Flughafen São Paulo illegal?

Das Gelände des Flughafens Guarulhos gehörte einst einer Familie. Die fühlt sich nun betrogen, weil die Fläche nicht genutzt wird, wie abgemacht.

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Wo heute täglich 90'000 Passagiere ankommen und abfliegen, war 1940 nichts als weites, fruchtbares Land. Es gehörte den Familien Guinle und Samuel Ribeiro. Dort, außerhalb der aufstrebenden Millionenmetropole São Paulo, pflanzten sie landwirtschaftliche Produkte an, die sie später über ein gemeinsames Unternehmen verkauften.

Dann vermachten sie die riesigen Flächen dem Staat. Es sollte dem brasilianischen Volk dienen, so die damalige Abmachung. Das Verteidigungsministerium hatte vor, auf den Wiesen und Äckern vor der Nachbarstadt Guarulhos einen Militärflugplatz zu bauen. Damit waren die Stifter einverstanden, schließlich sollte so die Verteidigungskraft der brasilianischen Armee im Zweiten Weltkrieg gestärkt werden.

Den Dilaog eröffnen

Doch es kam anders. 1985 wurde am Ort des ehemaligen Militär-Airport der neue internationale Flughafen für São Paulo eröffnet. Er sollte den bisherigen Flughafen Campinas Viracopos ablösen, der viel zu weit von der Metropole weg liegt. Daran stießen sich die Familien Guinle noch nicht. Erst als vergangenes Jahr der Aeroporto Internacional de São Paulo-Guarulhos an eine private Betriebsgesellschaft abgegeben wurde, begannen sie sich zu fragen: Entspricht das noch dem Zweck, für den man das eigene Land einst dem Staat übergab?

Nun gelangten Erben der Stifter vor Gericht, wie die Zeitung Jornal do Brasil schreibt. Sie zeigten bei einem Bundesrichter Nichterfüllung des Stiftungsvertrages von 1940 an. Sie wollen den Vertragsbruch nun feststellen lassen und einen Dialog mit den Gegenparteien eröffnen - der Zentralregierung der Luftfahrtbehörde und dem privaten Konzessionär von São Paulo Guarulhos. Um Geld soll es noch nicht gehen, zumindest noch nicht jetzt.

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