Dreamliner mit der Kennung D-ABPF bei Boeing in South Carolina: Für Lufthansa.

Keine Dreamliner 2024Das Sorgenkind von Lufthansa - die Flotte

Die deutsche Fluglinie hat ihre Flotte als aktuelles Hauptproblem ausgemacht. Vor allem Verspätungen machen Lufthansa zu schaffen. Das beste Beispiel ist die Boeing 787.

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Die Erwartungen sanken schnell und drastisch. Noch im Januar 2024 sagte Lufthansa-Airlines-Betriebschef Karl Brandes, dass seine Fluggesellschaft in diesem Jahr 17 Boeing 787-9 erwartet - die ersten Dreamliner mit der neuen Allegris-Kabine.

Doch im Februar erfuhr aeroTELEGRAPH aus gut informierten Quellen, dass Lufthansa wohl nur acht Boeing 787-9 in diesem Jahr bekommen wird. Ende April sagte Konzernchef Carsten Spohr über die heiß erwarteten Langstreckenjets dann: «Die ersten Boeing 787 mit Allegris erwarten wir im vierten Quartal. Die Flugzeuge sind produziert und stehen in Charleston, aber dürfen noch nicht ausgeliefert werden aufgrund der Zertifizierungsfragen, die noch zwischen Boeing, den Sitzherstellern und den Behörden geklärt werden müssen.»

«Alle werden im nächsten Jahr zu uns stoßen»

Der Lufthansa-Chef erklärte, man plane den kommerziellen Betriebsstart der Allegris-Dreamliner für 2024 nicht mehr ein. Aber immerhin: «Wir erwarten aktuell zwischen sieben und neun Dreamliner noch im vierten Quartal», sagte Spohr damals. Und sollte ein Betriebsstart doch noch kurz vor Weihnachten doch gelingen, würde er sich freuen.

Auch davon hat sich Lufthansa mittlerweile verabschiedet. «Von den Boeing-787-Mustern wollten wir dieses Jahr bereits 15 in den Dienst stellen, gekommen ist kein einziges und alle werden nun im nächsten Jahr zu uns stoßen», so Spohr in einem Pressegespräch am Mittwoch (31. Juli). Den kommerziellen Start schloss Spohr für 2024 ganz aus, aber auch ob überhaupt Boeing 787-9 «physisch dieses Jahr hier noch eintreffen» sei fraglich. Geplanter Startschuss für den Betrieb der ersten Boeing 787 mit Allegris ist nun das erste Quartal 2025.

«Hauptproblemfaktor: unsere Flotte»

Personalvorstand Michael Niggemann sagte: «Derzeit haben wir mehr als 100 Pilotinnen und Piloten, die auf 787-Flugzeugen geschult sind, die aber schlicht nicht eingesetzt werden können, da wir in diesem Jahr bei Lufthansa Airlines noch keine einzige 787 in Betrieb nehmen können.» Dabei würde ein moderner Jet wie eine Boeing 777-9 oder 787-9 - beide bei Lufthansa verspätet - gegenüber einer Boeing 747-400 oder einem Airbus A340-300 «jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag an Gewinnzuwachs bringen».

Unter dem Strich gelte: «Unter all den Herausforderungen, die wir identifiziert haben, gibt es einen Hauptproblemfaktor: unsere Flotte», so Niggemann. Derzeit sei sie veraltet, mit unterschiedlichen Modellen, -altern und -größen. «Es liegt auf der Hand, dass dies zu erheblichen Ineffizienzen im gesamten System führt, wie höherer Treibstoffverbrauch, unzuverlässige Betriebsabläufe, erhöhter Wartungsaufwand, mangelnde Flexibilität im Betrieb, eine Vielzahl unterschiedlicher erforderlicher Bestimmungen für die Crews.»

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie drei der Boeing 787-9 für Lufthansa, die bei Boeing in Charleston stehen. Ein Klick aufs Foto öffnet die Galerie im Großformat.

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