Flughafen Klagenfurt: Zukunft wieder ungewiss.

Kärnten berät über Airport-RückkaufNeue Klagenfurter Airline Liliair schon vor Start gefährdet

Liliair soll dem Flughafen Klagenfurt mehr Fluggäste bringen. Doch am gleichen Tag, an dem Airport-Mehrheitseigentümerin Lilihill ihre Airline-Pläne vorstellt, berät die Politik über einen Rückkauf des Flughafens.

Top-Jobs

Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Die Krankheitswelle hat auch den Flughafen Klagenfurt erreicht. Vergangenen Dienstag wollte Mehrheitseigentümerin Lilihill Group eigentlich ihre Pläne für eine neue virtuelle Fluggesellschaft vorstellen. Doch weil wichtige Akteure krank wurden, musste der Termin um eine Woche verschoben werden.

Jetzt werden Dieter Kandlhofer als Geschäftsführer der neuen Airline, Ex-Austrian-Airlines-Chef Kay Kratky als Beirat von Lilihill und Ex-AUA-Vorstand Peter Malanik als Berater von Lilihill am Dienstag (20. Dezember) präsentieren, was sie mit der neuen Fluggesellschaft planen. Eines ist schon klar: Liliair wird von Klagenfurt zu einem zweiten europäischen Drehkreuz neben Wien fliegen. So will es eine Vereinbarung mit dem Land Kärnten und die Stadt Klagenfurt von 2018, als der Flughafen privatisiert worden war.

Neue Abstimmung in der Regierung

Doch die Augen werden am Dienstag weniger auf Liliair gerichtet sein als auf die Politik. Denn am gleichen Tag wird die Regierung von Kärnten über einen Antrag befinden, der alle Pläne der Mehrheitseigentümerin Lilihill nichtig machen würde, wie die Kleine Zeitung schreibt. Dabei geht es um die Forderung, das Land solle die Call-Option ziehen, die ihr Lilihill bei der Privatisierung 2018 eingeräumt hatte.

Wird der Antrag angenommen, muss Lilihill ihre Anteile (74,9 Prozent) wieder verkaufen und Land Kärnten und die Stadt Klagenfurt wären wieder Alleineigentümer. Bereits im Mai wurde einmal darüber abgestimmt. Doch damals war die sozialdemokratische SPÖ dagegen. Inzwischen klingt es aber auch von ihr etwas anders.

Wüster Streit beigelegt

Grund für den Antrag ist ein langer und mitunter wüster Streit zwischen der Politik und Lilihill Group um gebrochene Versprechen. Bis 2024 wollte die neue Mehrheitseigentümerin 260 Millionen Euro in den Flughafen Klagenfurt investieren und ein neues Terminal, ein neues Hotel sowie ein Messezentrum bauen. Der Flughafen sollte dadurch zum modernsten Europas werden. Umgesetzt wurde nichts.

Ende November einigte man sich zwar. Wie abgemacht machte Lilihill in der Folge der Pachtvertrag für nicht betriebsnotwendige Flächen an eine Tochtergesellschaft rückgängig und kündigte Liliair an, die spätestens im ersten Halbjahr 2023 starten muss.

Lilihill warnt vor Folgen

Angesichts der drohenden Niederlage und Zwang-Verstaatlichung verspricht Lilihill Group inzwischen wieder Investitionen. Man sei bereit, «frisches Kapital in Form von nachrangigen Gesellschafterdarlehen auch ohne Beteiligung der Minderheitsgesellschafter bereitzustellen», teilte die Gruppe am Freitag (16. Dezember) in einer Mitteilung mit. Man habe im Aufsichtsrat des Airports einen Fünfjahresplan abgesegnet, der «Investitionen und Ausbaupläne, die Entwicklung des Flugangebotes, notwendige Infrastrukturmaßnahmen und die dazugehörige Finanzplanung festlege», um den Flughafen Klagenfurt «ökonomisch wieder abheben lassen» zu können.

Die Ausübung der Call-Option habe fatale Auswirkungen, warnt Lilihill. Weil der Flughafen dann kein privatwirtschaftliches Unternehmen mehr sein, müsse er dann «hohe Rückstellungen für die Rückzahlung der Covid-19-Förderungen bilden». Denn die Rückzahlung der Hilfe sei wahrscheinlich. Die Ziehung der Call-Option gefährde 120 Arbeitsplätze und stell auch die Fortführung des Unternehmens infrage. Zudem «zieht sie jahrelange Rechtsstreitigkeiten nach sich, die jegliche Entwicklung am Standort unmöglich machen».

Mehr zum Thema

Reisende am Flughafen Klagenfurt: Der Airport braucht mehr davon.

Flughafen Klagenfurt bekommt eigene Fluglinie

Flughafen Klagenfurt: Leidet unter einer Pattsituation.

Showdown am Flughafen Klagenfurt

Ryanair und Tuifly müssen Beihilfen des Flughafens Klagenfurt zurückzahlen

Ryanair und Tuifly müssen Beihilfen des Flughafens Klagenfurt zurückzahlen

ticker-oesterreich

Österreich hat mit Charterflügen 560 Personen aus Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeflogen

Video

Die Boeing 757 von Icelandair: Heikler Tiefflug.
Nach 40 Jahren geht er in Rente. Auf seinem letzten Flug von Frankfurt nach Keflavik wollte der Kapitän einer Boeing 757 etwas Besonderes machen und flog in sehr niedriger Höhe über seine Heimat hinweg. Icelandair ist verärgert und hat die Behörden eingeschaltet.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Flughafen München steht kurz vor der Eröffnung von Pier 1: Ein Video zeigt den gesamten Bauverlauf.
In München entsteht seit 2019 ein neuer, 95.000 Quadratmeter großer Pier am Terminal 1. Ende April geht der Bau ans Netz. Ein Zeitraffervideo zeigt sieben Jahre Bauarbeiten in 76 Sekunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies