Satellit am Flughafen München: Milliarden-Vorteil für Lufthansa?

MilliardenvorteilFlughafen München soll Lufthansa begünstigt haben

Der Bayerische Oberste Rechnungshof übt scharfe Kritik am Flughafen München. Er soll der Lufthansa Vorteile in Milliardenhöhe verschafft haben. Flughafen und Finanzministerium sehen das anders.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Der Bayerische Oberste Rechnungshof erhebt laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung schwere Vorwürfe gegen den Flughafen München und dessen Eigentümer. Freistaat Bayern, Stadt München und Bund sollen der Lufthansa indirekt zu große Vorteile verschafft haben. Sie sollen sich auf einen Milliardenbetrag summieren.

Konkret geht es bei den Vorwürfen laut der Süddeutschen Zeitung um Nutzungsrechte des Terminal 2 am Münchner Flughafen –samt dem Satellitengebäude, das Ende April den Betrieb aufnehmen soll. In dem rund 150-seitigen Bericht, der laut der Zeitung bisher unter Verschluss gehalten worden war, wird kritisiert, dass die Nutzungsrechte der Lufthansa zu weit gingen. Die Airline dürfe dürfe das Terminal und das Satellitengebäude 20 Jahre länger exklusiv nutzen als ursprünglich vereinbart und bleibe auch weiter an den Erträgen beteiligt.

Vorteil von mehr als einer Milliarde Euro

Insgesamt soll sich für die Lufthansa dadurch ein Vorteil von rund 880 Millionen Euro ergeben, prangern die Prüfer des Obersten Rechnungshofes im Bericht an. Hinzu kommen laut den Prüfern weitere Vorteile, die der Lufthansa noch einmal rund 150 Millionen an Vorteilen schaffen. Erst ab dem Jahr 2051 müsste die Fluggesellschaft in dem Terminal Marktmieten zahlen, schreibt das Blatt.

Weitere Kritik üben die Prüfer an der Tatsache, dass der Satellit überhaupt gebaut wurde, ohne dass es das definitive Okay für eine dritte Start- und Landebahn am Flughafen München gibt. Ein Veto der Stadt München verhindert den Bau der dritten Piste derzeit. Ohne diese sei der Satellit aber unwirtschaftlich, so die Prüfer.

Gegengutachten sagt etwas anderes

Die Kritisierten sehen das freilich anders. Ein Gegengutachten, das man bei der Beratungsfirma PWC in Auftrag gegeben habe, komme zu dem Ergebnis, dass sich das Satellitenterminal sehr wohl rechne, so die Betreibergesellschaft FMG und das bayerische Finanzministerium laut der Süddeutschen. Die Vorteile der Lufthansa, die der Rechnungshof berechnet habe, seien «völlig überzogen». Teilweise seien Vorteile zwanzig Mal zu hoch eingeschätzt worden.

Außerdem würden die Prüfer verkennen, welchen Vorteil die strategische Partnerschaft zwischen dem Flughafen München und der Lufthansa für die Wirtschaft in München und Umgebung habe. Der Bericht sei «inhaltlich falsch», so eine Sprecherin des Ministeriums zur Zeitung. Auch von Lufthansa hieß es, die Zusammenarbeit sei äußerst erfolgreich und für München und Umfeld gewinnbringend.

Mehr zum Thema

Satellit des Terminal 2: So schafft der Flughafen München mehr Kapazität.

In neun Monaten öffnet Münchens neuer Satellit

ticker-lufthansa

Lufthansa Technik versorgt Uzbekistan Airways bis 2035 mit Ersatzteilen

Flugzeuge von Emirates und Lufthansa: Nur eine von beiden Airlines hat Grund zur Freude.

Lufthansa kritisiert zusätzliche Verkehrsrechte für Emirate: «Bundesregierung schießt zu viele Eigentore»

Airbus A330 von Discover Airlines: Das Flugzeug ist der erste Airbus, der mit Aeroshark nachgerüstet wird.

Dieser Airbus wird gesharkt: In Dresden bekommt erstmals ein Airbus A330 die sparsame Haifischhaut

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack