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Kritik von US-Airlines

Etihads innovativer Konter

Erstmals äußert sich Etihad Airways zu den Vorwürfen der US-Airlines an die Golfanbieter. Vorstand James Hogan schlägt in eine andere Kerbe als Qatar und Emirates – indem er sein Erfolgsrezept erklärt.

Etihad

Nicole Kidman in der A380-Suite The Residence: Das neue Werbegesicht von Etihad. Für den Erfolg der AIrline sind jedoch andere verantwortlich.

Für James Hogan ist die Sache klar. Es gibt einen ganz zentralen Vorteil, der Etihad zu dem machte, was die Golfairline heute ist, so der Vorstandsvorsitzende. Es ist das weiße Blatt Papier. Auf dem entwarfen die Luftfahrtmanager aus Abu Dhabi 2003 eine ganz neue Fluggesellschaft. «Keine alten Systeme, keine alten Flieger, keine alten Mentalitäten», fasst es Hogan zusammen. Man habe wirklich eine Airline von Grund auf bauen müssen und können, erklärte er am Dienstag (17. März) bei einem Vortrag in Washington. Geholfen habe dabei sicher die strategisch günstige Lage zwischen Afrika, Europa und Asien.

Hinzu kam ein weiterer Vorteil, welche viele vielleicht als Nachteil ansehen. Etihad war viel kleiner als die großen Konkurrenten. «Etihad ist ein David, ein David der seit 2003 auf Goliaths trifft», so Hogan vor der US Chamber of Commerce Foundation weiter. Wir mussten uns der Konkurrenz bestehender Anbieter stellen, die gut eingeführte Marken und Geschäfte haben, eine funktionierende Infrastruktur, bestehende Marketing- und Verkaufskanäle, große Kundenbasen. «Um gegen sie antreten zu können, mussten wir besser sein.»

Die schärfsten Konkurrenten sind Emirates und Qatar

Hogan weist nicht von sich, dass die Regierung des Emirates Abu Dhabi Etihad Geld zur Verfügung stellt. «Sie haben uns Grundkapital gegeben und sie haben uns Aktionärsdarlehen gewährt», so der Firmenchef. Da sei man aber nicht anders als viele andere Fluggesellschaften auch, sei es in Europa oder in den USA. Die seien ebenfalls mit staatlichem Kapital entstanden, hätten oftmals spezielle Bedingungen wie Steuernachlässe oder Anschubfinanzierungen erhalten. Insofern sei Etihad da ganz normal. Der Aktionär Staat erwarte zudem eine Rendite auf seinem Investment. Dieses Ziel habe man früher erreicht als geplant.

Und noch etwas stellte Hogan klar. Er könne nicht für die Golfairlines allgemein sprechen. «Wir sind unabhängie Unternehmen». Alle hätten sie unterschiedliche Geschäftsmodelle. «Wir arbeiten nicht zusammen. Wir lobbyieren nicht zusammen. Mein schärfster Konkurrent ist Emirates. Danach folgt Qatar», so Hogan.

Kritik am Bericht der US-Airlines

Die amerikanischen Fluggesellschaften gaben kürzlich in Washington einen 55-seitigen Bericht ein, der belegen soll, wie die Golfairlines dank milliardenschwerer Subventionen den Markt verzerren – zum Nachteil von American, Delta, United und Co. Sie hoffen darauf, dass die Politik den arabischen Konkurrenten Grenzen setzt. Den Bericht tat Hogan als «Zusammenstellung von Zitaten aus Interviews mit mir» ab. Neues gebe es darin nicht zu lesen. Daher hoffe er stark, dass die Politik nun nicht protektionistisch werde. Das schade schließlich allen.



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