A380 von Emirates: Er soll steilere Landungen fliegen als andere Flieger.

Heathrow: Wachstum dank A380

Der Londoner Flughafen platzt aus allen Nähten. Nun hat Emirates einen Vorschlag, wie er die Kapazität erhöhen kann.

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Für Emirates-Präsident Tim Clark ist die Sache klar: «Wenn man zeigen kann, dass ein Fliegers so viel weniger Lärm macht, warum nutzt man ihn dann nicht für eine Kapazitätssteigerung aus?», fragte Clark in der Financial Times. Das Flugzeug, von dem er redet, ist der Superjumbo von Airbus. Er soll es dem chronisch überlasteten Londoner Flughafen Heathrow ermöglichen, die Kapazität zu erhöhen. Die Regierung solle sich angesichts der vergleichsweise geringen Lärmbelastung durch den modernen A380 überlegen, die Zahl der Nachtflüge am Airport zu erhöhen - unter anderem zu Gunsten der Fluglinie aus Dubai.

Heathrow stößt an seine Grenzen. An normalen Tagen beträgt die Auslastung 99 Prozent. Dennoch hat die Regierung Großbritanniens dem Bau einer dritten Landebahn eine Absage erteilt. Man würde sich nach anderen Optionen umschauen, um den Flughafen zu entlasten. Aus der Wirtschaft erntet sie dafür Kritik. Doch Emirates' Pläne könnten die Pattsituation aufbrechen. Sie brauchen keine neue Piste. Der A380 ist trotz seiner Größe ein relativ leiser Jet. Daten verschiedener Luftfahrtbehörden zeigen, dass er bei Start und Landung wesentlich weniger Lärm macht als etwa Boeing-Jumbo B747 und viele andere Langstreckenflieger. Außerdem kann er eine steilere Landung hinlegen als andere Jets und verringert so auch das Gebiet, in dem beim Anflug Lärm entsteht. Für Emirates-Chef Clark ist das Grund genug, die britische Regierung zu bitten, die Zahl der Nachtflüge zu überdenken.

Tägliche Anzahl der Flüge erhöhen

Noch in diesem Sommer wird London über die Lärmregelungen an dem Flughafen beraten. Eigentlich gelten die Restriktionen noch bis 2014. Doch laut Luftfahrtministerin Theresa Villiers werde man sie noch einmal überprüfen. In dieser Sommersaison, die von April bis Oktober geht, dürfen von Heathrow aus nur 15 Flüge in der Nacht starten. Als Nachtflüge gelten solche, die zwischen 23:30 und 1:00 Uhr abheben oder landen, sowie diejenigen zwischen 04:00 und 06:00 Uhr morgens. Zu diesem Zeiten will Emirates nun weitere Genehmigungen erhalten. So will die Airline die täglichen Flüge an das britische Drehkreuz von fünf auf sieben erhöhen. Die steilere Landetechnik hat Emirates bei Trainings in Flugsimulatoren entwickelt. Laut Clark soll das auch für Starts möglich sein, auch wenn es noch nötig sei, die Angelegenheit gemeinsam mit Aufsehern und Flugzeugbauern anzuschauen. Doch sicher sei die Technik in jedem Fall.

In Heathrow reagierte man vorsichtig positiv auf den Vorschlag der Fluggesellschaft. «Wir würden die Regierung ermutigen, sich die Pläne genauer anzusehen», so ein Sprecher des Flughafens gegenüber dem Daily Telegraph. Doch auch ihm wird bewusst gewesen sein, dass ein solcher Vorschlag den Zorn der Nachtflug-Gegner auf sich zieht «Nachts gibt es keine leisen Flugzeuge», so etwa John Stewart von der Initiative Hacan Clearskies. Emirates würde bloss versuchen, mit dem leiseren A380 an mehr Flüge zu kommen. Er könne sich nicht vorstellen, dass irgendein Minister so etwas autorisiere.

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