Flughafen Klagenfurt: Leidet unter einer Pattsituation.

Airport in GefahrShowdown am Flughafen Klagenfurt

Nicht die Folgen der Pandemie sind das große Problem. Ein Streit zwischen den Eigentümern bedroht die Existenz des Flughafens Klagenfurt.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Ein großer Flughafen war Klagenfurt nie, auch nicht für einen Regionalflughafen. Damit der kleine Airport weiter betriebsfähig ist, braucht er Geld. Um liquide zu sein und für die notwendigen Investitionen. Das Terminal stammt aus den 1970er-Jahren, die Security-Einrichtungen müssen den neuesten Vorschriften angepasst werden. Und das sind nur die notwendigsten Verbesserungen. Doch es passiert nichts. Denn der Mehrheitseigentümer und die Minderheitseigentümer Land und Stadt ziehen nicht an einem Strang.

Zwischen 200.000 und 300.000 Fluggäste pro Jahr wurden vor der Pandemie in Klagenfurt gezählt. Zu wenig, um gut zu leben, zu viel, um zu sterben. Deshalb ist vor vier Jahren der Flughafen privatisiert worden. 74,9 Prozent gingen nach einer Ausschreibung an die Lilihill Aviation City Beteiligungs GmbH des Immobilienunternehmers Franz Peter Orasch.

Gegenseitige Vorwürfe

Die restlichen Anteile, die Sperrminorität, halten das Land Kärnten und die Stadt Klagenfurt. Ziel war es, über den Umweg von Industrieansiedlungen, Bürokapazitäten, Gastronomie und Messeveranstaltungen die Passagierzahlen am Flughafen zu steigern. Sogar eine eigene kleine Fluglinie war im Gespräch, um die Wirtschaftstreibenden in Kärnten besser mit Deutschland zu verbinden.

Aus den Plänen wurde – nichts. Land und Stadt werfen Lilihill vor, nichts zu investieren und große Grundstücksflächen für eigene Ziele zweckentfremden zu wollen. Orasch beklagt derweil, dass Klagenfurt entgegen ursprünglicher Zusagen den Messestandort doch nicht an den Flughafen verlegen will. Wie aus gut informierter Quelle verlautet, sollen Land und Stadt zudem Ansiedlungspläne von Amazon und DHL am Standort Flughafen vereitelt haben.

Ryanair kehrt im Herbst zurück

Dazu kommt der Streit darum, was im Falle einer (notwendigen) Eigenkapitalzufuhr durch den Investor Orasch mit den Minderheitseigentümern passiert. Verwässern, also unter die Sperrminorität fallen, wollen diese nicht. Die restlichen Anteile verkaufen wollen sie auch nicht. Alles zu zahlen, aber nur zwei Drittel der Gewinne zu bekommen, will der Investor nicht. Eine klassische Pattsituation.

Aktuell ist Klagenfurt, abseits von Charterflügen, nur mit Wien (Austrian Airlines) und Köln (Eurowings) verbunden. Ab Herbst will Ryanair ab Klagenfurt dann London, Dublin, Brüssel und Manchester anfliegen. Jene Fluglinie, die schon vor Jahren nur wegen hoher Förderungen Klagenfurt bedient hatte. Nach einem Urteil der EU-Kommission waren diese Beihilfen rechtswidrig, Ryanair und Tuifly müssen deshalb 13 Millionen Euro zurückzahlen.

Ohne Investitionen wackelt Betriebsgenehmigung

Die Passagierzahlen sind durch die Pandemie unter 100.000 gefallen. Und plötzlich wittert die Politik Morgenluft. Denn im Vertrag existiert eine Klausel, wonach Stadt und Land die Anteile dann wieder günstig zurückkaufen können. Orasch sagt, die Klausel gelte nicht, wenn höhere Gewalt der Grund für den Passagierrückgang sei, und die Pandemie sei höhere Gewalt. Und er würde so einen Rückkauf gerichtlich bekämpfen. Ob es soweit kommt, ist aber fraglich. Denn einerseits sind sich die Parteien im Land uneins. Andererseits müssten dann Stadt und Land alle Investitionen mit Steuergeld bezahlen.

Die Zukunft des Flughafen Klagenfurt ist daher ungewiss. Ohne Investitionen droht er die Betriebsgenehmigung zu verlieren. Und ist sie einmal weg, wird es sehr schwierig sein, sie wiederzubekommen, sagen Insider. Etwas mehr als 100 Beschäftigte könnten ihre Jobs verlieren.

Mehr zum Thema

Ryanair fliegt ab Klagenfurt vier Ziele an

Ryanair fliegt ab Klagenfurt vier Ziele an

Avanti Air fliegt für Reiseveranstalter ab Klagenfurt

Avanti Air fliegt für Reiseveranstalter ab Klagenfurt

Ryanair und Tuifly müssen Beihilfen des Flughafens Klagenfurt zurückzahlen

Ryanair und Tuifly müssen Beihilfen des Flughafens Klagenfurt zurückzahlen

ticker-ryanair

Ryanair streicht neun Österreich-Routen

Video

ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack
wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a321 lr etihad airways dus
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für massive Einschränkungen im Luftverkehr. Auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich sitzen daher Flugzeuge von Golfairlines fest. Welche Jets von Emirates, Qatar Airways und Co. an welchen Flughäfen stehen.
Timo Nowack
Timo Nowack