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Civil Reserve Air Fleet

American, United & Co. müssen Jets für Afghanistan bereitstellen

Die USA aktivieren ihre zivile Reserveflotte. Sechs Airlines müssen 18 Langstreckenflugzeuge bereitstellen, um Schutzbedürftige aus Afghanistan zu transportieren. Die Flüge werden mitunter über Deutschland geführt.

Leserbild: Fraviationgirl

Boeing 777-300 ER von United Airlines: Die Fluggesellschaft setzt vier Langstreckenflugzeuge für das US-Militär ein.

Es passiert zum ersten Mal seit 2003: Das Verteidigungsministerium der USA macht Gebrauch von der sogenannten Civil Reserve Air Fleet. In einer ersten Stufe aktiviert es nun insgesamt 18 Langstreckenflugzeuge von amerikanischen Fluggesellschaften. Sie sollen bei der Evakuierung Schutzbedürftiger aus Afghanistan helfen.

Bei der Mission fliegen die Fluggesellschaften nicht nach Afghanistan selbst. Das machen weiterhin Militärflugzeuge der US Air Force. Weil das Krisenland zu unsicher ist, kümmern sich die beauftragten Airlines daher um den Weitertransport der Evakuierten von verschiedenen Flughäfen im Nahen Osten aus Richtung USA. «Die Aktivierung der Civil Reserve Air Fleet ermöglicht es Militärflugzeugen, sich auf den Betrieb von und nach Kabul zu konzentrieren», so das Verteidigungsministerium.

Sechs Fluggesellschaften beteiligt

United Airlines nimmt mit vier Flugzeugen Teil, American Airlines, Delta, Atlas Air und Omni Air jeweils mit drei, und Hawaiian Airlines mit zwei. Einige der Flüge werden mit Zwischenstopp in Deutschland durchgeführt. So flog bereits am Sonntag (22. August) eine Boeing 777-300 ER von United Airlines von Frankfurt-Hahn zur Al Udeid Air Base in Katar. Von dem Stützpunkt aus führt die Luftwaffe der USA derzeit Evakuierungsflüge aus Kabul durch.

Aufgrund der Covid-19-Pandemie wird dieser Auftrag kaum für Flugausfälle bei den Airlines sorgen. Vor allem Langstreckenflugzeuge haben noch nicht wieder die Vorkrisen-Auslastung erreicht. «Das Ministerium geht nicht davon aus, dass diese Aktivierung größere Auswirkungen auf kommerzielle Flüge haben wird», heißt es in einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten.

Unterstützungsflotte auf Abruf

Die Civil Reserve Air Fleet (CRAF) wurde 1952 nach der Berliner Luftbrücke ins Leben gerufen. Diverse Fluggesellschaften aus den USA halten unter diesem Programm einige ihrer Flugzeuge auf Stand-By für das Militär, das diese für Notfallmissionen einsetzen kann. Sie werden dafür auch bezahlt. Der jetzige Einsatz ist erst der Dritte in der Geschichte der Reserveflotte.

Auf Flügen der Civil Reserve Air Fleet verwenden die Airlines nicht ihr eigenes Rufzeichen im Funk (wie zum Beispiel United bei United Airlines oder Giant bei Atlas Air), sondern die Identifikation Camber. Sie macht erkenntlich, dass es sich um einen Flug im Auftrag des Militärs der USA handelt.

Deutschland setzt auf Lufthansa und Uzbekistan Airways

Die deutsche Luftwaffe, die ihre Evakuierungsflüge von der usbekischen Hauptstadt Taschkent aus durchführt, arbeitet ebenfalls mit Fluggesellschaften zusammen. Lufthansa und Uzbekistan Airways betreiben beide im Auftrag von Deutschland Weiterflüge von Taschkent nach Frankfurt. Zum Einsatz kommen Airbus A340-300 und Boeing 767.



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