Ryanair-Flieger in Dublin: Bald weniger Flüge ab der irischen Hauptstadt.

GewerkschaftDeutsche Piloten von Ryanair organisieren sich

Die Piloten der Billigairline in Deutschland haben sich unter dem Dach der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit organisiert. Öffentlich auftreten wollen sie nicht – aus Angst vor ihrem Arbeitgeber.

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Die Ryanair-Piloten in Deutschland haben unter dem Dach der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit eine Tarifkommission gegründet. Man wolle sich «den fragwürdigen Umgang der Fluggesellschaft mit ihren Angestellten nicht länger gefallen lassen», so die Arbeitnehmervertretung in einer Mitteilung. Ziel werde es sein, die Arbeitsbedingungen bei Ryanair zu verbessern. «Was für andere Arbeitnehmer in Deutschland selbstverständlich ist, müssen wir endlich auch bei Ryanair erreichen», sagt ein nicht genanntes Mitglied der Tarifkommission in einer Medienmitteilung. Wie viele Mitglieder sie hat, wird nicht gesagt.

Die Tarifkommission setzt sich aus aktiven Ryanair-Piloten zusammen. Sie besteht aus Kapitänen und Kopiloten, zum Teil mit Festanstellung, zum Teil im so genannten Zulieferer-Modell. «Zum Schutz vor zu erwartenden Repressalien seitens Ryanair bleiben die Mitglieder der Kommission vorerst anonym», erklärt die Vereinigung Cockpit. Die aktuelle Situation bei Ryanair sorge unter den Piloten für Unsicherheit und setze die Beschäftigten unter Druck.

Ryanair: «Falsche Aussagen»

Ryanair reagiert ungehalten: «Wir bei Ryanair schenken falschen Forderungen von Pilotenvereinigungen der Lufthansa keine Beachtung. Wir werden uns darüberhinaus auch mit keinen Tarifkommissionen der Vereinigung Cockpit treffen», sagt Personalchef Eddie Wilson. Ryanair werde auch in der Zukunft nur direkt mit den Piloten (sowie dem Bordpersonal) der neun deutschen Basen mittels direkt gewählter Ausschüsse verhandeln.

Eine bestehende Bestimmung gewähre den Piloten in Deutschland «branchenführende Bedingungen und Konditionen mit Dienstplänen von fünf Arbeitstagen und vier freien Tagen, Pilotengehältern von bis zu 170.000 Euro pro Jahr, garantierten Lohnerhöhungen und einer unvergleichlichen Arbeitsplatzsicherheit, während sie im Durchschnitt nur 18 Flugstunden pro Woche fliegen». Wilson dazu: «Aus diesem Grund haben wir derzeit eine Warteliste von mehr als 3.000 jungen Menschen, die bei uns arbeiten möchten, während die Vereinigung Cockpit der Lufthansa wiederholt bei der Lufthansa streikt und falsche und irreführende Pressemitteilungen über Ryanair veröffentlicht».

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