Boeing 737 max von Ryanair: Unfaire Beihilfen am Flughafen Hahn kassiert.

Urteil der EU-KommissionDeutschland muss 13 Millionen von Ryanair zurückfordern - plus Zinsen

Die EU-Kommission untersuchte sechs staatliche Maßnahmen zugunsten des Flughafens Hahn und von Ryanair. Drei davon waren nicht rechtens. Jetzt müssen der Airport und die Billigairline das Geld zurückzahlen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Die Ermittlungen liefen sechs Jahre lang. Im Oktober 2018 leitete die EU-Kommission eine eingehende Untersuchung ein. Mit der wollte sie herausfinden, ob die von Deutschland gewährten Subventionen für den Flughafen Frankfurt-Hahn und Ryanair mit den EU-Vorschriften vereinbar sind. Jetzt liegen die Resultate vor.

Die EU-Kommission befand, dass von sechs untersuchten Beihilfemaßnahmen drei nicht rechtens waren, wie sie am Montag (9. September) bekannt gab. Der Wettbewerb zwischen Flughäfen und zwischen Fluggesellschaften sei für die Wirtschaft «von entscheidender Bedeutung», kommentiert EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die beanstandeten Maßnahmen, die vor 2017 gewährt wurden, hätten Ryanair dagegen «einen unfairen und selektiven Vorteil gegenüber Wettbewerbern [verschafft] und anderen Regionalflughäfen» geschadet.

Grundstück gekauft und geschenkt

Konkret beanstandet die EU-Kommission einerseits zwei Marketingvereinbarungen zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und Ryanair. Dabei handle es sich um staatliche Beihilfen, die nicht den Marktbedingungen entsprächen, begründet sie. Andererseits bemängelt sie eine Ausbildungsförderung für die Billigairline. Diese Maßnahme betreffe eine wirtschaftliche Tätigkeit, «die keine der von Deutschland geltend gemachten Vereinbarkeitsgründe» erfülle, so die Wettbewerbshüter. Die Folge: Deutschland muss nun von Ryanair rund 13 bis 14 Millionen Euro zurückfordern - zuzüglich Zinsen.

Doch auch der Flughafen Hahn, der seit einem Jahre dem Immobilienentwickler und Regionalflugplatzbetreiber Triwo gehört, muss Geld zurückzahlen. Das Bundesland Rheinland-Pfalz hatte dem Airport im vergangenen Jahrzehnt ein Grundstück zuerst abgekauft und dann geschenkt. Dies sei nicht rechtens gewesen, so die EU-Kommission. Deshalb muss der Flughafen Hahn 1,25 Millionen Euro plus Zinsen zurückzahlen.

Keine Geldstrafen

Geldstrafen verhängen die EU-Wettbewerbshüter in solchen Fällen nicht. Der Zweck der Rückforderung bestehe darin, die Situation auf dem Markt wiederherzustellen, die vor der Zahlung der Beihilfe bestanden habe, erklärte sie.

Mehr zum Thema

Rüdiger Franke: «Wir arbeiten schon sehr lange und sehr gut mit Ryanair zusammen»

«Der Flughafen Hahn ist eine hervorragende Alternative zu anderen umliegenden Airports»

Flügelspitze von Ryanair: Weniger in Berlin zu sehen.

Ryanair streicht ein Fünftel der Flüge in Berlin

Airbus A320 von Lauda: Mutter Ryanair will die Flotte ausbauen.

Ryanair hätte gerne Airbus A320 Neo für Lauda

ticker-ryanair

Ryanair ändert nach Kritik Sitzplatzregelung für Familien

Video

Der weltgrößte Papierflieger: Er flog über 59 Meter.
Papierflieger kennt jedes Kind. Doch dieses Exemplar sprengt alle Dimensionen: Mit mehr als 20 Metern Spannweite und einem Flug über 59 Meter hat ein Team aus Italien den Weltrekord für das größte flugfähige Papierflugzeug geholt - und Deutschland entthront.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Electra aero: So soll das Regionalflugzeug aussehen.
Der erfolgreiche Testflug des Kurzstartflugzeugs EL2 ist für Electra Aero nur der Anfang. Das Unternehmen entwickelt bereits ein deutlich größeres Verkehrsflugzeug für 100 Passagiere, das dank eines ungewöhnlichen Antriebskonzepts sehr effizient fliegen soll.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
bundeswehr luftwaffe airbus a400 m venezuela hilfe 02
Die deutsche Luftwaffe schickt Airbus A400 M nach Venezuela, um nach den verheerenden Erdbeben dort zu helfen. Auch kommerzielle Fluglinien stellen Flugzeuge zur Verfügung - so etwa Vietnam Airlines oder Iberia.
Timo Nowack
Timo Nowack