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Emirates fordert Airbus A380 Neo

Sparen, sparen, sparen – die großen Fluggesellschaften fordern die Hersteller auf, ihre Jets zu überarbeiten. Davor ist auch der A380 nicht gefeit.

Airbus

Airbus A380: Bald in einer Light-Version?

Schon jetzt ist Emirates der größte Kunde des Airbus A380. 47 Superjumbos fliegen bereits für die Fluggesellschaft aus Dubai. Insgesamt bestellte sie gar rund 140 A380. Und das soll nicht alles sein. Das rasante Wachstum will Emirates mit noch mehr Riesenfliegern auffangen. Laut dem Wall Street Journal stellt Emirates-Chef Tim Clark Airbus eine Bestellung über 65 weitere Superjumbos in Aussicht. «Und noch einige mehr dazu.»

Doch das knüpft Clark an eine Bedingung. Airbus soll den A380 überarbeiten. Das bedeutet zum einen, dass der Flugzeughersteller neue Triebwerke für den A380 braucht. Rolls Royce soll laut Clark die Triebwerke für den A380 Neo (New Engine Option) bauen. Bisher kommen die Triebwerke für die A380 entweder von Rolls Royce oder vom Konkurrenten General Electric.

Neun Prozent an Einsparungen

Neun Prozent an Treibstoffeinsparungen erhofft sich Clark von dem Upgrade. Und übt nebenbei noch leise Kritik. «Die bisherigen Triebwerke brachten uns nicht die gewünschte Effizienz.» Dennoch sei der A380 der populärste Flieger in der Flotte und sei sehr profitabel.

Bei den Triebwerken hört es mit den möglichen Änderungen bei einem A380 Neo nicht auf. Auch mit Materialanpassungen erhofft man sich Einsparungen beim Treibstoffverbrauch. Möglich sei auch eine Gewichtsreduktion durch leichtere Sitze und Bildschirme des Unterhaltungsprogramms. Und nicht zuletzt: Man könnte noch mehr Passagiere in den Flieger bekommen.

Elfer-Konfiguration

Das hat Airbus ohnehin schon geplant. Man plant den A380 auch in einer Elfer-Konfiguration anzubieten. Um die zusätzlichen Sessel in den Superjumbo zu kriegen, hebt der Hersteller den Boden an den breitesten Stellen um rund 5 Zentimeter an. Zusätzlich passt Airbus offenbar das Design der Armlehnen an. Dadurch wird 3-5-3 möglich, ohne die Sitzbreite zu verringern. Sie soll bei 18 Zoll oder 46 Zentimetern bleiben.

Emirates‘ Bitte könnte erhört werden. Denn der A380 könnte eine neue Großbestellung gut brauchen. Insgesamt 324 Orders konnte Airbus seit Beginn des Programms einsammeln. Doch in Zeiten des hohen Kostendrucks entscheiden sich immer weniger Fluglinien für den Riesenflieger – aus Angst, ihn nicht füllen zu können. Aus diesem Grund musste Airbus auch schon einige Stornierungen hinnehmen – etwa von der Lufthansa oder Air France. Auch die britische Virgin Atlantic denkt nun laut über eine Stornierung der Bestellung nach.

Auch andere Neo-Versionen gefordert

Der A380 ist nicht der einzige Flieger, von dem Airlines eine Neuversion fordern. Auch der Airbus A330 – Airbus‘ zweistrahliger Langstreckenklassiker – ist bei den Kunden weiterhin beliebt. Erst vor wenigen Wochen forderte unter Anderem Delta-Chef Richard Anderson. «Ich hoffe wirklich, sie bringen einen A330 Neo», sagte er der Aviation Week. Ein kleiner Langstreckenflieger sei dringend nötig, erklärt er weiter. «Ich hoffe echt, sie machen den Schritt uns statten den A330 mit neuen Triebwerken aus.»

Nicht nur Anderson zeigt sich als Fan der A330-Neo-Idee. «Airbus muss schnell machen, sonst übernimmt Boeing den Markt in diesem Segment», so Steve Mason von der Leasingfirma CIT. Die Kunden hätten Bedarf angemeldet. Auch Tony Fernandes, Chef der Air-Asia-Gruppe, wünschte sich schon im vergangenen Jahr den A330 Neo. Er erhofft sich von der Neuversion 5 Prozent weniger Treibstoffverbrauch.



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