Reisende am Flughafen Klagenfurt: Der Airport braucht mehr davon.

LiliairFlughafen Klagenfurt bekommt eigene Fluglinie

Liliair kommt. Der Flughafen Klagenfurt gründet eine eigene Fluglinie, die zu einem Drehkreuz fliegen soll. Doch seine Probleme sind damit nicht gelöst.

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Eigentlich sollte die Privatisierung für Ruhe sorgen und dem Flughafen Klagenfurt neue Perspektiven eröffnen. Doch statt zu Wachstum führte sie zu einem wüsten Streit. Das Land Kärnten und die Stadt Klagenfurt als Minderheitseigentümer (25,1 Prozent der Anteile) warfen der Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft Lilihill Group und Mehrheitseigentümerin (74,9 Prozent) vor, nicht wie versprochen in die Entwicklung des österreichischen Regionalairports zu investieren.

Als Lilihill 2018 den Flughafen übernahm, präsentierten das Unternehmen und dessen Eigentümer Franz Peter Orasch ehrgeizige Pläne. Bis 2024 sollte der Airport für 260 Millionen Euro praktisch neu gebaut werden. Ein neues Terminal war genauso geplant wie ein neues Hotel und ein Messezentrum. Der Flughafen sollte dadurch zum modernsten Europas werden. Nichts davon geschah.

Einigung nach wüstem Streit

Ende November wurde das Kriegsbeil nach langen und schwierigen Diskussionen begraben. Der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser gab bekannt, dass man sich mit Lilihill geeinigt habe. Er sprach von einer Vernunftslösung, um jahrelange Gerichtsverfahren, hohe Schadenersatzzahlungen und eine weitere schwere Schädigung des Flughafens zu verhindern.

Kern der Lösung war, dass Lilihill den Pachtvertrag für nicht betriebsnotwendige Flächen an eine Tochtergesellschaft rückgängig macht. Zudem musste die Mehrheitseigentümerin noch im Dezember eine Anbindung an ein zweites internationales Drehkreuz neben Wien präsentieren, so wie das bei der Privatisierung im Jahr 2018 vereinbart worden war. Und diese Verbindung müsste spätestens im ersten Halbjahr 2023 aufgenommen werden.

Eigene Fluggesellschaft kommt

Jetzt lässt Lilihill auf die Worte Taten folgen. Die Beteiligungs- und Immobiliengesellschaft gründet eine eigene Fluggesellschaft. Sie heißt Liliair. Über das Projekt wurde seit Monaten spekuliert, umgesetzt wurde es aber bis jetzt nie. Details werden erst kommende Woche verraten.

Geschäftsführer von Liliair werden Lilihill-Verteter Dieter Kandlhofer und der ehemalige Operativchef von Austrian Airlines, Peter Malanik. Es dürfte sich bei der Fluggesellschaft um eine virtuelle handeln, die den Betrieb an eine andere Fluglinie auslagert und keine eigenen Flugzeuge besitzt. Vorbild ist dabei der Flughafen Mannheim mit seiner Rhein-Neckar Air. Als mögliche Ziele wurden immer wieder Frankfurt und München genannt.

Wirtschaftsprüfer warnen

Ob damit wirklich wieder Ruhe in Klagenfurt einkehrt, ist indes unklar. Denn kürzlich wurde bekannt, dass die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young dem Aufsichtsrat und Management des Flughafens am 16. November mitgeteilt haben, dass es im Unternehmen zu schwerwiegenden gesetzlichen Verstößen gekommen sei. Wie der Sender ORF berichtet, könnten wegen der verspäteten Aufstellung des Jahresabschlusses 2021 die gesetzlichen Fristen nicht mehr eingehalten werden, zudem fehlten aktuelle Business- und Finanzierungspläne für die nächsten Quartale.

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