Airbus A320 von Easyjet: Probleme mit EES in Mailand.

Lange Schlangen in MailandEasyjet muss über 100 Passagiere stehen lassen - wegen EES

Lange Wartezeiten, verpasste Flüge und überforderte Passagiere: Mit dem neuen Ein- und Ausreisesystem EES bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen der Branche. In Mailand strandeten über 100 Fluggäste von Easyjet – ein Vorgeschmack auf mögliche Probleme im europäischen Luftverkehr.

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Der 10. April stand in den Agenden der europäischen Flughafenbetreiber dick rot eingekreist. Denn an jenem Tag wurde das europäische Ein- und Ausreisesystems EES vollständig eingeführt. Schon früh warnten sie, dass der Zeitplan überaus sportlich sei. Denn die Umsetzung erfordert nicht nur organisatorische Änderungen an den Flughäfen, sondern auch technische Installationen.

Die Branchenverbände ACI Europe, Airlines for Europe A4E und Iata prophezeiten erhebliche Verzögerungen für Passagiere durch die Einführung des EES. Bereits im Testbetrieb sei es zu Wartezeiten von bis zu zwei Stunden an den Grenzkontrollen gekommen. Als Ursachen nannten sie Personalmangel bei der Grenzabfertigung, technische Probleme sowie die geringe Nutzung der Vorregistrierungs-App.

Easyjet: Warteschlangen in Mailand-Linate «inakzeptabel»

In Mailand ist nun genau das vorausgesagte Horror-Szenario eingetreten. Easyjet musste vergangenen Sonntag (12. April) mehr als 100 Reisende am Flughafen Mailand-Linate zurücklassen, statt sie nach Manchester zu fliegen. Denn die Schlangen an den EES-Kiosken waren gigantisch. Drei Stunden soll es gedauert haben, bis man die Kontrolle passiert habe, so britische Medien. Der Stress bei den Passagierinnen und Passagieren des Easyjet-Fluges sei entsprechend hoch gewesen.

Easyjet wies darauf hin, dass man Reisende warne, frühzeitig am Flughafen zu sein und mehr Zeit einzuberechnen als üblich. Dennoch seien die Warteschlangen in Mailand-Linate «inakzeptabel» gewesen. Einige Reisende berichteten dem Rundfunkanbieter BBC, dass sie sich übergeben mussten und ohnmächtig wurden.

EES erfasst Reisende von außerhalb des Schengen-Raums

Das Einreise-/Ausreisesystem EES erfasst sämtliche Grenzübertritte von Reisenden aus Staaten die nicht dem Schengen-Raum angehören digital - also der 25 EU-Mitgliedstaaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Es speichert sie zentral. Neben Angaben wie Name und Passnummer werden auch biometrische Daten hinterlegt, etwa Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild. Damit sollen Identitätskontrollen zuverlässiger, Missbrauch eingedämmt und Aufenthaltsdauern präzise nachvollzogen werden.

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