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IT-Ausfall

Die Fakten zur Mega-Panne bei British Airways

Nach dem Totalausfall der Informatik bei British Airways beginnt sich der Betrieb zu normalisieren. Doch noch nicht alles läuft wieder. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Mega-Panne.

British Airways/Montage aeroTELEGRAPH

Webseite vom British Airways: Nun müssen die Bruchstücke wieder zusammen gesetzt werden.

Läuft bei British Airways wieder alles normal?
Nein. Am Montagmorgen arbeiteten noch nicht alle Systeme mit voller Leistung. Die Fluggesellschaft erwartet, in Gatwick alle Flüge durchführen zu können. In Heathrow sollen alle Langstreckenverbindungen sowie die Mehrheit der Europaflüge stattfinden. Einige Flüge sind bereits jetzt annulliert worden. Wer einen Flug mit British Airways gebucht hat, sollte sich vor der Fahrt zum Flughafen unbedingt vergewissern, das er auch wirklich stattfindet.

Was ist der Auslöser der Megapanne?
Das ist noch nicht abschließend geklärt. Die Informatik-Experten von British Airways glauben, Auslöser sei ein Problem mit der Stromzufuhr gewesen. Wie es dazu kam, ist noch Gegenstand der Untersuchungen.

Ist das ein Einzelfall?
Nein. Vergangenen August erlitt Delta Air Lines ein sehr ähnliches Schicksal. Wegen eines Stromausfalls musste die amerikanische Fluggesellschaft für ein paar Stunden alle Flüge weltweit einstellen. Die Fluglinie hatte Glück im Unglück. Der totale Flugstopp war nicht zu den Stoßzeiten nötig geworden, sondern ereignete sich in den frühen Morgenstunden. 2016 hatte Delta schon einmal Ähnliches erlebt. Auch Southwest und United waren in den vergangenen Monaten von solchen Informatik-Problemem betroffen. In Europa waren große IT-Pannen bislang seltener. Bei Lufthansa kam es im April zu einem kurzzeitigen Ausfall des Check-in-Systems, der aber im Ausmaß nicht mit der Panne von British Airways vergleichbar ist.

Sind nur Fluggesellschaften von solchen Pannen betroffen?
Nein. 2015 musste etwa die New Yorker Börse Nyse den Handel einstellen, weil das System ausgefallen war. Wiederholt waren in den letzten Jahren Bankomaten und Kartenterminals in Supermärkten in Deutschland, der Schweiz und Österreich wegen IT-Problemen außer Betrieb. Oftmals werden für solche Pannen die so genannten Altsysteme (Englisch: Legacy systems) verantwortlich gemacht. Auch bei Fluglinien sind noch teilweise sehr alte IT-Systeme aus den Achtzigerjahren im Einsatz, die wegen der unzähligen Schnittstellen nie abgelöst wurden. Ihr Ersatz würde Milliarden kosten. Doch auch neuere Firmen sind betroffen: Selbst der Technologieriese Google erlebte vergangenes Jahr einen Ausfall von rund 18 Minuten.

Was kostet der Totalausfall British Airways?
Der finanzielle Schaden ist immens. Auf British Airways kommen massive Entschädigungsforderungen zu. Zudem verliert die Fluglinie Millionen, weil Passagiere nicht fliegen können. Die ungleich kürzere Panne bei Delta verschlang 150 Millionen Dollar. Bei British Airways wird es definitiv mehr werden.

Wie reagieren die Passagiere?
Wie immer, wenn solche Krisen überraschend auftauchen, kommt die Kommunikation nicht mit dem Informationsbedürfnis mit. Viele Reisende wurden mit ihren Problemen alleine gelassen. Auch die schiere Menge der Betroffenen – die Rede ist von rund 300.000 Menschen – überforderte British Airways. Das sorgt für viel Frust. Zudem dürfte das Image der Fluggesellschaft allgemein gelitten haben. Davon profitieren Konkurrenten wie Virgin, Ryanair oder Easyjet.

Wie ist die Stimmung bei British Airways?
Logischerweise nicht besonders gut. Für Tausende Angestellte gab es dieses Wochenende Sonderschichten und Überstunden. Geschäftsführer Alex Cruz musste die Belegschaft auch aufrufen, nicht auf Sozialen Medien über die Krise zu sprechen. «Wir brauchen euch jetzt hier», schrieb er in einer E-Mail. Man stehe nicht im Modus des Debriefings und diskutiere darüber, was passiert sei. Man sei im Modus «Lass uns das in Ordnung bringen».



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