Flugtickets: Überkapazitäten setzen in den nächsten Jahren die Preise unter Druck.

Sinken nun die Ticketpreise?

Um ihre Flotten zu erneuern, kaufen die Fluglinien neue Jets wie wild. Das könnte zum Bumerang werden, die Passagiere aber doppelt freuen.

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Die Aussichten sind eigentlich mehr als gut. Bis 2017 werden die weltweiten Passagierzahlen Jahr für Jahr um 5,4 Prozent zunehmen. Das prognostiziert der Internationale Luftfahrtverband Iata. Damit setzt sich der Boom der letzten Jahre fort. Der verhalf den gut geführten Fluggesellschaften zu Rückenwind. Weil mehr Menschen fliegen, sie ihr Angebot reduzierten und einige Konkurrenten aufgeben mussten, stieg die Auslastung der Iata-Mitglieder letztes Jahr auf durchschnittlich 79,5 Prozent. Das heißt, von 100 angebotenen Sitzen waren 79,5 verkauft.

Doch trotz rosiger Zukunft gibt es beträchtliche Risiken. Denn die Fluggesellschaften befinden sich seit einiger Zeit auf einer ausgedehnten Shoppingtour. Sie kaufen Flugzeuge ohne Ende Klassische Airlines haben 5168 Order bei Airbus, Boeing und Co. ausstehen, Billigairlines 3582. Das macht zwar an sich durchaus Sinn. «Die meisten wollen so ihre Kosten senken», sagt James Stamp, Luftfahrtanalyst von KMPG in einer neuen Studie (siehe Link unten). Denn mit den neuen Jets werden vor allem alte, weniger sparsame ersetzt. Und das hilft in diesen Zeiten hoher Kerosinpreise.

Angebot könnte Nachfrage übertreffen

Doch die Kaufwut hat einen Haken. «Das Potenzial für Überkapazitäten ist enorm», so Experte Stamp. Das Wachstum der angebotenen Sitzkilometer könne sehr gut die Nachfrage übertreffen. Dann wären die Airlines versucht, die vielen Sitze auf Teufel komm raus zu füllen - unter anderem mit Aktionsangeboten. «Das erhöht den Abwärtsdruck auf die Ticketpreise», so der KPMG-Mann. Die Reisenden freut das gleich doppelt: Sie fliegen billiger in moderneren Fliegern.

Genau das versuchen die Airlines seit längerem zu verhindern. Stamp erwartet deshalb in Zukunft mehr Übernahmen und Allianzen, die auch mit Beteiligungen unterlegt werden. Denn gemeinsam können die Partner ihre Kapazitäten besser managen und so der Order-Falle entgehen.

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