Flieger von Wizz Air: In der Kabine der Jets ...

Wizz und Co. kaufen bei RecaroMegaauftrag für Sitzbauer aus Schwäbisch Hall

Mitten in der Corona-Krise holt der deutsche Sitzhersteller die größte Order seiner Firmengeschichte. Wizz Air und weitere Billigflieger bestellen ganz groß bei Recaro.

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Im Interview mit aeroTELEGRAPH kündigte Recaro-Chef Mark Hiller im Juli an, der Sitzhersteller habe trotz der Corona-Krise «einige größere Aufträge» gewonnen. Details konnte er damals noch nicht verraten. Jetzt ist klar: Es ist sogar eine riesige Bestellung dabei.

Recaro hat mit Wizz Air einen Vertrag über 31.767 Passagiersitze abgeschlossen. Die Sitze des Economy-Class-Modells SL3710 werden ab 2021 in 146 neue Airbus-Flugzeuge des ungarischen Billigfliegers eingebaut. Es handelt sich dabei um den neuesten und mit etwa acht Kilogramm auch um den leichtesten Sitz des deutschen Herstellers.

Insgesamt 96.000 Sitze

Doch das ist nicht alles. Das Geschäft mit der ungarischen Airline ist Teil eines noch größeren Auftrages. Insgesamt wird Recaro 96.000 SL3710-Sitze an alle Airline-Beteiligungen von Wizz-Air-Investor Indigo Partners liefern. Das Unternehmen mit Sitz in den USA hält auch Anteile an Frontier Airlines (USA), Volaris (Mexiko) und Jetsmart (Chile).

Laut Recaro ist es die größte Sitzbestellung in der Geschichte des Unternehmens aus Schwäbisch Hall. Chef Hiller sprach von einem Meilenstein für die Firma und vom «womöglich schnellsten Hochlauf eines Auftrags, den wir je erlebt haben».

Wizz Air im Angriffsmodus

Wizz Air nutzt derzeit die Corona-Krise, die viele Airlines unter Druck gebracht hat, zur Expansion. Die Ungarn eröffnen immer mehr Basen in Westeuropa und attackieren weiter östlich Air Baltic. Zudem startet am 1. Oktober der Ableger Wizz Air Abu Dhabi.

«Wir haben viele Möglichkeiten derzeit», sagte Airline-Chef József Varadi im Juni im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. «Covid-19 hat nicht nur die Fluggesellschaften unter Druck gebracht, sondern auch die Flughäfen. Viele Airports flehen uns an um unsere Kapazität.»

Viele offene Orders bei Airbus

Beim Wizz-Air-Auftrag handelt es sich ausschließlich um die Erstausrüstung von Flugzeugen, Linefit genannt, wie eine Recaro-Sprecherin bestätigt. Das heißt, es werden nur neue Flugzeuge mit den Sitzen bestückt, während Flieger, die jetzt schon zur Flotte gehören, ihre aktuellen Sitze behalten.

Ende Juli hatte Wizz Air bei Airbus offene Bestellungen für 37 A320 Neo und 226 A321 Neo. Aktuell gehören zur Flotte des Billigfliegers etwa 117 Flugzeuge.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie den von den Billigairlines gekauften Sitz von Recaro.

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