Flughafen Bratislava: Er soll größer werden - schnell.

Vom Schatten Wiens zum WachstumskönigZu erfolgreich für sein Terminal: Flughafen Bratislava muss nach 14 Jahren schon wieder aubsbauen

Lange galt Bratislava als kleine Alternative zum Flughafen Wien. Inzwischen sorgt der slowakische Airport mit dreistelligen Wachstumsraten für Aufsehen. Darum soll nun schnell ein millionenschwerer Ausbau folgen.

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Noch vor wenigen Jahren galtder Flughafen Bratislava als kleiner Nachbarflughafen im Schatten des Flughafen Wien. Heute entwickelt sich die slowakische Hauptstadt zum Wachstumschampion Europas. Mit dreistelligen Zuwachsraten und immer neuen Passagierrekorden stößt der Flughafen inzwischen sogar an seine Kapazitätsgrenzen. Die jüngsten Zahlen des Flughafenverbandes ACI Europe sprechen eine klare Sprache: Die Slowakei verzeichnete im Vergleich zum Mai des Vorjahres ein Passagierwachstum von 112,8 Prozent und liegt damit europaweit unangefochten an der Spitze.

Dieser Boom hatte sich bereits seit Jahresbeginn abgezeichnet. Seit Anfang 2026 meldet der Flughafen Bratislava Monat für Monat dreistellige Wachstumsraten. Im Mai wurde mit 398.639 Passagieren und einem Plus von 131 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat der nächste Allzeitrekord aufgestellt.

Ryanair und Wizz Air als Antrieb

Angetrieben wird diese Entwicklung vor allem von den Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air. Beide Airlines verlagern zunehmend Kapazitäten vom österreichischen Markt nach Bratislava und bauen dort ihr Streckennetz kontinuierlich aus. Bereits im vergangenen Jahr hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary prognostiziert, dass Bratislava 2026 zu den am schnellsten wachsenden Flughäfen Europas gehören werde. Diese Prognose scheint sich nun zu bewahrheiten.

Flughafenchef Dušan Novota rechnet bis zum Jahresende mit rund 4,5 Millionen Passagieren. Damit würde sich der Airport bereits gefährlich seiner derzeitigen Kapazitätsgrenze von fünf Millionen Fluggästen pro Jahr nähern.

Mehr Platz in Bratislava für Passagiere und Flugzeuge

Vor fast genau 14 Jahren feierte der Flughafen Bratislava die Fertigstellung seines heutigen Terminals. Nachdem im Sommer 2010 zunächst der Abflugbereich eröffnet worden war, wurde am 13. Juli 2012 das für eine Kapazität von fünf Millionen Passagieren ausgelegte Gebäude offiziell fertiggestellt.

Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt jedoch, dass diese Kapazitäten schneller ausgeschöpft werden als erwartet. Benötigt werden nach Angaben der Verantwortlichen unter anderem eine Erweiterung des Terminals, ein größerer Non-Schengen-Bereich, zusätzliche Flugzeugabstellpositionen sowie mehr Parkplätze.

Ministerpräsident fordert raschen Ausbau

Vor diesem Hintergrund präsentierten Ministerpräsident Robert Fico und Verkehrsminister Jozef Ráž kürzlich einen Investitionsplan im Umfang von 50 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau des Terminals sowie zusätzliche Abstellflächen für Flugzeuge. «Ich gehe davon aus, dass wir eine solche Investition als strategisch einstufen könnten, was die Prozesse gegebenenfalls beschleunigen würde», erklärte Fico laut dem Nachrichtenportal Teraz.

Als nächsten Schritt erwartet der slowakische Regierungschef nun konkrete Entwürfe sowie einen Zeitplan für die Umsetzung des Projekts. Dabei machte Fico deutlich, dass aus seiner Sicht keine Zeit verloren werden dürfe. «Sobald Sie bereit sind, werden wir dieses Projekt genehmigen», erklärte der Ministerpräsident.

Keine Privatisierung geplant

Gleichzeitig bekräftigte Fico, dass der Flughafen Bratislava vollständig im Staatsbesitz bleiben soll. Eine Privatisierung strategischer Unternehmen und Vermögenswerte lehne seine Regierung weiterhin ab.

Der einstige Regionalflughafen im Schatten Wiens entwickelt sich damit nicht nur zum am schnellsten wachsenden Airport Europas, sondern steht zugleich vor seiner größten Ausbauphase seit der Eröffnung des heutigen Terminals.

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