ATR 72 von DAT: Die dänische Fluglinie flog für Skyhub PAD.

Lufthansa-PartnerSkyhub PAD stellt Betrieb ein - keine Flüge mehr zwischen Paderborn/Lippstadt und München

Noch vor wenigen Wochen feierte die Initiative neue Strecken und den Codeshare mit Lufthansa. Nun endet das Projekt abrupt: Skyhub PAD stellt die Flüge von Paderborn/Lippstadt, Lübeck und Pécs nach München ein - wegen hoher Kosten und schwacher Nachfrage.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

In den vergangenen Wochen verbreitete Skyhub PAD eine positive Nachricht nach der anderen: Mehr als 100 Unterstützer, neue Flüge zwischen München und Lübeck sowie München und Pécs, Ausbau der Geschäftsleitung - all das meldete die Initiative von Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Persönlichkeiten aus der Region Ostwestfalen-Lippe. Sie war nach dem Rückzug von Lufthansa im vergangenen Jahr ins Leben gerufen worden, um die Flüge zwischen Paderborn/Lippstadt und München zurückzubringen.

Den ganz großen Erfolg vermeldete Skyhub PAD Ende April 2026: Neu werden die Flüge im Codeshare mit Lufthansa durchgeführt. Damit kam das Unternehmen, das die Durchführung der Flüge DAT Danish Air Transport übertragen hatte, ihrem Ziel einen Schritt näher. «Unser Ziel ist es, den Passagier-Flugverkehr ab Paderborn nachhaltig zu aktivieren und die Regionen Ostwestfalen, Südwestfalen und Lippe zuverlässig an nationale und internationale Ziele anzubinden», schrieb sie selbst über sich. Und Lufthansa-Group-Chef Carsten Spohr zeigte sogar Interesse an mehr ausgelagerten Kurzstrecken dieser Art.

«Hohe Kosten am Standort Deutschland»

Doch hinter den Kulissen der Initiative muss es bereits ziemlich gebrodelt haben. Denn am Mittwoch (27. Mai) gibt Skyhub PAD bekannt, dass sie die Flüge am 10. Juni einstellt. «Trotz der beeindruckenden Erfolge, unter anderem durch die Integration der Standorte Lübeck und Pécs sowie der Erlangung des Codeshare-Status zwischen der beauftragten Fluggesellschaft DAT und Lufthansa, machen die zu hohen Kosten am Standort Deutschland den weiteren Flugbetrieb unmöglich», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Zudem hätten der Iran-Krieg und eine signifikante Erhöhung der Kerosinpreise die Kosten in die Höhe getrieben. Und dann gibt Skyhub PAD auch zu, dass ihre Prognosen zu optimistisch waren. Die Buchungszahlen hätten «noch nicht die gewünschten Größenordnungen erreicht», erklärt das Unternehmen. Gerechnet hatte es einst mit 90.000 Fluggästen und Kosten von 13,5 Millionen Euro im Jahr. Doch es kam anders. «Die finanzielle Entwicklung macht daher die Einstellung des Flugbetriebs erforderlich», schreibt das Unternehmen,

Flughafen Paderborn/Lippstadt trauert um Skyhub PAD

Insgesamt fallen somit drei Strecken weg. Im Buchungssystem von DAT, das Skyhub PAD nutzt, sind die letzten Flüge von Paderborn nach München sowie von Lübeck nach München für den 9. Juni buchbar, von Pécs nach München für den 8. Juni.

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt reagiert auf die Hiobsbotschaft «mit großem Bedauern». Er verliert damit wieder die Anbindung an ein Lufthansa-Group-Drehkreuz. Alle Beteiligten und insbesondere die 103 Gesellschafter:innen hätten mit großartigem Engagement und viel Herzblut daran gearbeitet, die Flugverbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München aufrechtzuerhalten. Man sei vom Erfolg des Geschäftsmodells überzeugt gewesen, erklärt der Regionalflughafen. Daher habe man Skyhub PAD von Anfang an umfangreich unterstützt.

Lufthansa-Codeshare: Umbuchung für Hannover oder Hamburg

Ein Lufthansa-Sprecher erklärt, man bedauere den Betriebsstopp des Codeshare-Partners. Er verweist auf «die enorm hohen staatlichen Standortkosten» in Deutschland. «Die von der Einstellung betroffenen Gästen wird eine Umbuchung über Hannover oder Hamburg angeboten sowie die Rückerstattung des Ticket-Preises», so der Sprecher.

Partner DAT erklärt: «Das Skyhub-PAD-Team hat in den letzten zwei Jahren fantastische Arbeit geleistet.» Es sei wohl «die beste Leistung, die je von einer virtuellen Airline irgendwo erbracht wurde» - etwa in puncto lokaler Unterstützung, IT und Ticketvertrieb. Aber: «Die Betriebskosten an Flughäfen, insbesondere in Deutschland, sind unverhältnismäßig hoch.» Dies zerstöre die Anbindung, Wirtschaft und Entwicklung. «Die Zukunft der Regionalfliegerei, in Deutschland und anderswo, hängt von sofortigem politischem Handeln ab.»

Flughafen Paderborn hofft auf zukünftige Fluginitiativen

Was zurückbleibt nach rund neun Monaten Betrieb von Skyhub PAD: ein wenig Hoffnung. So schreibt der Flughafen: «Dennoch kann in dem aktuellen Ende der Flugverbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München auch eine Chance für zukünftige Fluginitiativen liegen.»

365 Tage Luftfahrtjournalismus – fair, fundiert und unabhängig. Damit das so bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung. Schon für den Preis eines Getränks am Flughafen genießen Sie aeroTELEGRAPH werbefrei. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

allegris first class lufthansa atr 72 dat

Aus der First Class-Suite im Airbus A350 in eine ATR 72 ohne freien Nebensitz

ticker skyhub pad

Ex-Tuifly und Köln/Bonn-Chef Michael Garvens neu in Geschäftsführung von Skyhub PAD

skyhub pad pad muc dat atr 72 10

Lufthansa hat Lust auf mehr ausgelagerte Kurzstrecken

ticker skyhub pad

Klaus Marx bleibt trotz Job als neuer Chef des Flughafens Lübeck parallel noch bei Skyhub PAD

Video

Papst Leo: Offenbar auch ein Luftfahrtfan.
Kampfjet-Eskorte, Funkkontakt und ein Platz auf dem Jumpseat: Papst Leo XIV. erlebte bei einem Flug durch Spanien einen besonderen Moment.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Draco Aircraft will die Draco Hyper-Stol in Serie bauen: Entwickelt wurde sie von einem Tüftler aus den USA.
Ein Motorausfall über Utah brachte Mike Patey dazu, ein Buschflugzeug mit einer Turboprop-Turbine auszustatten. Das Flugzeug wurde zum Hit. Nun will ein polnisches Startup das Konzept zur Serienreife bringen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
corendon curacao tanz
So sieht man einen Piloten im Dienst selten: Ein Mitglied der Cockpitcrew von Corendon hat sich von einem Fan des Nationalteams von Curaçao zu einer Tanzeinlage animieren lassen.
Timo Nowack
Timo Nowack