Festlich geschmückter Elefant: Teil der Prozession.

Flughafen ThiruvananthapuramPilger stoppen jedes Jahr stundenlang den Flugverkehr

Mitte April schloss der Thiruvananthapuram International Airport für mehrere Stunden. Dasselbe passiert am indischen Flughafen jeweils im Herbst. Der Grund dafür ist einzigartig.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Schlechtes Wetter, Zwischenfälle, Stromausfall - es gibt viele Möglichkeiten, warum ein Flughafen den Betrieb einstellen muss. Doch in Thiruvananthapuram, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Kerala, passiert das einmal im Jahr aus einem ganz anderen Grund.

Die Start- und Landebahn des Flughafens wurde am 11. April zum Schauplatz eines religiösen Rituals: einer Prozession des Sree Padmanabha Swamy Tempels, die direkt über das Flughafengelände führt. Im Rahmen des zehntägigen Painkuni-Fests zogen Gläubige reich verzierte Holzwagen mit Tempelidolen über eine rund zwei Kilometer lange Strecke, die mitten über die einzige Startbahn des Airports verläuft. Auch prächtig geschmückte Elefanten waren Teil des Umzugs.

Zwei Kilometer Strecke führen über den Flughafen

Die Prozession führt jährlich zu einem rund sechs Kilometer entfernten Strand, wo die Ikonen im Meer rituell gebadet werden. Danach kehrt der Zug auf demselben Weg – erneut über das Flughafengelände – zurück zum Tempel. Bereits seit dem Bau des Flughafens durch das damalige Königshaus von Travancore im Jahr 1932 wird das Ritual in dieser Form durchgeführt. Das galt sowohl zu Zeiten, als der Flughafen staatlich geführt wurde, als auch heute – er wird inzwischen durch die Adani Group privat betrieben.

Auch beim zweiten großen Tempelfest, dem Alpashi-Festival, das im Oktober oder November stattfindet, wird der Flugbetrieb jeweils für einige Stunden ausgesetzt. «Wir sind stolz, diese jahrhundertealte Tradition bewahren zu dürfen», sagte Flughafenchef Rahul Bhatkoti gegenüber dem Sender BBC.

Minutiöse Planung

Damit alles reibungslos verläuft, wird der Ablauf minutiös geplant. Die Sicherheitskräfte riegeln die Startbahn vollständig ab, Teilnehmende benötigen spezielle Pässe und eine Sicherheitsfreigabe. Nur Mitglieder der ehemaligen königlichen Familie, Tempelpriester, Beamte und ausgewählte Gläubige dürfen an der Prozession teilnehmen. Insgesamt wurden zehn Flüge umgeleitet, Airlines bereits zwei Monate zuvor informiert.

Dass Flughäfen aus religiösen Gründen schließen, passiert auch anderswo aus der Welt. So schließt etwa der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv am jüdischen Feiertag Yom Kippur für 24 Stunden. Dieses Jahr wird das zum Beispiel am 1. und 2. Oktober der Fall sein. Der Thiruvananthapuram International Airport schließt nur für rund fünf Stunden.

Mehr zum Thema

Boeing 737-800 von Turkish Airlines: Gebete im Cockpit sollen künftig möglich sein.

Turkish Airlines will Gebet im Cockpit erlauben

Aufruhr um Lufthansa-Flugverbot für ultraorthodoxe Juden

Aufruhr um Lufthansa-Flugverbot für ultraorthodoxe Juden

Tora und Tefillin: Wichtig beim Morgengebet.

El Al kämpft mit organisierten Gebeten gegen verstopfte Gänge

Hefezopf, Kerzen: Jüdische Tradition zum Sabbat.

Nur noch eine israelische Fluglinie fliegt am Samstag

Video

airbus a319 xizang airlines tibet airlines
Auf einem frisch lackierten Airbus A319 von Tibet Airlines ist der Name Xizang Airlines zu lesen. Es könnte der erste Schritt einer größeren Umbenennung sein, die auch einen politischen Hintergrund haben könnte.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A380 von Lufthansa: Die D-AIMH wird noch bis Anfang Juni in. Dresden umgebaut.
Noch hängen Kabel aus der Kabine und manche Fußablagen fehlen. Doch der Umbau der Airbus A380 von Lufthansa bei EFW in Dresden zeigt bereits, wie die modernisierte Business Class aussehen wird. Der Zeitplan ist straff – und die Logistik kompliziert.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Moment vor dem Absturz: Die Cessna kollidiert mit dem Gleitschirm.
Eine Paragliderin überlebt mit Glück den Zusammenstoß mit einer Cessna. Der Unfall wirft Fragen auf: Wer muss wem ausweichen? Und warum sehen sich Motorpiloten und Gleitschirmpiloten im selben Luftraum oft erst im letzten Moment?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies