Letzte Aktualisierung: um 16:11 Uhr
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Die Problemflotte von Conviasa

Die venezolanische Staatsairline will zwanzig Jets von Embraer kaufen. Das löst aber ihr allergrößtes Problem nicht.

Conviasa

Ein Jet von Conviasa im Anflug: Bald neue Flugzeuge in der Flotte.

Die Nachricht wurde mit großem Brimborium im staatlichen Fernsehen verkündet. Die Regierung verhandle mit dem brasilianischen Flugzeugbauer Embraer über den Kauf von zwanzig Flugzeugen für Conviasa, erklärte Transportministerin Elsa Gutiérrez während einer bekannten Nachrichtensendung. Um welchen Flugzeugtyp es sich handle und welchen Zeithorizont man dabei im Auge habe ließ sie unbeantwortet. Umso mehr erklärte sie, weshalb der Staat die Jets für seine Airline kaufen wolle. Die Fluggesellschaft werde damit nationale Routen abdecken, welche die privaten Airlines für nicht rentabel hielten. «Wir werden diese Destinationen mit solidarischen Preisen bedienen» so die Ministerin gemäß dem TV-Sender Venezolana de Television weiter.

Ein paar Tage zuvor hatte bereits Präsident Hugo Chávez angekündigt, man wolle zwanzig Flugzeuge aus Brasilien kaufen. Er nannte damals den Typ Embraer 190AR. Und er erklärte, die Jets würden für Flüge in die Karibik eingesetzt. So oder so: Für Ministerin Gutiérrez sind Verhandlungen wie mit Embraer der Weg vorwärts für die 2004 gegründete Conviasa (Consorcio Venezolano de Industrias Aeronáuticas y Servicio Aéreo). Auf gleiche Art und Weise wolle man auch zu neuen Langstreckenflugzeugen kommen. Mit jenen neuen Fliegern werde man dereinst dann auch alle internationalen Vorschriften erfüllen können. Derzeit besteht die Langstreckenflotte aus einem Airbus A340-200, der nach Buenos Aires, Damaskus und Madrid eingesetzt wird.

Über 70 Unfälle

Das allergrößte Problem von Conviasa aber wird weder mit neuen Embraer noch mit neuen Langstreckenfliegern gelöst. Die Staatsairline hat eine Flotte, die aus Fliegern von nicht weniger als fünf verschiedenen Herstellern besteht. Neben dem Airbus besitzt Conviasa drei Typen an ATR, zwei Typen von Boeing B 737 und einen Bombardier CRJ-700. Das ist nicht nur teuer, sondern erhöht auch das Risiko. «Man braucht technische Kenntnisse, Ersatzteile, Besatzungen für jede Marke», erklärte ein Vertreter der venezolanischen Luftfahrtbranche der Zeitung El Nacional. Seinen Namen nennen wollte er nicht. Laut einer Statistik der Organisation Rescate Humboldt gab es in diesem Jahr in Venezuela bisher schon mehr als 74 Flugunfälle, wie Latina Press berichtet.



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