Globe-Air-Chef Bernhard Fragner: «Dafür fehlt mir jegliches Verständnis.»

Nach KlimaprotestGlobe-Air-Chef kritisiert Flughafen Amsterdam

Beim Klimaprotest am Flughafen Amsterdam wurde ein Flugzeug der österreichischen Globe Air beschädigt. Firmenchef Bernhard Fragner äußert sich nun dazu - und kritisiert den Airport.

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Der Protest dauerte mehrere Stunden. Am vergangenen Wochenende stürmten Klimaaktivisten den Businessjet-Bereich des Flughafen Amsterdam. Unter den betroffenen Unternehmen war auch die österreichische Charterflug-Gesellschaft Globe Air, deren Mustang C510 Jet durch einige Demonstrantinnen und Demonstranten blockiert wurde.

Im Gespräch mit aeroTELEGRAPH erklärt nun Globe-Air-Chef Bernhard Fragner nun, dass das Flugzeug bei der Aktion beschädigt wurde. «Einer der Aktivisten hat absichtlich oder unabsichtlich, das kann ich im Nachhinein nicht feststellen, eines unserer Cessna-Mustang-510-Flugzeuge beschädigt», so Fragner.

38.000 Euro und rechtliche Schritte

Durch die Aktion und den Schaden am Flugzeug sei auch zusätzlicher Arbeitsaufwand entstanden. «Wir mussten sieben bis acht Techniker von unserem technischen Team mit der Bearbeitung des Falles beschäftigen, denn die österreichische Aufsichtsbehörde Austro Control hat sofort eine Vorfallsmeldung eingefordert.» Vor Ort habe man eine technische Partnerfirma beauftragen müssen, den Schaden zu begutachten.

«Außerdem konnte unsere Crew vor Ort nicht eingesetzt werden, da sie praktisch keinen Zugang zum Flugzeug hatte, weshalb wir Flüge absagen mussten und ein anderes Flugzeug zu einem längerem Positionierungsflug schicken mussten», so Fragner. «Nachdem wir auch rechtlich gegen die Aktion vorgehen wollen haben wir die Kosten vorerst einmal addiert und sind auf eine Höhe von ungefähr 38.000 Euro gekommen.»

Kritik am Flughafen Amsterdam-Schiphol

Der Globe-Air-Chef kritisiert den Flughafen Amsterdam. «Für mich ist es unverständlich, wie so eine große Gruppe von Protestanten in einen Hochsicherheitsbereich eindringen konnte.» Hunderte Aktivisten seien ungehindert, sogar mit Fahrrädern und Essensversorgung, dort eingedrungen. «Dafür fehlt mir jegliches Verständnis.»

Grundsätzlich sei er dafür, dass jeder seine Bedenken, Sorgen und Meinungen kundtun dürfe, denn das sei der große Wert einer Demokratie, sagt Fragner. Das gelte natürlich auch für das Thema Klimawandel. Der Firmenchef sieht aber auch klare Grenzen. So habe er eine Aussage von Schiphol-Chef Ruud Sondag gelesen, in dem dieser nicht nur Verständnis für die Proteste ausdrücke, sondern sogar «die Leute mit ihren Protesten willkommen heißt», so der Globe-Air-Chef. «Ich halte dies strafrechtlich für höchst interessant.»

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