Self-Service-Kioske für das EES: Am Flughafen Düsseldorf gibt es 35.

EU-Einreisesystem EESWarteschlangen, Verspätungen, verpasste Flüge - was bringt das neue EU-Einreisesystem ab dem 1. April?

Mit dem Start des neuen EU-Einreisesystems EES am 1. April drohen Passagieren längere Wartezeiten an Europas Flughäfen. Schon jetzt kommt es zu Verzögerungen – und die Branche warnt vor massiven Problemen im Sommerreiseverkehr.

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Der Start des neuen europäischen Ein- und Ausreisesystems EES entwickelt sich schon vor dem offiziellen Start im Vollbetrieb am 1. April zur Belastungsprobe für die Luftfahrt. Erste Flughäfen melden Verzögerungen, Fluggäste stehen länger an den Grenzkontrollen und die Branche warnt vor einem schwierigen Sommer. Was vor allem für mehr Sicherheit sorgen soll, bedeutet in der Praxis zunächst deutlich mehr Aufwand.

In Brüssel und Genf zeigen sich die Auswirkungen bereits im Testbetrieb. Dort verlängern sich aktuell vor allem zu Stoßzeiten die Wartezeiten bei der Einreise. Die Verzögerungen bleiben dabei nicht auf ankommende Passagiere beschränkt: Auch Umsteiger und Abflüge sind betroffen, weil sich Prozesse im Terminal verschieben. Das kann im Tagesverlauf zu Verspätungen führen. Der Effekt dürfte sich mit wachsendem Verkehr verstärken.

Flughafen Frankfurt rechnet mit bis zu zwei Stunden Verzögerungen

Besonders angespannt ist die Lage an großen Drehkreuzen. In Frankfurt stellt sich der Flughafen auf einen deutlichen Anstieg der Wartezeiten ein, und das ausgerechnet zum Start der Osterferien und des Sommerflugplans. In wenigen Tagen erwartet der Airport Millionen Passagierinnen und Passagiere. Gerade für Reisende aus Nicht-EU-Staaten könnten die Kontrollen spürbar länger dauern. Fraport versucht gegenzusteuern, etwa mit mehr Personal und flexibler Steuerung der Passagierströme. Doch selbst damit rechnet man in Spitzenzeiten mit deutlichen Verzögerungen von bis zu zwei Stunden, heißt es in der Airport Corner von Eurocontrol, wo Flughäfen erwartbare Effekte auf den Betrieb erfassen können.

Auch andere Flughäfen erwarten ähnliche Effekte. In Hamburg könnten vor allem die Nachmittagswellen betroffen sein, in Zürich warnen Verantwortliche, dass längere Kontrollen sogar die Pünktlichkeit von Abflügen beeinträchtigen könnten. Hintergrund ist, dass das neue System die Abläufe an einer besonders sensiblen Stelle verändert: Der Grenzkontrolle, die oft als Engpass im gesamten Prozess wirkt.

Ziel ist mehr Sicherheit, doch zuerst sind Umstellungen nötig

Was steckt hinter EES? Das System erfasst künftig alle Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen digital und zentral. Neben klassischen Daten wie Name und Passnummer werden auch biometrische Merkmale gespeichert, darunter Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild. Zudem werden Ort und Zeitpunkt der Ein- und Ausreise dokumentiert. Ziel ist es, die Identitätsprüfung zu verbessern, Missbrauch zu erschweren und genau nachvollziehen zu können, wie lange sich jemand im Schengen-Raum aufhält.

Für Flughäfen bedeutet das jedoch zusätzliche Schritte: Reisende müssen Daten erfassen lassen, Systeme müssen zuverlässig funktionieren, Personal muss neue Prozesse beherrschen. Gerade in der Einführungsphase kann das zu Verzögerungen führen, vor allem dann, wenn viele Reisende gleichzeitig abgefertigt werden müssen.

Branchenverband befürchtet bis zu vier Stunden Wartezeiten

Auch der Branchenverband A4E zeigte sich kürzlich besorgt. Airlines berichteten bereits aus dem Testbetrieb von Wartezeiten von bis zu zwei Stunden, hieß es. Für den Sommer befürchte man noch deutlich längere Verzögerungen. A4E spricht dabei im Extremfall von vier Stunden oder mehr. Als Gründe nennt der Interessenverband neben Personalmangel auch technische Probleme und die bislang geringe Nutzung von Vorregistrierungsangeboten.

Die Flughäfen versuchen all dem bestmöglich zu begegnen. Am Airport Düsseldorf, der als erster deutscher Flughafen schon im Oktober 2025 startete, wurden etwa zusätzliche Kontrollspuren geschaffen und Wartebereiche vergrößert. Auch Informationskampagnen sollen helfen, Reisende besser vorzubereiten. Dennoch bleibt die Empfehlung eindeutig: Wer als Nicht-EU-Bürger reist, sollte künftig deutlich mehr Zeit einplanen.

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