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Wieder Verletzte bei Turbulenzen

Zuerst geriet ein Airbus A380 in Hongkong in heftige Turbulenzen, nun ein A330 von TAM über dem Atlantik. Dutzende Menschen verletzten sich. Das müsste nicht sein.

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Der Tropensturm Kong-Rey sorgte letzte Woche weltweit für Schlagzeilen. Bei der Landung in Hongkong schüttelte er einen Airbus A380 von Thai Airways derart durch, dass mindestens 43 Menschen verletzt wurden. Nun erwischte es einen Airbus A330-200 der brasilianischen Fluggesellschaft TAM. Die Maschine war am Sonntagabend (1. September) um 23:10 Uhr in Madrid gestartet und hatte São Paulo als Ziel.

Lange Zeit verlief Flug JJ8065 ruhig. Doch über dem Atlantik, kurz nach dem Überqueren des Äquators, geriet die Maschine unverhofft in heftige Turbulenzen. «Alles ging sehr schnell», erzählte ein Passagier der Zeitung Folha de São Paulo. Das Flugzeug habe plötzlich zu zittern begonnen, sich dann nach unten, wieder nach oben und dann wieder nach unten geneigt. «Die Leute fingen an zu schreien», so der junge Mann. Alles in allem habe der Horrormoment vielleicht 15 Sekunden gedauert.

Menschen an die Decke geschleudert

Diese 15 Sekunden hatten es aber in sich. Gemäß Zeugen wurden diverse Passagiere an die Decke geschleudert. Einige seien durch die Kunststoffverkleidung gestoßen und hätten sich dabei geschnitten. Ein anderer Passagier berichtet der Zeitung Diario do Nordeste, er habe Todesangst gehabt. Er selbst trug eine Quetschung bei den Rippen davon. Besonders schwer traf es die Leute, die zum Zeitpunkt der Turbulenzen gerade standen. Nach den bangen Augenblicken war es dann offenbar wieder ganz ruhig.

Insgesamt verletzten sich während der Turbulenzen 15 Menschen, drei davon Flugbegleiter. Die Piloten entschlossen sich deshalb, in der nordbrasilianischen Küstenstadt Fortaleza zu landen. Dort wurden die Verletzten in Krankenhäuser gebracht. Zwei Opfer befinden sich noch immer zur Beobachtung im Spital.

Vom Radar nicht auszumachen

Schuld am neusten Fall dürften so genannte Clear Air Turbulences gewesen sein. Sie geschehen in Höhen zwischen 7000 und 10'000 Metern bei wolkenfreier Luft und entstehen aus dem Zusammentreffen verschieden schneller Luftmassen. Von Radars und von Piloten können sie nicht entdeckt werden. Deshalb treten sie völlig unverhofft auf.

Die beiden Vorfälle zeigen eines deutlich. Die Flugbegleiter raten am Anfang des Fluges nicht umsonst davor, stets angeschnallt zu bleiben. Gemäß einer Studie der Civil Aviation Safety Authority of Australia meldeten zwischen 1981 und 1997 große Fluggesellschaften 342 Zwischenfälle mit heftigen Turbulenzen. Drei Personen starben dabei, zwei davon waren nicht angeschnallt. 80 Menschen wurden schwer verletzt, 73 davon trugen keinen Sicherheitsgurt.

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