Auf diesen Folien zeigt Boeing mögliche Zukunftspläne: Ein zweimotoriges Frachtflugzeug könnte als erstes unbemannt fliegen.

Pilotenlos und CoEin Blick in Boeings Kristallkugel

Fliegen ohne Pilot, Blended-Wing-Flugzeuge, Überschall-Reisen - Entwicklungschef Mike Sinnett gibt einen Einblick, auf welche Karten Boeing in Zukunft setzen könnte.

Top-Jobs

DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d) am Flughafen Mallorca

Mallorca
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Spanien
Top jobs
Hahnair

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Wie sehen Boeings Zukunftspläne aus? Worüber denken die Entwickler des Flugzeugbauers nach, wenn sie weiter in die Zukunft schauen als nur bis zum Middle-of-the-Market-Flugzeug? Entwicklungschef Mike Sinnett gab vor Kurzem einen ersten Eindruck und kündigte an: Noch in diesem Jahr sollen Tests dazu beginnen, in wie weit künstliche Intelligenz Piloten ersetzen kann. Bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget legte er nun nach.

Es gehe um «einen Algorithmus, der jedes Mal, wenn eine Entscheidung getroffen wird, dazulernt und dann irgendwann ein Flugzeug fliegen kann», sagte Sinnett in Paris und sprach von einer neuen Art zu denken für die Luftfahrtindustrie. Er erklärte auch die Notwendigkeit: «Es sind nicht genug Piloten in der Pipeline, um in Zukunft alle unsere Flugzeuge zu bemannen», so der Entwicklungschef. In den nächsten 20 Jahren würden weltweit rund 617'000 Piloten benötigt. Daher habe man sich nun entschieden, die Diskussion über ein pilotenloses Cockpit offen zu führen.

«Vielleicht sind null Piloten nicht erreichbar»

Der Schlüssel bei diesem Thema sei, mindestens das gleiche Sicherheitslevel gewährleisten zu können wie heutzutage, sagte Sinnett und sprach von einer sehr schwierigen Aufgabe. Einen Erfolg hält er keinesfalls für garantiert: Es könnte sein, dass es nicht möglich sei, ein Flugzeug zu bauen, das nur von künstlicher Intelligenz gesteuert werde und zugleich alle notwendigen Sicherheitsanforderungen erfülle. «Vielleicht sind null Piloten nicht erreichbar», so der Entwicklungschef. «Aber dann möchte ich das herausfinden.»

Eine andere Möglichkeit sieht Sinnett darin, dass der Computer die Piloten nicht ganz ersetzt, aber noch weiter entlastet als die heutigen Autopilot-Funktionen. «Vielleicht kann man dann eine Strecke wie Seattle-Dubai mit weniger als fünf Piloten fliegen», sagte der Boeing-Manager. Als eines der ersten Testfelder hat Boeing autonomes Taxing ins Visier genommen. Das sei nicht zu unterschätzen, so Sinnet: «Da sehr viel um das Flugzeug drumherum ist, sind viele Sensoren nötig.» In Zukunft könnten dann etwa kleine Frachtflugzeuge in abgelegenen Regionen als erste ohne Piloten unterwegs sein.

Boeing X-48 nicht vergessen

Sinnett erwartet, dass die Menschen sich in den kommenden zehn Jahren an autonome Steuerungssysteme gewöhnen werden. Und auch der Entwicklungschef persönlich wird dafür noch etwas Zeit brauchen, wie er im Interview mit aeroTELEGRAPH nach seiner Rede in Le Bourget eingestand: «Generell bin ich noch nicht soweit», sagte Sinnett. «Denn ich habe noch nicht die Möglichkeiten gesehen, das auf dem gleichen Sicherheitslevel zu machen, das wir heute haben.»

Der Blick in Boeings Zukunft beschränkte sich aber nicht nur auf künstliche Intelligenz. So zeigte Sinnett etwa auch ein Bild des Experimentalflugzeugs Boeing X-48, das Boeing schon seit Jahren gemeinsam mit der US-Weltraumbehörde Nasa entwickelt. Die X-48 ist ein sogenanntes Blended-Wing-Flugzeug, also eines mit einer übergangslosen Verbindung zwischen einem abgeflachtem Rumpf und den Flügeln. Der Entwicklungschef bestätigte, dass Boeing die Blended-Wing-Flieger nicht aus den Augen verloren hat. Er nannte längere Routen und rund 300 Passagiere als Ziel, wobei die Reisenden innen und Fracht außen transportiert würden.

Überschall- und Hyperschall

Ebenfalls machte Sinnett deutlich, dass sich nicht nur das Start-up Boom mit Überschallflugzeugen beschäftigt, sondern auch Boeing. Demnach arbeitet der Flugzeughersteller an Überschall- und Hyperschalltechnologie. Die sogenannte Low Boom Technology, also leisere Überschallflüge, nannte der Manager «immer noch sehr herausfordernd». Konkrete Erfolge erwartet er in weniger als 20 Jahren, aber nicht zwingend von Boeing. «Auch die Nasa arbeitet an Low Boom Technology», so Sinnet.

Tatsächlich beschäftigt sich Boeing schon seit den 1950ern mit Überschalltechnologie. 1971 wurde die Entwicklung eines Überschall-Verkehrsflugzeuges, Boeing 2707, abgebrochen.

Sehr lange Tragflächen

Sinnett zeigte ebenfalls das Bild eines Hybrid-Flugzeuges mit sehr langen Tragflächen, die oben am Rumpf angebracht sind und unten durch Verstrebungen stabilisiert. Dieser Flieger soll deutlich weniger Treibstoff verbrauchen.

Die Visualisierungen all dieser Zukunftsflieger sehen Sie in unserer Bildergalerie oben.

Mehr zum Thema

ticker-boeing-1

Boeing liefert im März weniger Flugzeuge aus

boeing 787 air new zealand imtow

Boeing 787-9 und -10 haben jetzt mehr Reichweite - und das ist für Boeing eine doppelt gute Nachricht

ticker-boeing-1

Erholung bei Verkehrsflugzeugen braucht länger - Boeing startet vorerst kein neues Flugzeugprogramm

ticker-boeing-1

Boeing erhält weiteren Auftrag für Wartung von Apache-Hubschraubern

Video

Tecnam P2012 VIP von außen: Der Innenraum ist neu.
Tecnam will mit der P2012 als VIP-Version einen neuen Markt erobern - dank italienischem Design, Alcantara-Interieur und Espressomaschine an Bord. Doch es gibt einen Dämpfer.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa neue uniformen 23
Sie wurde gemeinsam mit Hugo Boss entworfen: Zum ersten Mal seit 24 Jahren präsentiert Lufthansa eine neue Uniform. aeroTELEGRAPH war bei der Vorstellung in Frankfurt dabei.
Timo Nowack
Timo Nowack
Saab Global Eye: Basis ist eine Bombardier Global 6000/6500.
Wie kann eine rohstoffreiche und strategisch immer wichtigere Region wie die Arktis überwacht und im Ernstfall verteidigt werden, angesichts klirrender Kälte und riesiger Ausdehnung? Hersteller wie Boeing, IAI und Northrop Grumman buhlen mit ihren Systemen um Kunden. Ihr härtester Konkurrent kommt aber aus Europa: Saab GlobalEye.
gerard al fil
Gérard Al-Fil