Airbus A321 von Air France in Marseille: Die Flüge nach Lyon dürfen bleiben - vorerst.

KlimaschutzDrei Inlandsstrecken werden in Frankreich verboten

Die EU segnet das französische Verbot von Inlandsflügen ab. Die Regierung in Paris musste aber zuvor ein zentrales Detail ändern. In einem ersten Schritt werden dennoch nur drei Strecken verboten.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

Als die Corona-Krise ausbrach, war Frankreich sofort bereit, der nationalen Fluggesellschaft zu helfen. Doch die Regierung in Paris stellte Bedingungen. Air France musste im Gegenzug für die milliardenhohe Staatshilfe Umweltauflagen erfüllen.

Ein zentraler Punkt war ein Verbot von Flügen im Inland - und zwar nicht nur für Air France alleine, sondern gleich für alle Fluglinien. Zum Tragen soll es kommen, wenn Reisende die Strecke innerhalb von zweieinhalb Stunden auch mit dem Zug zurücklegen können. Zudem muss die Bahn auf der Strecke ausreichende Frequenzen anbieten und Verbindungen, die auch wirklich ein Umsteigen auf Langstreckenflüge erlauben.

«De facto eine Diskriminierung»

Die Regierung plante jedoch eine Ausnahme. Strecken, die vor allem von Umsteigern genutzt werden, sollten vom Verbot ausgenommen bleiben. Das gefiel jedoch der Europäischen Kommission nicht. Auch aufgrund der von zwei Beschwerden von Flughäfen und Luftfahrtunternehmen leitete sie eine vertiefte Untersuchung ein. Die Ausnahmeregelung stelle «unabhängig vom Anteil der Fluggäste mit Anschlussflügen de facto eine Diskriminierung dar», lautete das Fazit der EU-Wettbewerbshüter.

Die Ausnahme führe «zu einer Verzerrung des Wettbewerbs zum Schaden von bestehenden oder potenziellen Punkt-zu-Punkt-Luftfahrtunternehmen [...], deren Geschäftsmodell nicht auf Fluggäste mit Anschlussflügen ausgerichtet ist», so die Europäische Kommission weiter. Frankreich musste deshalb den Entwurf anpassen und die Ausnahmeregelung fallen lassen. Zudem wurden die Maßnahmen auf drei Jahre beschränkt, damit ihre Wirksamkeit überprüft werden kann.

Bisher nur Orly betroffen

In der angepassten Version hat die Europäischen Kommission den französischen Gesetzesentwurf am 1. Dezember bewilligt. Und damit steht nun auch konkret fest, welche Strecken künftig nicht mehr von Airlines bedient werden dürfen. Die drei Verbindungen zwischen Paris-Orly und Bordeaux, Nantes sowie Lyon dürfen künftig von niemandem mehr bedient werden. Die Flüge auf diesen Strecken wurden von Air France allerdings bereits früher eingestellt.

Die Flüge zwischen Paris-Charles de Gaulle und Bordeaux sowie Nantes dürfen dagegen bleiben, da die Fahrzeit mit dem Zug über zweieinhalb Stunden liegt. Doch auch sie sind gefährdet. «Sofern in Zukunft bessere Zugverbindungen mit ausreichenden Frequenzen und angemessenen zeitlichen Abstimmungen, insbesondere im Hinblick auf Anschlüsse, angeboten werden können», könnten die Flugverbindungen ebenfalls verboten werden, schreibt die EU.

Änderungen könnten noch kommen

Die Flüge zwischen Paris-Charles de Gaulle und Rennes sowie Lyon und von Lyon nach Marseille sind ebenfalls weiterhin erlaubt. Das Angebot auf der Schiene sei dort ungenügend, erklärt die EU. Auch wenn für die Zugfahrt weniger als zweieinhalb Stunden dauere, «gibt es keine Möglichkeit, ausreichend früh am Morgen am Flughafen Paris-Charles de Gaulle beziehungsweise am Flughafen Lyon-Saint Exupéry [...] anzukommen oder ausreichend spät am Abend von dort abzureisen», erklärt die EU-Kommission.

Die ganze Entscheidung der EU-Kommission können Sie hier herunterladen und nachlesen.

Mehr zum Thema

Airbus A319 von Air France: Zwei Strecken fallen weg.

Diese Strecken muss Air France aufgeben

Französischer Schnellzug TGV: Großes Inlandsnetz.

Paris hilft Air France - wenn Airline grüner wird

Frankreich: mehr Zug statt Flug - so will es die Regierung.

Verbot von kurzen Inlandsstrecken gilt für alle

ticker-eu-europaeische-union

EU verhängt Flugverbot gegen Airlines aus Suriname und Tansania

Video

vietnam airlines vn34 fuel dump
Eine falsche Beladung kann dazu führen, dass ein Flugzeug nicht rechtzeitig abheben kann. Der Ladesplan der Boeing 787 von Vietnam Airlines zeigt nun aber: Beim Vorfall am Flughafen München war dies nicht der Grund für das zu späte Abnehmen des Dreamliners.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die stehen gebliebene Boeing 787 von Vietnam Airlines nach der Landung in München: Die Blackbox wird ausgewertet.
Die Boeing 787-9 von Vietnam Airlines hinterließ beim missglückten Start in München Spuren am Ende der Piste und setzte während der Rotation mit dem Heck auf. Das bestätigt nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Die Ermittelnden untersuchen neben technischen und menschlichen Faktoren auch mögliche organisatorische Einflüsse.
Timo Nowack
Timo Nowack
Zerstörter Flieger von Mahan Air: Insgesamt wurden im Krieg gemäß der Regierung in Teheran 100 zivile Flugzeuge getroffen.
Insgesamt sollen es rund 100 sein: Im Iran wurden laut Angaben des Landes weit mehr zivile Flugzeuge durch Angriffe der USA oder Israels zerstört oder beschädigt, als bisher bekannt war. Für das Land ist das ein riesiges Problem.
Timo Nowack
Timo Nowack