In den vergangenen Wochen verbreitete Skyhub PAD eine positive Nachricht nach der anderen: Mehr als 100 Unterstützer, neue Flüge zwischen München und Lübeck sowie München und Pécs, Ausbau der Geschäftsleitung - all das meldete die Initiative von Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Persönlichkeiten aus der Region Ostwestfalen-Lippe. Sie war nach dem Rückzug von Lufthansa im vergangenen Jahr ins Leben gerufen worden, um die Flüge zwischen Paderborn/Lippstadt und München zurückzubringen.
«Hohe Kosten am Standort Deutschland»
Doch hinter den Kulissen der Initiative muss es bereits ziemlich gebrodelt haben. Denn am Mittwoch (27. Mai) gibt Skyhub PAD bekannt, dass sie die Flüge am 10. Juni einstellt. «Trotz der beeindruckenden Erfolge, unter anderem durch die Integration der Standorte Lübeck und Pécs sowie der Erlangung des Codeshare-Status zwischen der beauftragten Fluggesellschaft DAT und Lufthansa, machen die zu hohen Kosten am Standort Deutschland den weiteren Flugbetrieb unmöglich», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.
Zudem hätten der Iran-Krieg und eine signifikante Erhöhung der Kerosinpreise die Kosten in die Höhe getrieben. Und dann gibt Skyhub PAD auch zu, dass ihre Prognosen zu optimistisch waren. Die Buchungszahlen hätten «noch nicht die gewünschten Größenordnungen erreicht», erklärt das Unternehmen. Gerechnet hatte es einst mit 90.000 Fluggästen und Kosten von 13,5 Millionen Euro im Jahr. Doch es kam anders. «Die finanzielle Entwicklung macht daher die Einstellung des Flugbetriebs erforderlich», schreibt das Unternehmen,
Flughafen Paderborn/Lippstadt trauert um Skyhub PAD
Insgesamt fallen somit drei Strecken weg. Im Buchungssystem von DAT, das Skyhub PAD nutzt, sind die letzten Flüge von Paderborn nach München sowie von Lübeck nach München für den 9. Juni buchbar, von Pécs nach München für den 8. Juni.
Der Flughafen Paderborn/Lippstadt reagiert auf die Hiobsbotschaft «mit großem Bedauern». Er verliert damit wieder die Anbindung an ein Lufthansa-Group-Drehkreuz. Alle Beteiligten und insbesondere die 103 Gesellschafter:innen hätten mit großartigem Engagement und viel Herzblut daran gearbeitet, die Flugverbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München aufrechtzuerhalten. Man sei vom Erfolg des Geschäftsmodells überzeugt gewesen, erklärt der Regionalflughafen. Und deshalb habe man Skyhub PAD von Anfang an umfangreich unterstützt.
Hoffnung auf Chance für zukünftige Fluginitiativen
Ein Lufthansa-Sprecher erklärt auf Anfrage, man bedauere die Betriebseinstellung von Skyhub PAD. Er verweist auf «die enorm hohen staatlichen Standortkosten».
Was zurückbleibt nach rund neun Monaten Betrieb: ein wenig Hoffnung. «Dennoch kann in dem aktuellen Ende der Flugverbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München auch eine Chance für zukünftige Fluginitiativen liegen», schreibt der Flughafen.
365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren