Auf diesen Folien zeigt Boeing mögliche Zukunftspläne: Ein zweimotoriges Frachtflugzeug könnte als erstes unbemannt fliegen.

Pilotenlos und CoEin Blick in Boeings Kristallkugel

Fliegen ohne Pilot, Blended-Wing-Flugzeuge, Überschall-Reisen - Entwicklungschef Mike Sinnett gibt einen Einblick, auf welche Karten Boeing in Zukunft setzen könnte.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Wie sehen Boeings Zukunftspläne aus? Worüber denken die Entwickler des Flugzeugbauers nach, wenn sie weiter in die Zukunft schauen als nur bis zum Middle-of-the-Market-Flugzeug? Entwicklungschef Mike Sinnett gab vor Kurzem einen ersten Eindruck und kündigte an: Noch in diesem Jahr sollen Tests dazu beginnen, in wie weit künstliche Intelligenz Piloten ersetzen kann. Bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget legte er nun nach.

Es gehe um «einen Algorithmus, der jedes Mal, wenn eine Entscheidung getroffen wird, dazulernt und dann irgendwann ein Flugzeug fliegen kann», sagte Sinnett in Paris und sprach von einer neuen Art zu denken für die Luftfahrtindustrie. Er erklärte auch die Notwendigkeit: «Es sind nicht genug Piloten in der Pipeline, um in Zukunft alle unsere Flugzeuge zu bemannen», so der Entwicklungschef. In den nächsten 20 Jahren würden weltweit rund 617'000 Piloten benötigt. Daher habe man sich nun entschieden, die Diskussion über ein pilotenloses Cockpit offen zu führen.

«Vielleicht sind null Piloten nicht erreichbar»

Der Schlüssel bei diesem Thema sei, mindestens das gleiche Sicherheitslevel gewährleisten zu können wie heutzutage, sagte Sinnett und sprach von einer sehr schwierigen Aufgabe. Einen Erfolg hält er keinesfalls für garantiert: Es könnte sein, dass es nicht möglich sei, ein Flugzeug zu bauen, das nur von künstlicher Intelligenz gesteuert werde und zugleich alle notwendigen Sicherheitsanforderungen erfülle. «Vielleicht sind null Piloten nicht erreichbar», so der Entwicklungschef. «Aber dann möchte ich das herausfinden.»

Eine andere Möglichkeit sieht Sinnett darin, dass der Computer die Piloten nicht ganz ersetzt, aber noch weiter entlastet als die heutigen Autopilot-Funktionen. «Vielleicht kann man dann eine Strecke wie Seattle-Dubai mit weniger als fünf Piloten fliegen», sagte der Boeing-Manager. Als eines der ersten Testfelder hat Boeing autonomes Taxing ins Visier genommen. Das sei nicht zu unterschätzen, so Sinnet: «Da sehr viel um das Flugzeug drumherum ist, sind viele Sensoren nötig.» In Zukunft könnten dann etwa kleine Frachtflugzeuge in abgelegenen Regionen als erste ohne Piloten unterwegs sein.

Boeing X-48 nicht vergessen

Sinnett erwartet, dass die Menschen sich in den kommenden zehn Jahren an autonome Steuerungssysteme gewöhnen werden. Und auch der Entwicklungschef persönlich wird dafür noch etwas Zeit brauchen, wie er im Interview mit aeroTELEGRAPH nach seiner Rede in Le Bourget eingestand: «Generell bin ich noch nicht soweit», sagte Sinnett. «Denn ich habe noch nicht die Möglichkeiten gesehen, das auf dem gleichen Sicherheitslevel zu machen, das wir heute haben.»

Der Blick in Boeings Zukunft beschränkte sich aber nicht nur auf künstliche Intelligenz. So zeigte Sinnett etwa auch ein Bild des Experimentalflugzeugs Boeing X-48, das Boeing schon seit Jahren gemeinsam mit der US-Weltraumbehörde Nasa entwickelt. Die X-48 ist ein sogenanntes Blended-Wing-Flugzeug, also eines mit einer übergangslosen Verbindung zwischen einem abgeflachtem Rumpf und den Flügeln. Der Entwicklungschef bestätigte, dass Boeing die Blended-Wing-Flieger nicht aus den Augen verloren hat. Er nannte längere Routen und rund 300 Passagiere als Ziel, wobei die Reisenden innen und Fracht außen transportiert würden.

Überschall- und Hyperschall

Ebenfalls machte Sinnett deutlich, dass sich nicht nur das Start-up Boom mit Überschallflugzeugen beschäftigt, sondern auch Boeing. Demnach arbeitet der Flugzeughersteller an Überschall- und Hyperschalltechnologie. Die sogenannte Low Boom Technology, also leisere Überschallflüge, nannte der Manager «immer noch sehr herausfordernd». Konkrete Erfolge erwartet er in weniger als 20 Jahren, aber nicht zwingend von Boeing. «Auch die Nasa arbeitet an Low Boom Technology», so Sinnet.

Tatsächlich beschäftigt sich Boeing schon seit den 1950ern mit Überschalltechnologie. 1971 wurde die Entwicklung eines Überschall-Verkehrsflugzeuges, Boeing 2707, abgebrochen.

Sehr lange Tragflächen

Sinnett zeigte ebenfalls das Bild eines Hybrid-Flugzeuges mit sehr langen Tragflächen, die oben am Rumpf angebracht sind und unten durch Verstrebungen stabilisiert. Dieser Flieger soll deutlich weniger Treibstoff verbrauchen.

Die Visualisierungen all dieser Zukunftsflieger sehen Sie in unserer Bildergalerie oben.

Mehr zum Thema

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.

Warum wenige Jahre alte Airbus und Boeing-Flugzeuge schon verschrottet werden

ticker-boeing-1

Sturm lässt Teil einer Wand des Boeing-Werks in Wichita einstürzen

ticker-boeing-1

Streikrisiko sinkt: Boeing erzielt vorläufige Einigung mit 17.000 Ingenieurs- und Technik-Fachkräften

Video

Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.
Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies