ATR 42 von Overland Airways: Bleibt vorderhand am Boden.

TreibstoffmangelNigerias Airlines stellen ihre Flüge kollektiv ein

Seit Monaten steigt der Kerosinpreis. Das macht den Fluggesellschaften Nigerias ganz besonders zu schaffen. Jetzt haben sie genug und stellen ihren Betrieb alle ein.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

1,5 Millionen Fass Rohöl holt Nigeria täglich aus dem Boden. Das sind mehr als beispielsweise Angola, Katar und Libyen fördern. Nicht nur bei der Förderung belegt der westafrikanische Staat einen Spitzenplatz, nur zehn andere Länder auf der Welt haben höhere bestätigte Reserven. Der steigende Ölpreis ist deshalb ein Segen für die Regierung - denn er erhöht die Einnahmen.

Zugleich ist er aber auch ein Fluch. Denn Nigeria verarbeitet Öl nicht selbst, alle Raffinerien befinden sich im Ausland. Und so muss das Land die verfeinerten Produkte allesamt wieder importieren. Die hohen Transportkosten verteuern sie zusätzlich. Dies gleicht die Regierung mit massiven Subventionen für Benzin teilweise aus. 2022 gibt sie dafür umgerechnet neun Milliarden Euro aus.

«Pötzlicher Schock eines solch astronomischen Anstiegs»

Die nigerianischen Fluggesellschaften erhalten keine Subventionen. Sie sind dem Markt voll ausgesetzt. Und leiden entsprechend. Der Preis von Kerosin sei innerhalb weniger Monate von 190 auf 700 Naira gestiegen, beklagen sie sich in einem Brief an den Luftfahrtminister. Dadurch sei der Anteil der Treibstoffausgaben an den Gesamtausgaben auf 95 Prozent gestiegen, erklären sie weiter.

«Mit großem Verantwortungsbewusstsein und Patriotismus haben die Airline Operators of Nigeria in den letzten vier Monaten trotz des ständigen und astronomischen Anstiegs der Preise für Kerosin und anderer Betriebskosten ihre Dienste für unsere hochgeschätzten nigerianischen Fluggäste weiter angeboten und subventioniert», schreibt der nigerianische Airlineverband im Brief, aus dem die Zeitung Pulse berichtet. Jetzt gehe es aber nicht mehr. Keine Fluggesellschaft der Welt könne einen plötzlichen Schock eines solch astronomischen Anstiegs innerhalb eines kurzen Zeitraums verkraften.

Unterzeichnet von neun Fluggesellschaften

Inzwischen betrügen die Kosten einer Flugstunde pro Passagier 120.000 Naira, das sind 275 Euro. Das könne man nicht vollständig an die Reisenden überwälzen, so der Airlineverband. Man habe das Gespräch mit der Regierung gesucht - aber bisher ohne konkreten Erfolg. Bereits im März hatten die nigerianischen Fluglinien von einem baldigen Grounding gewarnt, flogen aber vorerst weiter.

Nun sei es nicht mehr tragbar, weiter zu fliegen.  Und so würden alle Fluggesellschaften Nigerias ab Montag (9. Mai) keine Flüge mehr durchführen. Unterzeichnet ist der Brief von den Chefs von Aero Contractors, Air Peace, Arik Air, Azman Air, Dana Air, Ibom Air, Max Air, Overland Airways und United Nigeria Airlines. Das freiwillige Grounding bestehe auf unbestimmte Zeit.

* Nachtrag vom Sonntagabend (9. Mai): Die nigerianischen Fluggesellschaften haben ihre Pläne, den Flugbetrieb einzustellen, vorerst aufgegeben. Ihr Verband wird zuerst eine neue Runde von Gesprächen mit der Regierung führen.

Mehr zum Thema

Embraer E-195 E2 von Air Peace: Die Airline erhebt schwere Vorwürfe an die Ölindustrie.

«Drei Tage, dann werden alle Airlines schließen müssen»

Flughafen im nigerianischen Lagos: Kerosin fehlt.

Nigeria steckt Ghana mit Luftfahrtkrise an

Ausbruch des Hunga Tonga-Hunga Ha’apai: Folgen in 10.000 Kilometer Entfernung.

Air France und KLM machen nach Ölpest Druck auf Peru

ticker-nigeria

Fehlendes oder verspätetes Gepäck: Nigeria will Gepäck mit RFID-Technik verfolgen

Video

Lockheed L-1011  03
In Kenias Hauptstadt Nairobi steht eine 45-jährige Lockheed L-1011 Tristar, die wieder abheben und Fracht transportieren soll. aeroTELEGRAPH sprach mit einem, der an dem Projekt beteiligt ist - und auch eine 57-jährige Douglas DC-8 wieder in die Luft bringen will.
Timo Nowack
Timo Nowack
Comac C919 von China Southern Airlines: Außen fix und innen?
Bislang setzt Shenzhen Airlines ausschließlich auf Airbus und Boeing. Nun möchte die mehr als 200 Flugzeuge starke Air-China-Tochter auch die Comac C919 einsetzen. Interesse gibt es auch von Loong Air. Das Problem: Lieferketten und Produktionsgeschwindigkeit bremsen den chinesischen Hersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack
So weist Lufthansa auf die Spielregeln hin: Neues Highspeed-Internet an Bord.
Erstmals hat ein Flugzeug von Lufthansa Passagiere regulär ans Ziel gebracht, in dem das neue Highspeed-Internet installiert ist. Wir waren an Bord und haben das neue Angebot getestet.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin