Alexander Lukaschenko besucht eine Armeeeinheit: Der Präsident will einen neuen Jet.

Diktator kauft in Krise Luxusjet

Sein Land steckt tief in der Krise. Trotzdem will Weißrusslands Präsident einen neuen Präsidialflieger kaufen.

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Die Inflation galoppiert gerade mit 120 Prozent. Und eine Serie von Abwertungen der Währung halbierte den Durchschnittslohn der Weißrussen von rund 390 Euro auf noch 180 Euro. Nächstes Jahr muss das Land Kredite über 7,8 Milliarden Dollar zurückzahlen, doch die Devisenreserven betragen gerade noch 5,3 Milliarden. Die Wirtschaft der kommunistischen Ex-Sowjetrepublik liegt völlig darnieder, seit der große Nachbar Russland seine Unterstützungszahlungen einstellte. Der absolutistisch regierende Staatspräsident Alexander Lukaschenko rief deshalb seine Bürger in den harten Wintermonaten dazu auf, den Gürtel enger zu schnallen. Er, der Eishockeyfan, verzichte auf den Kauf neuer Schlittschuhe und eines neuen Stocks. Auch kaufe er nur Kleider aus heimischer Produktion.

Doch auf etwas will Lukaschenko offenbar nicht verzichten. Der Diktator plane, eine Luxusversion einer Boeing B767-300 zu kaufen, schreibt das unabhängige, regierungskritische Nachrichtenportal Charter97. Weißrussland übernehme eine Maschine, die früher dem turkmenischen Diktator Saparmyrat Nyyazow gehörte. Die Maschine mit der Immatrikulation EZ-A700 wurde gemäß dem Portal im Jahr 2005 vom Staatsoberhaupt des Landes am Kaspischen Meer für rund 130 Millionen gekauft und ausgebaut. Der luxuriöse Innenausbau soll von der amerikanischen L-3 Integrated Systems Group vorgenommen worden sein.

Bereits fünf Flieger

Die Wartung und den Betrieb des neuen Jets soll die weißrussische Staatsairline Belavia übernehmen. Es wäre nicht das erste Flugzeug für Lukaschenko. Die Regierung in Minsk besitzt bereits fünf Flugzeuge: Eine Tu-154M mit der Immatrikulation EW-85 815, eine Yak-40 (EW-88 187), Boeing 737-800/BBJ2 (EW-001PA), eine Bombardier Challenger 850 (EW-301PJ) und einen Hubschrauber vom Typ MI-8 (EW-25 049).

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