Platz 8: Austrian Airlines, 89,3 Prozent.

Gerichtsurteil gegen Lufthansa-TochterHerber Rückschlag für Austrian

Im Streit um die Gehälter für Crews gilt weiter der alte Tarifvertrag. Das entschied das oberste EU-Gericht. Das könnte für die Lufthansa-Tochter teuer werden.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Der alte Tarifvertrag der Austrian Airlinesgilt weiterhin. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH)am Donnerstag (11. September). Damit folgt er der Meinung des Generalanwaltes, der argumentierte, dass der vor zwei Jahren gekündigte Vertrag so lange gültig bleibt, bis ein neuer ausgehandelt wird.

Mit dieser Grundsatzentscheidung geht das Verfahren nun zurück zum Obersten Gerichtshof in Österreich. Experten gehen davon aus, dass er sich dem Urteil des EuGH anschließen wird. Zudem muss auch geklärt werden, ob die Auslagerung des Flugbetriebs an Tyrolean an sich rechtens war.

Nachzahlungen und höhere Kosten

Nach Einschätzung von Rechtsexperten gilt es als gesichert, dass die Belegschaft auch abschließend durch die österreichische Justiz recht bekommen wird. Konkret würde das bedeuten, dass der Übertrag des Flugbetriebes von AUA auf die Tochter Tyrolean nichtig und die alten Kollektivverträge weiterhin gültig wären.

Das könnte für die Lufthansa-Tochter teuer werden. Ihr drohen Nachzahlungen und Rückstellungen für Leistungspensionen, Abfertigungen und Jubiläumsgelder von mehr als 100 Millionen Euro. Und künftig dürften die Personalkosten für die etwa 1000 Piloten und 2000 Flugbegleiter deutlich höher liegen.

Plan B ist bei AUA nicht absehbar

«Mit Plan A ist Austrian jetzt nicht durchgekommen. Das ist definitiv ein Rückschlag», urteilt Jürgen Pieper, Luftfahrtanalyst bei der Bank Metzler gegenüber aeroTELEGRAPH. Was Plan B ist, sei noch nicht absehbar. Allerdings geht er nicht davon aus, dass Lufthansa AUA zur Billigmarke degradiert oder sogar grundsätzlich in Frage stellt: «Dafür ist die Marke Austrian Airlines einfach zu bekannt und wertvoll.» Pieper rechnet damit, dass sich die Airline verstärkt bemühen wird, den Streit mit den Gewerkschaften außergerichtlich beizulegen.

Zuvor hatten Insider gemutmaßt, dass Lufthansa-Boss Carsten Spohr die AUA zum Billigflieger machen könnte. Um gegen die Konkurrenz am Golf zu bestehen, will die Lufthansa auf Basis der Tochterfirma Eurowings einen noch billigeren Ableger bilden - auch auf der Langstrecke. In dem sogenannten Wings-Konzept wird ausdrücklich Boeing 767 erwähnt – die einzige Konzern-Airline mit diesem Flugzeugtyp ist die AUA.

Jahrelange Auseinandersetzung

Die Lufthansa hatte AUA 2009 übernommen und einen Sparkurs verordnet. Da sich das Management mit Piloten und Flugbegleitern nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnte, kündigte AUA kurzerhand den bestehenden Vertrag und lagerte den gesamten Flugbetrieb an die Regionalflugtochter Tyrolean aus. Die Belegschaft wollte die neuen geringeren Gehälter nicht hinnehmen - sie kündigte ihrerseits den Tyrolean-Tarifvertrag und klagte.

Erfahren Sie in der oben stehenden Bildergalerie mehr zur Situation und Geschichte von Austrian Airlines.

Mehr zum Thema

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

ticker-atc

Europas Luftverkehr erreicht erneut Rekordniveau: 37.640 Flüge an einem Tag

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack