Flughafen Basel/Mulhouse: Easyjet wird von der Marktführerin temporär zur Monopolistin.

Nur noch Easyjet fliegtPistensperrung in Basel lässt Ticketpreise in die Höhe schnellen

Während der Sanierung der Hauptpiste ist das Flugangebot am Flughafen Basel stark reduziert. Easyjet wird in dieser Zeit zur Quasi-Monopolistin. Und das macht sich auch bei den Ticketpreisen deutlich bemerkbar.

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Wenn ein Flughafen seine wichtigste Start- und Landebahn sanieren muss, geht das nicht ohne Einschränkungen im Flugverkehr. Genau das passiert am Flughafen Basel/Mulhouse/Freiburg vom 15. April bis zum 20. Mai 2026. Dann erhält ein Teil der 3900 Meter langen Hauptpiste 15/33 einen neuen Belag.

In dieser Zeit werden in Basel nur 29 von 110 Destinationen bedient. Die faktisch einzige Fluggesellschaft, die dann ab dem Euro Airport fliegt, ist Easyjet - und auch die nur mit reduziertem Angebot. Daneben fliegt nur noch GP Aviation zwei Mal täglich nach Pristina. Denn: Die Querpiste 07/25 hat lediglich eine Länge von 1715 Metern.

Kurze Start- und Landebahn in Basel hat kein ILS

Die Abwicklung des Verkehrs über die Querpiste mache eine Reduzierung des Flugplans um etwa 60 Prozent und eingeschränkte Betriebszeiten von 8 Uhr bis 19 Uhr erforderlich, so Easyjet. «Diese Maßnahmen dienen dazu, zusätzliche Sicherheitsmargen einzubauen, insbesondere für den Fall ungünstiger Wetterbedingungen», erklärt der Billigflieger. «Auf der Nebenstart- und Landebahn sind Starts und Landungen gemäß den Flughafen- und Sicherheitsvorschriften nur in westlicher Richtung zuläßig.»

Die Kurzpiste 07/25 ist im Gegensatz zur Hauptpiste 15/33 nicht mit einem Instrumentenlandesystem ILS)ausgestattet. Easyjet - und damit auch die Passagiere - haben also ein Wetterrisiko. «Die minimalen Wetter- und Sichtbedingungen für Starts und Landungen sind auf der Ost-West-Piste restriktiver als auf der Hauptpiste», erklärt der Flughafen auf Anfrage. «So ist zum Beispiel eine Mindestsichtweite von 5000 Metern erforderlich, um dort landen zu können.» Ungünstige Wetterverhältnisse wie Gewitter, Starkregen oder Böen können den Betrieb daher einschränken. Die Frage, ob Flüge eventuell nach Zürich umgeleitet würden, lässt Easyjet unbeantwortet.

Ticketpreise gehen nach oben - teilweise steil

Die massive Angebotsreduktion hat auch zur Folge, dass die Preise explodieren. Das zeigt eine Auswertung von aeroTELEGRAPH für vier Flugziele mit hohem Passagieraufkommen in der Zeit der Sperrung der Hauptpiste: London-Gatwick, Barcelona, Palma de Mallorca, Hamburg (nur Hinweg, Zeitpunkt der Erhebung 3. März, Wochendurchschnitt):

London-Gatwick: Die Durchschnittspreise in den März-Wochen bewegen sich zwischen 35 und 75 Euro. In der Osterwoche steigen sie auf 170 Euro an, die Preise bleiben im Schnitt hoch, Ausreißer nach unten sind immer möglich. Nach der Pistensperrung halbieren sich die Durchschnittspreise wieder auf rund 70 Euro.

Barcelona: In den ersten März-Wochen bewegen sich die Wochendurchschnittspreise um 65 bis 90 Euro, es gibt eine Oster-Spitze (3. bis 6. April) mit rund 200 Euro, danach fällt der Preis wieder auf 60 Euro. Zur Pistenschließung Mitte April schießen die Preise hoch auf 170 Euro und gehen bis zu 220 Euro im Wochenschnitt. Nach der Sanierung pendeln sich die Preise wieder bei 65 Euro ein.

Palma de Mallorca: Im März werden Preise 60 und 110 Euro registriert, der Oster-Peak ist eher schwach. Nach Ostern sind wieder Preise um 50 Euro zu sehen. Zur Pistenschließung verdoppeln sich die Preise. Ab 1. Mai geht das Rennen erst richtig los: Die Preise steigen in der Maiwoche vom 4. bis 10. Mai im Schnitt auf 255 Euro, in der vom 11. bis 17. Mai auf 400 Euro. Am 14. Mai muss für ein One-Way-Ticket sagenhafte 594 Euro hingeblättert werden. Im Juni sind wieder Preise um 50 Euro zu finden.

Hamburg: Es ergibt sich ein ähnliches Bild, wenn auch weniger extrem: In den ersten März-Wochen werden zwischen 75 und 90 Euro bezahlt. Es folgt ein kurzer ein Oster-Peak, dann ein Absinken auf 50 Euro und wieder ein Anstieg auf 175 Euro. In der vierten Mai-Woche ist der Spuk vorüber. Es werden wieder 55 Euro im Wochenschnitt bezahlt.

Easyjet setzt auf sechs Airbus A320 Neo plus Reserve

Alle Fluggesellschaften hätten geprüft, ob sie ihre Flüge während der Sanierung über die Ost-West-Piste aufrechterhalten könnten, schreibt der Flughafen Basel. Es gebe drei Hauptgründe, weshalb fast alle dagegen entschieden hätten. «Entweder ist die angeflogene Destination zu weit entfernt (die Jets wären aufgrund des notwendigen Treibstoffs zu schwer), das eingesetzte Flugzeugmodell ist grundsätzlich zu groß oder zu schwer, oder die Airline konnte keine geeigneten alternativen Flugzeuge einsetzen», erklärt der Flughafen.

Easyjet wird während der gesamten Sperrzeit sechs Airbus A320 Neo plus einen Reservejet in Basel stationieren. Fünf nicht benötigte Flugzeuge werden gewartet oder vorübergehend sonstwo im europäischen Streckennetz eingesetzt. Längere Strecken fliegt auch sie nicht an.

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