Früher war Pécs eine Bergbauhochburg. Heute lebt die südungarische Stadt von IT-, Dienstleistungs- und Leichtindustriefirmen, vom Weinbau und vor allem von einer riesigen Universität mit ihren Forschungsinstituten. Reisende lockt sie mit einer Mischung aus antiker Geschichte, osmanischer Architektur und einem mediterranen Flair in den Kopfsteinpflaster-Gassen der Altstadt.
Trotzdem schafft es Pécs nicht, dauerhaft Fluggesellschaften anzulocken, die den Flughafen der Stadt mit Linienflügen bedienen. Drei Versuche gab es in den letzten zwei Jahrzehnten. Im Jahr 2006 flog Austrian Airlines rund ein halbes Jahr lang von Wien in die ungarische Stadt, stellte die Route dann aber wegen mangelnder Auslastung ein. 2024 folgte die maltesische Universal Air, die Pécs mit München, Malta und Korfu verband - im Sommer war aber auch damit schon wieder Schluss.
Nach Austrian Airlines und Universal Air kam Skyhub PAD
Der aktuellste Versuch war der von Skyhub PAD. Die in erster Linie zur Stärkung des Flughafens Paderborn/Lippstadt geschaffene virtuelle deutsche Fluggesellschaft verband Pécs ab Ende März 2026 zwei Mal pro Woche mit München. Doch schon zwei Monate später stellte sie abrupt ihren Betrieb ein. Und Skyhub PAD meldete Insolvenz an.
Die aufstrebende ungarische Stadt hat deshalb wieder keine Anbindung an den globalen Luftverkehr. Und sie trauert verlorenem Geld nach. Denn die Strecke Pécs - München wurde von ihr subventioniert. Die Regierung hat Skyhub PAD in den vergangenen sechs Monaten in mehreren Tranchen umgerechnet rund 774.000 Euro überweisen, berichtet das Portal Econom X. Damit wurden Kosten für die Aufnahme des Flugbetriebs vorfinanziert.
Pécs will Geld von Skyhub PAD zurück
Rund die Hälfte des Betrages kann die Stadtregierung von Pécs nicht mehr nachfordern. Auch die Rückzahlung des verbleibenden Gelds ist ungewiss, da Skyhub PAD insolvent ist. Sie wird aber Forderungen von rund 360.000 Euro im Rahmen des Insolvenzverfahrens geltend machen.
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