So hatte die einstige Landshut zuletzt im aktiven Dienst ausgesehen. 2008 war sie von der brasilianischen Fluggesellschaft TAF Linhas Aéreas am Flughafen Fortaleza abgestellt worden.

Boeing 737 mit Geschichte landet in FriedrichshafenDie zehnte ist die letzte Station der Landshut

Die Boeing 737 von Lufthansa wurde nach ihrer Entführung durch Terroristen im Jahr 1977 ein Stück Zeitgeschichte. Nun kehrt die Landshut nach langer Reise durch die Welt wieder zurück nach Deutschland.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Die Operation hieß «Feuerzauber». Ein GSG-9-Spezialkommando stürmte am 18. Oktober 1977 eine Boeing 737-200 der Lufthansa in Mogadishu und beendete eine tagelange Geiselnahme. Der Flieger mit 86 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord war auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt am Main von palästinensischen Terroristen entführt worden. Er wurde ein Stück deutscher Zeitgeschichte.

Aus diesem Grund hat die deutsche Bundesregierung die Maschine, die 1977 das Kennzeichen D-ABCE und den Taufnamen Landshut getragen hatte - in Brasilien für 20.000 Euro gekauft. Es ist der berechnete Schrottwert der Boeing. Die ehemalige Landshut soll schon bald ins Dornier-Museum im baden-württembergischen Friedrichshafen überführt werden. Damit wird ein bewegtes Flugzeugleben schließlich ein würdiges Ende finden. Insgesamt neun Stationen durchlief der Flieger, bevor er nun bald ins Museum kommt.

Auch nach der Reparatur noch im Dienst

In Rente ging die Landshut nach dem Vorfall in Mogadishu nämlich nicht – noch lange nicht. Sie erlitt bei dem Einsatz erstaunlicherweise nur leichte Schäden und flog nach der Reparatur noch bis 1985 für Lufthansa weiter. Den Namen Landshut trug sie allerdings nicht mehr. Nach dem Dienst bei Lufthansa flog die Boeing für die kleine US-Charterairline Presidental Airways – allerdings nur zwei Jahre lang.

1987 ging die «Bobby», wie man die 737 bei Lufthansa liebevoll nannte, nach Honduras zu TAN(Transportes Aéreos Nacionales. Der Stop der Landshut dort war von noch kürzerer Dauer. Schon 1988 zog die Maschine nach Frankreich um, zu Air Charter Services mit Sitz in Paris Orly. Im Land blieb sie immerhin ein paar Jahre, bis 1995 – wechselte dabei allerdings noch zweimal die Airline. Nach Air Charter Services ging es zu Inter Ciel Services, die allerdings kurz darauf den Betrieb einstellte. Dann flog die 737 noch einige Jahre für Aeropostale.

Über Asien nach Brasilien

1995 ging es für die ehemalige Landshut nach Asien, zur malaysischen Transmile Air Services. In deren Diensten flog sie bis 2002, zwischendurch auch in einem Leasingabkommen für Indonesiens Nationalairline Garuda. Nach inzwischen 32 Dienstjahren wechselte die Boeing noch einmal den Kontinent.

Seit 2002 gehörte sie der brasilianischen Fluggesellschaft TAF Linhas Aéreas. Doch auch bei dieser Eignerin lief es nicht wirklich rund. 2008 Wurde die Landshut von TAF am Flughafen Fortaleza abgestellt, weil sich der Betrieb nicht mehr lohnte. Dort rottete sie seither vor sich hin. Das hat nun bald ein Ende. Schon im September soll die Maschine auseinander genommen und dann in einem Antonov-Frachter nach Deutschland gebracht werden.

Jahrestag im Oktober

Dort wird sie dann wieder zusammengesetzt und im Dornier-Museum in Friedrichshafen ausgestellt. Das Ziel ist, die Maschine noch vor dem 18. Oktober wieder herauszuputzen. Denn: Am 13. Oktober jährt sich die Entführung zum 40. Mal, am 18. die Befreiung der Maschine. Daher ist eine Gedenkfeier geplant, an der auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnehmen wird.

Unter den 86 Passagieren und fünf Crewmitgliedern gab es nur ein Todesopfer: Kapitän Jürgen Schumann. Er hat am Flughafen Aden das Flugzeug verlassen und die dortigen Behörden gebeten, den Weiterflug der Maschine zu verhindern, weil diese nicht mehr flugfähig war. Noch bevor er die Gründe den Terroristen darlegen konnte, töteten sie ihn.

Mehr zum Thema

Die Boeing 737 fliegt nicht mehr für Lufthansa: Anlässlich des letzten Linienflugs am 29. Oktober 2016 schaute Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr vorbei.

Alles aus zwischen Lufthansa und Bobby

Flughafen Mogadischu: Der Luftraum hat ein Problem mit konkurrierenden Lotsen.

Konkurrierende Fluglotsen geben Cockpitpersonal widersprüchliche Angaben

Flugzeuge in Mogadishu: Der Flughafen hat ein neues Terminal.

Erstmals bekommen Flugzeuge wieder den Ländercode 6O

Flughafen Mogadischu: Streng bewacht.

Warum Airlines Somalia anfliegen

Video

Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies