Das erste Terminal von Salzburg: Im Jahre 1926 ging es los.

100 JahreVon der Holzbaracke zur Nummer zwei im Lande - wie der Flughafen Salzburg seine Rolle fand

Was 1926 mit einer kleinen Holzhütte begann, ist heute der zweitgrößte Flughafen Österreichs. Salzburg hat Bombenangriffe, Concorde-Besuche und den Charterboom des Wintersports erlebt . Ein Rückblick.

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Es begann im Jahr 1811. Damals bestaunten Einwohnerinnen und Einwohner von Salzburg erstmals ein Luftschiff in Form eines mit Warmluft gefüllten Ballons über der Stadt. Noch vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wagte auch der Salzburger Hochadel erste motorisierte Flüge. Das k.u.k.-Militär interessierte sich ebenfalls früh für die neue Technik, doch der Krieg unterbrach die Pläne zum Bau eines Flugplatzes.

Ein erster Versuch im Jahr 1920, auf dem militärischen Exerzierplatz im Salzburger Stadtteil Maxglan ein Flugfeld einzurichten, scheiterte am sogenannten Entente-Diktat. Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs untersagten Österreich zunächst jede Form der Luftfahrt. Erst im Juli 1922 durfte der Staat wieder die Flughäfen Wien-Aspern, Graz-Thalerhof und Klagenfurt-Annabichl selbst verwalten. Bereits ein Jahr später nahm die neu gegründete Österreichische Luftfahrt AG Ölag mit Junkers-Flugzeugen den Linienverkehr auf den Strecken Wien - München und Wien - Budapest auf.

Luft Hansa bot als erste Flüge am Flughafen Salzburg an

Diese Entwicklung gab den Anstoß für den Bau eines Flughafens in Salzburg. Am 16. August 1926 wurde der heutige Airportg offiziell eröffnet. Das erste Gebäude bestand lediglich aus einer einfachen Holzhütte mit den Maßen 8,4 mal 3,3 Meter. Darin waren Zoll- und Passkontrolle, der Flugleiter sowie ein kleiner Warteraum für Passagiere untergebracht.

Die erste Fluggesellschaft mit regelmäßigen Verbindungen ab Salzburg war die deutsche Luft Hansa. Sie bot im Sommer 1926 für vier Wochen eine tägliche Verbindung zwischen München, Salzburg und Bad Reichenhall an. Um die Strecke auch im folgenden Jahr zu betreiben, beantragte die Airline Subventionen. Die Stadt Salzburg konnte diese jedoch nicht aufbringen und wandte sich an die Ölag. Diese nahm im April 1927 die Verbindung Wien - Salzburg - Innsbruck mit einer Junkers F 13 auf.

Massive Bombardierung im Zweiten Weltkrieg

Bis zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 entwickelte sich der Flughafen zu einem regional bedeutenden Luftverkehrsknoten. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs übernahm die Wehrmacht die Kontrolle. 1939 wurde Salzburg-Maxglan zum Flugplatz des Führers erklärt, da Adolf Hitler über die neu gebaute Autobahn rasch zu seinem Wohnsitz am Obersalzberg gelangen sollte.

Am 16. Oktober 1944 wurde der Flughafen Salzburg massiv bombardiert. Obwohl 531 Menschen ums Leben kamen, blieb der Flughafen selbst unbeschädigt. Am 8. Mai 1945 rückten US-Truppen ein und die US Air Force übernahm den Flugbetrieb.

Wiege der österreichischen Nachkriegsluftfahrt

Der Salzburger Flughafen nahm schneller als andere österreichische Flugplätze wieder internationale Verbindungen auf. Am 10. August 1947 landete mit einer Douglas DC-3 von Pan American Airways das erste Verkehrsflugzeug der Nachkriegszeit.

Eine Douglas DC-3 des First Austrian Dakota Club vor einen Nachbau des Terminals von 1926.

In den folgenden Jahren erweiterten zahlreiche Airlines ihr Streckennetz nach Salzburg. Sabena verlängerte 1950 ihre Verbindung Amsterdam - Brüssel - Frankfurt - München bis nach Salzburg. Bald folgten touristische Flüge von SAS, Air France, BEA, Swissair, JAT und KLM.

Charterboom durch Wintersport

Mit dem Staatsvertrag von 1955 erhielt Österreich seine Lufthoheit zurück. Die neu gegründete Salzburger Flughafen Betriebsgesellschaft übernahm den Betrieb. Mit einer neu ausgerichteten 2200 Meter langen Piste und einem neuen Terminalgebäude rüstete sich der Flughafen 1966 für das Jet-Zeitalter.

Engländer-Samstage: Flieger von Dan-Air und Britannia Airways in Salzburg.

Die nahe gelegenen Wintersportgebiete sorgten früh für starken Charterverkehr. Besonders an den sogenannten Engländer-Samstagen wechselten tausende Skitouristen zwischen Flughafen und Hotels. Bereits im September 1966 landete erstmals eine Boeing 727 der kanadischen Ward Air auf einem Direktflug über Grönland in Salzburg. Modern Air setzte Convair CV-990 ein, Sterling flog regelmäßig mit der Caravelle. Dan-Air London kam mit der Comet 4C, während Sabena und Sobelair Boeing 707 nach Salzburg brachten.

Könige, Scheichs und Präsidenten

Auch politisch spielte der Flughafen eine Rolle. Zu den Salzburger Festspielen reisten regelmäßig prominente Gäste an, darunter Königin Elizabeth II., Fürstin Grace von Monaco, der iranische Schah Mohammad Reza Pahlavi und der saudische König Ibn Saud. Als neutrales Land wurde Österreich während des Kalten Krieges zudem häufig als Treffpunkt internationaler Politik genutzt. Anfang der 1970er Jahre besuchte US-Präsident Richard Nixon zweimal den Flughafen Salzburg mit seiner Boeing 707.

1975 kam es zu einem besonders bemerkenswerten Treffen: US-Präsident Gerald Ford traf sich mit Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat zu Gesprächen. Dabei ereignete sich eine Szene, die in die Flughafenchronik einging. Ford rutschte auf einer nassen Flugzeugtreppe aus und fiel direkt vor die Füße des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky.

Dauerstreit um Lärm und Ausbau

Die innerstädtische Lage des Flughafens führte früh zu Diskussionen über Lärm und Umweltbelastung. Bereits seit den 1960er Jahren gab es Proteste von Anrainern, die teilweise sogar eine Verlegung des Flughafens forderten. Mit immer größeren Flugzeugen – etwa Airbus A300, Douglas DC-8, Boeing 707 oder DC-10 – wuchs der Druck, die Start- und Landebahn zu verlängern. Erst nach jahrelangen Diskussionen wurde sie 1983 auf 2.550 Meter erweitert.

1984: Die Concorde kam nach Salzburg.

1984 landete erstmals eine Concorde der Air France in Salzburg. Rund 20.000 Zuschauer kamen zum Flughafen, um das Überschallflugzeug zu sehen. Auch die Boeing 747 erschien in den 1980er Jahren immer häufiger. Gleichzeitig wurden die Chartermaschinen größer: Lockheed TriStar, DC-10 oder Boeing 767 brachten bis zu 400 Passagiere nach Salzburg. 1995 zählte der Flughafen bereits mehr als 1,1 Millionen Passagiere. Ein Jahr später wurde die Piste auf ihre heutige Länge von 2.850 Metern verlängert.

Billigfluglinien und neue Airlines

Mit der Liberalisierung des Luftverkehrs veränderte sich die Branche im neuen Jahrtausend stark. Anfang 2001 landete der erste Ryanair-Flug Österreichs in Salzburg und markierte den Beginn der Billigflugära im Land. Gleichzeitig bauten Netzwerkfluggesellschaften ihre Präsenz aus und boten Verbindungen zu großen Drehkreuzen wie Frankfurt, Zürich, Amsterdam oder Paris an.

Boeing 737-400 von Transaero: Russische Airlines waren lange Dauergäste in Salzburg.

2006 eröffnete der Flughafen ein zusätzliches Winter-Charterterminal, das sogenannte Amadeus Terminal 2. Im selben Jahr entstand mit Hangar-7 – gebaut vom Salzburger Unternehmen Red Bull – ein architektonisches Wahrzeichen mit einer Ausstellung historischer Flugzeuge. 2013 nahm Turkish Airlines eine Direktverbindung nach Istanbul auf. 2017 endete mit der Insolvenz von Air Berlin jedoch eine wichtige Ära: In 16 Jahren hatte die Airline rund vier Millionen Passagiere nach Salzburg gebracht. Eurowings eröffnete eine Basis und entwickelte sich zur wichtigsten Airline des Flughafens.

Pandemie und neue Pläne in Salzburg

Die Corona-Pandemie ließ den Flugverkehr 2020 weltweit einbrechen. Der Flughafen Salzburg überstand die Krise dank staatlicher Kurzarbeit vergleichsweise stabil. Allerdings stellte Austrian Airlines ihre Verbindung Salzburg–Wien ein und verlor damit einen großen Teil der Umsteigepassagiere. Nach einer Generalsanierung der Piste 15/33 im Jahr 2019 plant der Flughafen nun ein weiteres Großprojekt: Bis 2033 sollen die bestehenden Terminals zusammengelegt und erweitert werden.

Der Baustart des rund 105 Millionen Euro teuren Projekts war ursprünglich für 2026 vorgesehen, wurde jedoch auf 2027 verschoben. Grund sind PFAS-Schadstoffe im Boden, die aus früheren Feuerwehrübungen stammen und deren Entsorgung derzeit rechtlich schwierig ist.

Salzburg macht sich fit für die Zukunft

Trotz dieser Verzögerung blickt der Flughafen optimistisch in die Zukunft. Der Ski-Flughafen Europas beschäftigt rund 2000 Menschen und beherbergt mehr als 100 Unternehmen. Mit etwa 1,8 Millionen Passagieren jährlich bleibt Salzburg einer der bedeutendsten Regionalflughäfen Österreichs – während andere Bundesländerflughäfen wie Linz, Innsbruck oder Klagenfurt seit der Pandemie zahlreiche Verbindungen verloren haben.

Investitionen in Photovoltaik, LED-Beleuchtung und eine elektrische Fahrzeugflotte sollen zudem das Ziel unterstützen, bis 2040 Netto-CO₂-Neutralität zu erreichen.

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