Unglück in TeheranAcht Flüge starteten direkt vor Abschuss der Boeing 737

Die Revolutionsgarden des Irans wollten den zivilen Luftverkehr einstellen. Das passierte nicht. So kam es zur fatalen Verwechslung der Boeing 737 von Ukraine International mit einem Marschflugkörper.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die Piloten von Unglücksflug PS752 waren bis zum Schluss mit dem Kontrollturm des Imam Khomeini International Airports in Kontakt. Dies gab Yevgenii Dykhne, Chef von Ukraine International Airlines, am Samstag (11. Januar) bei einer Pressekonferenz in Kiew bekannt. Die Losten hätten mit der Cockpitbesatzung über die Route gesprochen und der Boeing 737-800 die Erlaubnis erteilt, höher zu steigen und abzudrehen, so der Manager, der beim Auftritt mit den Tränen kämpfte.

Die Verantwortlichen der Fluggesellschaft erklärten zudem, es habe vor dem Hinflug in Kiew Richtung Iran keine Warnungen von offiziellen Stellen gegeben. «Zum Zeitpunkt des Abfluges vom Flughafen Teheran hatten wir ebenfalls keine Informationen und es gab keine Entscheidung der zuständigen Behörden», so Dykhne. Das stellte sich als fatal heraus. Kurz nach dem Start wurde die Boeing 737-800 versehentlich von einer Rakete der iranischen Armee getroffen und stürzte ab.

Auch Jets von Lufthansa und Austrian starteten

Warum die Flüge an jenem Mittwochmorgen (8. Januar) vom Iran nicht eingestellt oder von den Behörden in den Herkunftsländern der Airlines untersagt wurden, ist bisher nicht bekannt. Klar ist nur, dass nach der Einleitung der Angriffe der Iraner auf Ziele der USA im Irak in der frühen Nacht acht Flüge am Khomeini International Airport abhoben, bevor die ukrainische Maschine losflog. So starteten Flug LH601 von Lufthansa nach Frankfurt und Flug OS871 von Austrian Airlines nach Wien sowie Flieger von Aeroflot, Atlasglobal, Turkish Airlines und Qatar Airways.

Und auch nachdem die Boeing 737-800 abgestürzt war, wurde der Betrieb nicht eingestellt. Die zwei nachfolgenden Flüge wurden zwar annulliert, aber schon eineinhalb Stunden später hoben wieder Flieger am größten Flughafen von Teheran ab. Offenbar verlangte die Luftwaffe der Iranischen Revolutionsgarde zuvor, dass der zivile Luftverkehr eingestellt wird, bis die Spannungen mit den USA abflauen. Dies erklärte Brigadegeneral Amir-Ali Hajizadeh am Samstag bei einer Pressekonferenz. Doch die Armee habe sich entschlossen, seinem Rat nicht zu folgen.

Zehn Sekunden Zeit für Entscheidung

Wie Hajizadeh weiter erklärte, seien die Truppen an jenem Morgen in höchster Alarmbereitschaft gewesen. Man habe mit Gegenschlägen der USA gerechnet. Die Boeing 737 sei fälschlicherweise für einen amerikanischen Marschflugkörper gehalten worden. Die Rakete sei deshalb abgeschossen worden. Ein Kommunikationsproblem sei hinzugekommen, der Mann am Auslöser habe deshalb sehr schnell alleine entscheide müssen. Er habe nur zehn Sekunden Zeit gehabt.

Die Boeing 737 von Ukraine International stürzte am Mittwochmorgen um zirka 6:18 Uhr und damit rund sechs Minuten nach dem Start rund 15 Kilometer nördlich des Imam Khomeini International Airports von Teheran ab. Alle neun Besatzungsmitglieder und 167 Passagiere starben beim Unglück.

Mehr zum Thema

Iran gibt Abschuss der Boeing 737 zu

Iran gibt Abschuss der Boeing 737 zu

Was über Unglücksflug PS752 bekannt ist

Was über Unglücksflug PS752 bekannt ist

Ukraine International trainierte Piloten in Teheran

Ukraine International trainierte Piloten in Teheran

Der Airbus A340-300 noch bei Iran Aseman Airlines: Es ist der zweite Airbus a340. der je gebaut wurde.

Zweiter je gebauter Airbus A340 ist Irans neuer Regierungsflieger

Video

Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a330 200 iran air
Ausnahmen sind offenbar nicht geplant: Der US-Finanzminister kündigt an, ab Mittwoch alle Unternehmen zu sanktionieren, die mit jedweder iranischen Fluggesellschaft zusammenarbeiten. So wollen die Vereinigten Staaten die Airlines international lahmlegen.
Timo Nowack
Timo Nowack
midway atoll usfws
Die USA müssten mindestens 100 Millionen Dollar investieren, um den Flughafen des Midway Atolls betriebsbereit zu halten. Etliche Airlines und der Flugzeugbauer Boeing werben für die Investition - obwohl es so gut wie keine Starts und Landungen an dem Airport gibt.
Timo Nowack
Timo Nowack