Order bei Boom SupersonicDarum glaubt United an Erfolg mit Überschallfliegern

Viele in der Branche bezweifeln, dass Überschalljets für Airlines zum Erfolg werden. Doch der Chef von United erklärt, wieso er auf Boom setzt und sich sogar einen Inlandsflug vorstellen kann.

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Mit dem Überschalljet auf einer Inlandstrecke unterwegs sein? Das klingt nach einer ganz fernen Zukunft. Doch wenn es nach United Airlines geht, könnte es schon bald möglich sein. Er sei sich sicher, dass die Nachfrage nach Flügen mit Boom Overture riesig sein werde, sagte Airline-Chef Scott Kirby am Freitag (23. Juli) bei der Online-Veranstaltung Flightcast. Bis zu 50 der Flugzeuge hat United bei Boom Supersonic bestellt.

«Wenn Sie mit meiner Frau sprechen, sehen Sie das», erklärt er. Sie sei total wild darauf, schneller als der Schall zu fliegen. Ihr sei total egal, wohin sie fliege, solange es so schnell sei. «Ich bekomme außerdem jetzt schon viele Anfragen von Kundinnen und Kunden, die auf dem Erstflug dabei sein wollen – dabei ist der erst 2029 geplant», so der Manager.

Mit Boom nach Hawaii?

Man überlege sich aktuell sogar, den Flieger auf einer Inlandstrecke einzusetzen, von San Francisco nach Hawaii, sagt Kirby. «Nicht, weil es wirklich nötig ist, sondern weil die Nachfrage so groß sein wird.» Generell werde das Streckennetz aber nur Destinationen beinhalten, zu denen der Flug über Wasser führe. Grund ist der Überschallknall.

In Frankfurt wäre man mit dem Überschallflugzeug von New York aus in vier Stunden, von San Francisco an der Westküste ins japanische Tokio würde ein Flug sechs statt mehr als zehn Stunden dauern. Der Preis für einen der 55 Sitze im Überschallflugzeug werde nicht höher sein als ein Business-Class-Ticket aktuell koste, so Kirby. Denn er glaube an die Wirtschaftlichkeit des Flugzeuges.

Branchenkenner zweifeln an Wirtschaftlichkeit

Nicht alle in der Branche sehen das auch so. «Es braucht auf jeden Fall viel Treibstoff, um ein Flugzeug in den Überschallbereich zu bringen», sagte etwa kürzlich John Plueger vom Leasingriesen Air Lease Corporation, im Interview mit aeroTELEGRAPH. «Und aus diesem Grund stelle ich die Wirtschaftlichkeit grundsätzlich in Frage, egal wie ausgeklügelt und technologisch fortgeschritten das Flugzeug ist.»

Und auch der Ex-Chef einer der Concorde-Betreiberinnen ist nicht von Boom überzeugt. «Wir werden es mit Interesse beobachten, aber nein, ich würde es nicht kaufen. Ich bin nicht davon überzeugt, dass der Überschalltransport der richtige Weg in die Zukunft ist», erklärte Willie Walsh vergangenen Monat bei einer Veranstaltung. Der ehemalige British-Airways-Chef, der inzwischen Chef des Verbands Iata ist, wurde zwar erst nach dem Grounding des Überschallfliegers Chef der Fluggesellschaft, hatte dann aber Einblick in die wirtschaftlichen Kennzahlen des Concorde-Betriebs. Er zweifelt an der Wirtschaftlichkeit.

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concorde-landung

Kein Nachbrenner, zwei Motoren weniger

Scott Kirby sieht das anders. Boom und die Concorde würden sich da deutlich unterscheiden. Die Concorde habe vier Triebwerke gehabt, die noch dazu mit Nachbrennern ausgestattet gewesen seien. Booms Antrieb bestehe nur aus zwei Triebwerken ohne Nachbrenner, was den Treibstoffverbrauch gegenüber der Concorde stark vermindere.

Eine weitere Bedingung sei gewesen, dass die Motoren von Boom zu 100 Prozent mit synthetischen Treibstoffen angetrieben werden können, welche die Emissionen massiv senken. «Es ist das erste Triebwerk, das genau dafür entwickelt wird», so Kirby.

Neues Triebwerk kostet Zeit und Geld

Genau das zeigt allerdings auch, wie ambitioniert der Plan ist, die Flüge schon ab 2029 durchzuführen, denn: Zwar wurde bekannt, dass Boom und Rolls Royce gemeinsam an einem Triebwerk tüfteln. Doch konkret ist noch nichts. Ein Überschalltriebwerk ohne Nachbrenner, das mit nachhaltigen Treibstoffen angetrieben wird, wäre eine komplette Neuentwicklung. Und so etwas kostet Zeit und vor allem auch viel Geld.

In der Bildergalerie oben sehen Sie Booms Overture im Design von United Airlines sowie die Kabine.

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