Cowboy-Air-Gründer Alex Toril vor seiner Beechcraft King Air C90.

Alex TorilDer Cowboy unter den Geschäftsfliegern

In Salzburg hat im vergangenen Jahr Cowboy Air als neuer Anbieter für Geschäftsreiseflüge den Flugbetrieb aufgenommen. Hinter dem Start-up-Unternehmen steht ein Ex-Motorsportler, der mit 29 Jahren zum jüngsten Airline-Gründer Österreichs wurde.

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Dass Alex Toril einmal der jüngste Flugunternehmer Österreichs werden sollte, hatte sich der heute 29-Jährige wohl nicht erträumt. Im spanischen Córdoba wurde er als Sohn einer deutschen Mutter und eines spanischen Vaters in eine Welt des Motorsports hineingeboren, denn seine Eltern waren beide im Rallyesport aktiv. «Zu Hause haben wir die Welt des Motorsports schon immer hautnah miterlebt, sie ist unsere Leidenschaft und das, was uns verbindet», sagt Toril. Bereits im Alter von sechs Jahren sammelte er erste Rennerfahrungen im Kartsport. Als Jugendlicher folgten größere Fahrzeuge und erste Podestplätze.

Toril trat in der französischen Formel 4 und der europäischen Formel 3 an sowie beim Porsche Carrera Cup, wo er zum «Rookie» gekürt wurde. Auch in Le Mans sowie bei 24-Stunden-Rennen am Nürburgring und in Dubai startete er als junger Erwachsener und konnte Klassensiege erzielen mit bis zu 570 PS starken Boliden. Wie wohl alle Motorsportler träumte auch Toril davon, in der Formel 1 Fuß zu fassen. Doch der große Durchbruch gelang nicht.

2018 begann Toril in Salzburg eine Pilotenausbildung

Nach einer rund fünfzehnjährigen Motorsportkarriere mit vielen Höhen und Tiefen kam 2018 der Moment, an dem Toril bewusst wurde, dass eine Rennfahrerkarriere auf Dauer nicht sein Leben ausfüllen würde: «Beim Motorsport denken viele, dass man viel Geld verdienen kann, doch die Wirklichkeit sieht anders aus», sagt er. «Jedes Jahr muss man sich aufs Neue auf die Suche nach Sponsoren machen und hoffen, für ein Team weiterfahren zu können.»

Der Motorsportler Alex Toril.

Da er aus einer Unternehmerfamilie stammt, begann Toril zunächst ein Studium der Betriebswirtschaft - bis die Idee entstand, Berufspilot zu werden. Mit der Luftfahrt war der spätere Start-up-Gründer schon seit seiner Kindheit eng verbunden, war doch sein Vater selbst Privatpilot. Noch im Jahr 2018 begann Toril in Salzburg eine Pilotenausbildung. «Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht genau, ob ich die Ausbildung nur mache, um privat zu fliegen, oder sogar, um als Berufspilot meinen Lebensunterhalt zu verdienen.»

Glückliches Zusammentreffen mit Formel-1-Teamchef

Um die hohen Ausbildungskosten zu decken, arbeitete Toril weiterhin im Motorsport als Mercedes-AMG-Fahrlehrer bei Racing- und Presse-Veranstaltungen. So traf er bei einem dieser Events im österreichischen Saalfelden zufällig auf Mercedes' Formel-1-Teamchef Toto Wolff, den er bereits aus seiner aktiven Motorsportkarriere kannte. «Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte davon, dass ich meine Motorsportkarriere beendet hatte und jetzt eine Berufspilotenausbildung in Salzburg mache», erinnert sich Toril. Wie der Zufall so spielte, war Wolff gerade auf der Suche nach einem Junior-Piloten für seine privaten Bombardier Challenger 605, der durch Lauda Motion Executive (später Sparfell) betrieben wurde.

«Ich denke, ich hatte unglaubliches Glück, denn ich hatte bereits vor Ende meiner Pilotenausbildung ein fixes Jobangebot auf einer Challenger 605», so Toril. Um den Beruf beginnen zu können, war es jedoch nun notwendig, die bereits weit fortgeschrittene Ausbildung zeitnah abzuschließen. Im März 2020 sollte ein Twin-Engine-Simulator-Training stattfinden, doch der Ausbruch der Covid-19-Pandemie und der damit verbundene Lockdown machten Toril zunächst einen Strich durch die Rechnung. «Sobald die Prüfungen bei den Behörden wieder möglich waren, habe ich mich natürlich beeilt, meine Ausbildung innerhalb kürzester Zeit abzuschließen», erzählt er. Nach einer erfolgreichen Bewerbung und einem Challenger-Type-Rating in Dubai startete der damals 24-Jährige seine Tätigkeit als Junior Pilot für den Mercedes-Manager und begleitete diesen von Rennen zu Rennen.

Toril vor der Bombardier Challenger von Toto Wolff.

Toril bekam Hilfe von Salzburger Traditionsfirma

Nach dreieinhalb Jahren wechselte der Motorsportchef den Flugzeugtyp und für Toril kam damit das Angebot, als dessen Pilot auf eine Bombardier Global zu wechseln. Doch die geringe Flugstundenanzahl von nur 120 bis 130 Stunden pro Jahr veranlasste den jungen Piloten dazu, den Job zu quittieren und sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Es folgte ein Umzug in seine alte Heimat Spanien, wo er als freischaffender Pilot auf Bombardier Challenger 604/605 und auf einer Cessna C525 weitere Flugstunden sammelte.

Nachdem sich seine berufliche Zukunft in Spanien nicht so entwickelte, wie erhofft, entschloss sich Toril dazu, nach Salzburg zu ziehen, wo bereits seine Frau für ein Unternehmen tätig war. Seiner Familientradition folgend, kam ihm 2025 die Idee zur Gründung einer eigenen Firma. «Ich wollte schon immer ein eigenes Projekt machen, und nachdem ich die Firma Airlink aus meinen Flugausbildungszeiten in Salzburg her kannte, bin ich mit meiner Idee zu einer Airline-Gründung an das Unternehmen herangetreten.»

«Die King Air ist meine Art von Flugzeug»

Das Salzburger Traditionsunternehmen das im Flugzeug-Management und -Charter sowie einer Flugschule aktiv ist, hatte ein offenes Ohr für die Idee und vermittelte eine sechssitzige Beechcraft King Air C90 (OE-FHL), die ein Salzburger Unternehmer zum Verkauf anbot. Zudem bot die Firma Toril die Möglichkeit, die C90 auf dem Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) von Airlink zu betreiben und den Kundenstamm der Maschine zu übernehmen.

Toril in der Beechcraft King Air C90.

Toril ließ sich auf das unternehmerische Abenteuer ein, die Idee zum Firmennamen Cowboy Air kam spontan. «Von Beginn an war für mich klar: Wenn ich ein Unternehmen gründe, muss es etwas Neues am Markt sein, das es bisher so noch nicht gab», sagt er. Auf den gewählten Flugzeugtyp angesprochen, verfällt Toril ins Schwärmen: «Die King Air ist meine Art von Flugzeug, es macht Spaß, sie zu fliegen.» Eine Challenger 605 sei zwar großzügig und mit Bordküche ausgestattet, doch sei dies nicht seine Art der Fliegerei. «Mit der King Air kann man viel kleinere Flugplätze anfliegen, was auch unsere Kunden schätzen», so Toril.

Cowboy Air ist seit Herbst 2025 in der Luft

Dem Gründer ist es wichtig, mit seinem Produkt nah am Kunden zu sein: «Diese zahlen Tausende von Euro für ihren Flug und manchmal bekommen sie nicht einmal ein Briefing zu ihrem Flug vom Auftragnehmer geboten», sagt er mit Blick auf manchen Konkurrenten.

Im vergangenen Oktober nahm Cowboy Air in Salzburg den Flugbetrieb auf. Manchmal sei es noch schwierig, Kunden für sein Propellerflugzeug zu gewinnen, denn da gebe es gegenüber dem Jet immer noch Vorbehalte, erzählt Toril. Dennoch ist er sich sicher: «Die King Air mit ihren beiden Triebwerken ist das perfekte Flugzeug für Unternehmen, die schnell von A nach B zum günstigen Preis fliegen wollen.»

Vorerst oft als One-Man-Show tätig

Um das Geschäft weiter auszubauen, bemüht sich der Gründer und Chef von Cowboy Air zusätzlich zu den Geschäftsflügen für Passagiere auch vermehrt um Ambulanz- und Transplantationsflüge. Auch Frachtflüge für Expresssendungen kann sich Toril zukünftig vorstellen, doch der Markt ist heiß umkämpft und die Unternehmen unterbieten sich preislich bei den Aufträgen.

Hier nehmen die Kundinnen und Kunden von Cowboy Air platz.

Bei den Crews setzte Cowboy Air derzeit auf einen Pool aus freien Mitarbeitern, wobei der Gründer aktuell an sieben Tagen die Woche mehr oder weniger als One-Man-Show tätig ist. Dabei kann er auf seine durch den Motorsport erlernten Fighter-Qualitäten zurückgreifen, denn sein selbstgestecktes Ziel ist, immer zu gewinnen: «Zuerst muss Cowboy Air als Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein und auf gesunden Beinen stehen, bevor wir Mitarbeiter aufnehmen», sagt Toril. Weshalb es durchaus auch vorkommen kann, dass der gebuchte Flug vom Chef persönlich pilotiert wird.

«Ich benötige keine 25 Flugzeuge»

Auf die Wünsche für die Zukunft angesprochen, erklärt Toril: «Ich benötige keine 25 Flugzeuge, wichtig ist, dass unser Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich betrieben wird, wir unseren Kunden ein gutes Produkt bieten und wir Spaß an dem haben, was wir täglich tun.»

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