Inkompetente Manager, absurde Regeln: Der Security Check am Flughafen ist wohl der unerfreulichste Teil einer Reise.

Kartoffelbrei ist Gefahrengut

Jason Edward Harrington schmiss seinen Job als Sicherheitsagent an einem amerikanischen Flughafen hin - und plaudert nun aus dem Nähkästchen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Ist Kartoffelbrei eine Flüssigkeit oder nicht? Es ist eine Frage, die normale Menschen in der Regel nicht beschäftigt. 2008 führte aber genau diese Frage zu einer heftigen Diskussion zwischen drei Security-Mitarbeitern und einem Passagier am Flughafen Chicago. Am Ende gewannen die Sicherheitsleute: Die Kartoffeln nahmen die Form ihres Behälters an und waren somit eine Flüssigkeit - genauer gesagt ein Gel. Und weil es mehr als 100 Milliliter waren, musste das potenzielle Gefahrengut zerstört werden.

Das klingt absurd - und ist nur eine der vielen Geschichten, die Jason Edward Harrington aus seiner Zeit als Mitarbeiter der US-Transportsicherheitsbehörde TSA, zuständig für die Security Checks an Flughäfen, berichten kann. Ein anderes Beispiel gefällig? Eine Frau wollte ihren Goldfisch mit an Bord nehmen - das durfte sie, allerdings nur den Fisch, ohne Wasser. Und auch von Babyschnullern scheint eine erhöhte Terrorgefahr auszugehen - zumindest bestand ein Kollege von Harrington darauf, dass der Schnuller geröntgt wird.

Inkompetente Manager, absurde Regeln

Harrington hatte Anfang des Jahres für Aufregung gesorgt, als er im Magazin Politico einen Artikel über seine Zeit bei der TSA veröffentlichte, mit dem schönen Titel «Liebes Amerika, ich habe dich nackt gesehen». Die Reaktionen waren gewaltig: Interviewanfragen von allen großen TV-Sendern, Tausende begeisterter E-Mails von Reisenden - aber auch einige kritische Töne von ehemaligen Kollegen. Es wäre ja schön, dass er endlich die Wahrheit über die ganzen absurden Regeln veröffentlicht habe, aber der Zorn der Reisenden treffe nun mal die Falschen - die Servicemitarbeiter und nicht die inkompetenten Manager, die sich diese Regeln ausgedacht haben.

In seinem neuen Beitrag für Politico hat sich Harrington diese Kritik zu Herzen genommen und legt nach: Am Flughafen gelte seit dem 11. September 2001 eine «permanente Notfallsituation». Die Transportbehörde und ihre Manager machten mit absurden Regeln den Sicherheitscheck unnötig kompliziert und verschwendeten Milliarden Dollar. Als Beispiel nennt Harrington das Spot-Programm, bei dem «Spezialisten für Verhaltensanalyse» versuchen, über die Körpersprache der Passagiere mögliche Terroristen auszusieben. Der Nutzen dieser Pseudowissenschaft konnte bislang in mehreren Tests nicht bewiesen werden.

Fernsehserie oder Buch

Seine Erlebnisse würden ein tolles Buch oder Fernsehserie abgeben, ist Harrington überzeugt. Er hat mittlerweile einen Agenten. Bald muss er das erste Mal wieder eine größere Strecke reisen, seit seine Enthüllungen veröffentlich wurden. Er ist unsicher, ob er tatsächlich fliegen sollte. Die Alternative wäre der Zug. Die Reise würde dann zwar 16 Stunden länger gehen, aber zumindest müsste er nicht durch die TSA-Kontrollen.

Mehr zum Thema

ticker-usa

David Cummins übernimmt Leitung der TSA

ticker-usa

Luftfrachtbranche warnt vor Privatisierung der TSA

TSA-Kontrollen (Archivbild): Aktuell wird für die Arbeit kein Gehalt ausgezahlt.

Warteschlagen an Flughäfen in den USA werden länger und länger - und bald starten die Frühlingsferien

ticker-usa

USA testen E-Gates zur Ausweisprüfung vor Sicherheitskontrolle

Video

dubai vertiport 22
Wie funktioniert ein Verkehrsmittel, das es bislang noch gar nicht im kommerziellen Betrieb gibt? In Dubai laufen die letzten Vorbereitungen für den Start von Flugtaxis. Skyports-Manager Gareth Wilson verrät, warum Passagiere gewogen werden, wie schnell der Check-in ablaufen soll und weshalb das Netz mit nur einem einzigen Evtol startet.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack