Die Boeing 767 mit dem Kennzeichen EW-001PB am 3. Mai 2021 im Anflug auf Basel: Die Maschine der ...

Im MaiWas machte Lukaschenkos Boeing 767 zwei Wochen in Basel?

Kurz vor der erzwungenen Ryanair-Landung in Minsk war eine Boeing 767 des weißrussischen Machthabers Lukaschenko noch in Basel zu Gast. Offenbar war sie zur Wartung am Flughafen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Im vergangenen Herbst sorgte das Flugzeug mit dem Kennzeichen EW-001PA in Hamburg für Wirbel. Die Boeing 737-800 der weißrussischen Regierung wurde von Lufthansa Technik in der Hansestadt gewartet. Da Machthaber Alexander Lukaschenko zu dieser Zeit seine Sicherheitskräfte bereits gewaltsam gegen Massenproteste vorgehen ließ, weigerte sich ein Teil der Mitarbeitenden, an dem Langstreckenjet mit VIP-Ausstattung zu arbeiten.

Vom 3. bis zum 19. Mai war eine andere weißrussische Regierungsmaschine am Flughafen Basel zu Gast: die Boeing 767-300 mit dem Kennzeichen EW-001PB,. Sie wird wie die Boeing 737-800 von der staatlichen Airline Belavia betrieben. Zwar haben Flugverfolgungsdienste die An- und Abreise nicht dokumentiert, doch Bilder von Planespottern zeigen sowohl die Landung als auch den Start in Basel.

Unklar, wo der Jet gewartet wurde

Laut gut informierten Quellen war die 767 für Wartungsarbeiten in Basel. Allerdings ist nicht ganz klar, welches Unternehmen zuständig war. aeroTELEGRAPH erhielt mehrere Hinweise, der Flieger sei bei Jet Aviation gewartet worden, einer Tochter des US-Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns General Dynamics. Eine Bestätigung dafür gibt es aber nicht. Eine Sprecherin erklärt aeroTELEGRAPH nur: «Aus Datenschutzgründen sind wird nicht in der Position, solche Informationen zu teilen.» Auch sonst gibt man sich in Basel verschwiegen.

Ein anderer Informant vermutet, das Flugzeug sei bei Amac Aerospace gewartet worden, der anderen großen Firma am Basler Flughafen, die einen Jet dieser Größe versorgen kann. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärt nur, man verpflichte sich vertraglich den Auftraggebern gegenüber zu größter Vertraulichkeit und erteile daher «keine Auskünfte betreffend Aufträgen und/oder Eigentümer».

2019 noch bei Lufthansa Technik

Was dagegen sicher ist: Mit dem Besuch in Basel haben Lukaschenko und Belavia den Wartungspartner für ihre Boeing 767 gewechselt. Denn im April 2019 war der Langstreckenflieger noch bei Lufthansa Technik in Hamburg zur Wartung zu Gast.

Im September 2020 wurde in Basel bereits eine Gulfstream G550 mit dem Kennzeichen EW-001PJ gesichtet. Schweizer Medien spekulierten damals, das Flugzeug werde von Lukaschenko und seiner Familie genutzt und sei zur Wartung in der Schweiz.

Boeing 767 mit edler Ausstattung

Der aktuelle Aufenthalt der Boeing 767 in Basel geschah vor der erzwungenen Landung eines Ryanair-Jets in Minsk am 23. Mai. Seitdem hat sich die Stimmung zwischen den westeuropäischen Staaten und Weißrussland noch einmal deutlich verschlechtert. Die EU bereitet derzeit unter anderem Sanktionen gegen Belavia vor.

Lukaschenko hatte im Jahr 2012 den Regierungsflieger angeschafft, mit dem einst der 2006 verstorbene turkmenische Herrscher Saparmurad Niyazov unterwegs war. Das Magazin Spiegel berichtete damals, die Boeing 767 sei ausgestattet mit weißen Ledersitzen und -sofas, edler Holzvertäfelung, goldenen Vorhängen und Raketenabwehrsystem.

Mehr zum Thema

Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen EW-001PA über Hamburg: Sorgte für Unruhe.

Lukaschenko-Jet bringt Lufthansa Technik Ärger ein

Boeing 737-800 mit dem Kennzeichen EW-001PA über Hamburg: Sorgte für Unruhe.

Nicht jeder wollte am Lukaschenko-Flieger arbeiten

Droh-Mail erreichte Minsk nach Umkehr von Ryanair-Jet

Droh-Mail erreichte Minsk nach Umkehr von Ryanair-Jet

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier