Ansicht des Dreamliners: Probleme mit der Elektronik.

Dreamliner: Grounding für Monate?

Boeings B787 darf weltweit nicht mehr fliegen. Die Überprüfung des Problemherds bei den Batterien könnte lange dauern, so Hersteller und Experten.

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Am Anfang reagierten die japanischen Fluggesellschaften und legten ihre 17 Dreamliner still. Dann folgte die amerikanische Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA. Und nun verordneten auch die europäischen und indischen Behörden ein Grounding des Dreamliners. Das totale Flugverbot ist eine Folge des Brandes im Bereich der Batterien im Rumpf einer Maschine von Japan Airlines am 7. Januar in Boston und einer Notlandung einer Boeing B787 von All Nippon Airways wegen eines Feueralarms an der gleichen Stelle neun Tage später. Nun suchen Behörden, der Hersteller und seine Lieferanten gemeinsam die Ursache für die Zwischenfälle. Eines ist dabei sicher: Das wird keine Sache von Tagen, sondern kann sehr lange dauern. Einige Experten erwarten gar eine Dauer von mehr als einem Jahr.

Im Dreamliner wurden erstmals im großen Stil Lithium-Ionen-Batterien des japanischen Herstellers GS Yuasa verwendet. Wären wirklich seine Produkte schuld, sei das Grund zur Sorge, erklärten Sicherheitsexperten dem indischen Nachrichtenportal Livemint. Das Auslaufen ätzender Flüssigkeit könne die Elektronik, Kabel oder gar die Struktur des Fliegers beschädigen.

System muss zerlegt werden

Techniker des Herstellers GS Yuasa arbeiten nun im Team mit, welches dem Dreamliner-Problem auf Grund gehen will. «Wir wissen aber immer noch nicht wo das Problem steckt. Es könnten die Batterien sein, die Energiequelle oder auch die Elektroniksysteme», sagte ein Sprecher des Unternehmens. «Wir schauen uns zuerst die Batterie an sagte er weiter, «aber wir müssen auch prüfen ob die Batterie das einzige Problem ist oder ob es ein Problem mit dem gesamten elektronischen System gibt» so der Sprecher gemäß der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Elektronik stammt von der französischen Thales.

Die Untersuchung dauert. Man müsse das ganze System auseinandernehmen. Und das könne mehrere Monaten in Anspruch nehmen, so der Yuasa-Sprecher. Tecop-International-Chef Hans Weber glaubt, dass das ganze «ein Jahr und mehr» dauern könnte. Und bis die Ursache gefunden ist, bleiben die Dreamliner am Boden.

Schadenersatzansprüche im Raum

Für Boeing ist das Ganze ein herber Imageverlust. Es könnte aber auch teuer werden. So überlegt sich die polnische Dreamliner-Nutzerin Lot etwa, Schadenersatzforderungen zu stellen. Für die Haarrisse im A380 zahlte Airbus am Ende mehrere Hundert Millionen Euro.

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