Skizze des Flughafens auf der Isle of Grain: Pläne von Stararchitekt Norman Foster.

Chancen für neuen Londoner Airport

Großbritannien bleibt dabei: Keine dritte Piste für Heathrow. Die Alternative Isle of Grain wird immer wahrscheinlicher.

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Luftfahrt

«Wir müssen überlegen was unser Land in 30, 40 oder 50 Jahren braucht», sagt die britische Transportministerin Justine Greening laut der Zeitung The Guardian. Eine dritte Piste am Flughafen Heathrow sei auf jeden Fall nicht die Lösung. Eigentlich erteilte die Regierung in London den Forderungen nach einem Ausbau des Großflughafens an der Themsemetropole schon länger eine Absage. Aus Wirtschaft und Politik verstärkte sich aber zuletzt mehr und mehr der Druck, die Pläne doch noch einmal zu überdenken. Es sei unumgänglich für Großbritanniens Wirtschaft, wenn man nicht hinter den anderen großen Volkswirtschaften zurückbleiben wolle, hieß es etwa in einem offenen Brief, den Vertreter aus Großunternehmen der Luftfahrt- aber auch aus anderen Branchen an Premier David Cameron verfassten. «Mit einer derart fragilen wirtschaftlichen Erholung können wir uns es nicht leisten, dem Land Wachstumschancen und die auf neue Arbeitsplätze vorzuenthalten.» Heathrow stößt an seine Kapazitätsgrenzen. Schon bald dürfte der Flughafen sie überschritten haben.

Zuletzt sah es doch noch so aus, als könne die Regierung die 180-Grad-Wende machen und ihre Entscheidung revidieren. Auch aus der eigenen Partei wurde der Druck auf Cameron stärker. Er solle die Luftfahrt-Planung seiner Transportministerin noch einmal überdenken und sich entscheiden, ob er «Mann oder Maus» sei. Greening reagierte darauf deutlich. Sollte das wirklich geschehen, so würde es für sie wirklich schwierig sein, noch im Kabinett zu verbleiben, erklärte sie in dieser Woche in einem Radio-Interview.

Neuer Flughafen immer wahrscheinlicher

Doch der Rücktritt wird wohl nicht nötig sein. Auch wenn Cameron selbst sich nicht äußerte - sein Stellvertreter erteilte sämtlichen Hoffnungen auf einen Ausbau in Heathrow ebenfalls eine deutliche Absage. «Wir bleiben bei unserem Vorhaben», so Nick Clegg laut der Zeitung The Telegraph. Und das heiße noch lange nicht, dass man, was den Ausbau der Kapazitäten in der britischen Luftfahrt angeht, den Kopf in den Sand stecke. Man werde Wege finden, den Anschluss an große Volkswirtschaften auch in Asien oder Lateinamerika nicht zu verlieren.

Schon lange spekuliert man in der Branche darauf, dass das durch einen ganz neuen Flughafen mit vier Pisten geschehen könnte. Er soll auf der Isle of Grain bei der Themsemündung entstehen. Doch viele befürchten vom Projekt eine Kannibalisierung des bisher von den Passagierzahlen her größten Flughafens Europas. Doch die Aussage von Ministerin Greening lässt den Schluss zu, dass der neue Flughafen kommen wird. Man müsse eben langfristig denken. Eine dritte Piste in Heathrow hätte nicht einmal die Möglichkeit, die großen Flieger von heute aufzunehmen. «Und dann müssten wir uns überlegen: Wo kommt die vierte Landebahn hin?» Schon lange wartet man darauf, dass das Transportministerium einen Bericht veröffentlicht, der die genauen Pläne darstellt, wie die Regierung die Kapazität in der Luftfahrt erhöhen will. Im September soll es nun so weit sein, erklärte sie vor den Medien - sobald das Parlament aus der Sommerpause zurück sei. Dann spätestens werde klar sein, dass die Erweiterung von Heathrow nicht die geeignete Lösung sei.

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