Blick auf die Pisten 32 und 34: Der Flughafen Zürich will zwei seiner drei Bahnen erweitern.

AbstimmungWarum der Flughafen Zürich seine Pisten verlängern will

In einem Monat entscheiden die Bürgerinnen und Bürger des Kantons, ob der Flughafen Zürich seine Pisten verlängern darf oder nicht. Das Ergebnis ist für den Airport enorm wichtig - in zweifacher Hinsicht.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

In der Nacht auf den 3. März wird Zürichs Flughafenchef Lukas Brosi wohl nicht besonders gut schlafen. Denn an jenem Sonntag findet im Kanton Zürich eine Volksabstimmung statt. Und das Ergebnis ist für den größten Schweizer Airport von zentraler Bedeutung.

Der Flughafen Zürich möchte seine Piste 28 um 400 Meter nach Westen auf neu 2900 Meter verlängern. Zudem will er seine Piste 32 um 280 Meter nach Nordwesten ausbauen - auf neu 3580 Meter. Dadurch erhöhe man die Sicherheit und könne Verspätungen am Abend reduzieren, argumentiert er.

Die Folge von Deutschlands Sperre

Tagsüber landen Flugzeuge in Zürich in der Regel jeweils von Norden auf Piste 14 und starten gegen Westen auf Piste 28. Das sogenannte Nordanflugkonzept lässt am meisten Flugbewegungen zu, weil sich die Wege der Flugzeuge nicht kreuzen. Es ist daher auch am sichersten. Doch abends ab 21 Uhr sperrt Deutschland den Luftraum unter 3600 Meter. Anflüge aus Süddeutschland nach Zürich sind dann nicht mehr möglich.

Und so muss der Flughafen Zürich den Anflug auf das sogenannte  Ostanflugkonzept umstellen. Flieger landen jetzt meist auf Piste 28 und starten auf Piste 32. Das hat zwei Nachteile. Wenn es regnet oder starker Rückenwind herrscht, wird die Piste 28 mit ihren 2500 Metern für gewisse größere Flugzeuge zu kurz. Sie müssen dann auf der längeren Piste 34 landen.

Ziel höhere Sicherheit

Da sich diese mit Piste 28 kreuzt, reduziert sich die Kapazität. Dies gilt umso mehr, als zusätzlich der Korridor für Durchstarts sich mit Piste 32 kreuzt. In solchen Fällen sind keine Starts möglich. Die Verlängerung der beiden Pisten soll diese Probleme lösen. Denn dann könnten auch auf Piste 28 landen, wenn das Wetter ungünstig und sie schwerer sind. Zudem kännen schwere Langstreckenflugzeuge vermehrt auf Piste 32 starten und müssen nicht auf Piste 34, die bisher länger ist, sich aber mit Piste 28 kreuzt.

So sollen die beiden Pisten verlängert werden. Bild: Flughafen Zürich

Die Maßnahme ermögliche «einen stabileren Betrieb bei allen Wetterlagen und für alle Flugzeugtypen und sorge für eine Erhöhung der Sicherheitsmargen», so der Flughafen Zürich. Dank der besseren Einhaltung der vorgegebenen Betriebskonzepte komme es zu weniger Verspätungen und einer Reduktion der Anzahl Fluglärm-Betroffener. Es gehe keineswegs darum, mehr Flüge abzuwickeln. «Es besteht kein Zusammenhang zwischen Pistenlänge und Anzahl Flugbewegungen. Auf einer längeren Piste können zwar schwerere, aber nicht mehr Flugzeuge landen oder starten.»

Projekt braucht kein Steuergeld

Die Umsetzung des Projekts kommt ohne Steuergeld aus. Der Airport, der zu 33,33 Prozent dem Kanton und zu 5 Prozent der Stadt Zürich gehört, übernimmt die Kosten von 250 Millionen Franken (rund 268 Millionen Euro) selbst. Die Bürgerinnen und Bürger des Kantons Zürich  entscheiden nun am 3. März, ob er die Investition auch tätigen kann. Dabei geht es nicht nur um das konkrete Projekt. Ein Nein hätte auch Symbolcharakter im Hinblick auf auf weitere Ausbaumaßnahmen.

Im November ergab eine Umfrage in der Bevölkerung eine deutliche Zustimmung. Der Widerstand hat sich allerdings seither formiert. Die Gegnerinnen und Gegner sagen, der Flughafen genüge schon heute höchsten Sicherheitsstandards, es brauche die Pistenverlängerungen nicht - es gehe nur darum, mehr Kapazität zu schaffen. Unterstützt werden sie von Kommunen, die wegen der Neuordnung mehr Fluglärm bekommen werden.

Mehr zum Thema

So werden das neue Dock A und der neue Kontrollturm des Flughafens Zürich aussehen.

Flughafen Zürich bekommt Flugsteig aus Holz und Glas - und einen Espressokocher

Lukas Brosi: Seit 100 Tagen Chef des Flughafens Zürich.

1,5 Stunden vor Abflug auf der Langstrecke sollen in Zürich wieder reichen

Airport Zürich: Die eingefügte Fläche zeigt, wo der Heligrill neuen Standplätze weicht.

Flughafen Zürich muss um neue Spotterplattform bangen

ticker-skyguide

Skyguide: Entscheidung zum Leistungsplan der Schweizer Flugsicherung verzögert sich

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack