtebaulicher und architektonischer Sicht, war das Projekt Raumfachwerk am überzeugendsten», so Flughafen-Präsident Schmid. Die Lösung setze zudem neue Maßstäbe im Flughafenbau. «Wir wagen etwas», so der Manager.

Gebaut wird ab 2025 und für rund zehn Jahre. Und das bei laufendem Betrieb. Deshalb bleibt der alte Bau in Betrieb, während der neue gebaut wird. Die Eröffnung ist aktuell für 2033 geplant.

In der oben stehenden Bildergalerie mit Video sehen Sie Aufnahmen des neuen Docks A und neuen Kontrollturms.