Warnung: Das Video enthält Szenen, die für einige möglicherweise verstörend wirken könnten.

Flug J28243Die Theorie des Abschusses der Embraer E190 von Azerbaijan Airlines

Die Löcher im Rumpf der Embraer E190 von Azerbaijan Airlines nähren die Theorie eines irrtümlichen Abschusses. Doch es gibt so gute Argumente für sie wie gegen sie.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es war ein schauerlicher Anblick, den sich den Rettungskräften bot, die am Weihnachtstag zur rund drei Kilometer von Flughafen Aktau entfernten Unglücksstelle eilten. Aus dem kopfüber liegenden Heck der Embraer E190 von Azerbaijan Airlines krochen Überlebende heraus. An einer anderen Stelle lag ein Wrackteil und brannte lichterloh. Die Bilanz des tragischen Absturzes von Flug J28243 vom 25. Dezember: 40 Tote und 29 Überlebende.

Theorien zur Ursache gab es schnell viele; harte, belastbare Fakten dagegen kaum. Dennoch hält sich seit dem Fund des Wracks eine Theorie hartnäckig: Die Embraer E190 soll irrtümlicherweise beschossen worden sein. Das Schadensmuster im Rumpf und im Flieger deute darauf hin, dass russische Luftabwehr den Absturz verursacht haben könnte, schreibt der Rundfunkanbieter BBC mit Verweis auf Fachleute für Luftverteidigung.

Kreml: «Warten, bis die Untersuchung abgeschlossen ist»

«Es sieht sehr nach der Detonation einer Flugabwehrrakete im hinteren und linken Teil des Flugzeugs aus, wenn man sich das Muster der Splitter ansieht», so Justin Crump vom Risikoberatungsunternehmen Sibylline zur BBC. Denn im Höhenleitwerk und Rumpf der E190 mit dem Kennzeichen 4K-AZ65 zeigen sich Dutzende Löcher unterschiedlicher Größe. Ein Kreml-Sprecher erklärte umgehend: «Es wäre falsch, vor den Schlussfolgerungen der Untersuchung irgendwelche Hypothesen aufzustellen. Das werden wir natürlich nicht tun, und das sollte auch niemand tun. Wir müssen warten, bis die Untersuchung abgeschlossen ist».

Die Embraer E190 von Azerbaijan Airlines sollte eigentlich im russischen Grozny landen. Doch das gelang nicht. Nach mindestens zwei misslungenen Landeversuchen in der tschetschenischen Hauptstadt drehte die Cockpitcrew ab. Als Ausweichflughafen stand zuerst die russische Stadt Makhachkala. Doch die Piloten entscheiden sich, nicht in der Hauptstadt von Dagestan zu landen, sondern ins kasachische Atkau weiterzufliegen.

Aktau liegt weit entfernt von Grozny

Die Beschuss-Theorie nährt auch eine Aussage eines Überlebenden. «Beim dritten Mal explodierte etwas... ein Teil der Außenhaut des Flugzeugs war herausgesprengt worden», sagte er zu den abgebrochenen Landeversuchen in Grozny. Die Ukraine hatte sowohl Dagestan als auch Tschetschenien in letzter Zeit vermehrt mit Drohnen angegriffen - immer wieder erfolgreich. Die russische Luftabwehr war daher definitiv in erhöhter Bereitschaft.

Dennoch ist es viel zu früh irgendwelche Schlüsse zum Unglück von Azerbaijan Airlines zu ziehen. Auch dies bleibt nicht mehr und nicht weniger als eine Theorie für die einiges spricht, aber auch einige dagegen. Denn bei einem Beschuss würde sich unter anderem die Frage stellen, weshalb sich die Piloten entschlossen, quer übers Kaspische Meer mehr als 400 Kilometer weit nach Aktau zu fliegen, wo doch Makhachkala deutlich näher lag. In einem Notfall so weit und dann noch über ein großes Gewässer zu fliegen ist ein großes Risiko.

Mehr zum Thema

Embraer E190 von Azerbaijan Airlines in Kasachstan abgestürzt

Embraer E190 von Azerbaijan Airlines in Kasachstan abgestürzt

Woher stammen die Löcher in der abgestürzten Embraer E190 von Azerbaijan Airlines?

Woher stammen die Löcher in der abgestürzten Embraer E190 von Azerbaijan Airlines?

Trümmer von Flug PS752: Die Boeing 737 von Ukraine International wurde im Iran abgeschossen.

Wenn Armeewaffen Passagierjets treffen

ticker-azerbaijan-airlines-azal

Azerbaijan Airlines nimmt Brüssel ins Streckennetz auf

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack