Computer-Tastatur: Hacker können aus der Ferne viel Schaden anrichten.

Buchungssysteme und LuftsicherungChinesische Hacker attackieren Luftfahrtindustrie

Eine aktuelle Studie kommt zu beunruhigenden Ergebnissen: Für Hacker ist es viel zu einfach, die Luftfahrtbranche anzugreifen.

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Luftfahrt

Sicherheitsexperten warnen seit langem vor Cyber-Angriffen aus China, die auf sensible Informationen oder Geschäftsgeheimnisse abzielen. Die Luftfahrtindustrie sei dabei die Branche, die am häufigsten attackiert werde, zitiert der Technik-Infodienst ZD Net das Sicherheitssoftware-Unternehmen Fire Eye. Die Angriffe aus China auf Luftfahrtkonzerne seien nicht nur sehr häufig, sondern zum überwiegenden Teil auch erfolgreich, resümiert das Unternehmen in einer aktuellen Studie.

Laut Bryce Boland, der bei Fire Eye die Technik für Asia Pacific verantwortet, sind es die verwundbarsten Systeme – wie zum Beispiel die Luftverkehrskontrolle oder Buchungssysteme – die am häufigsten von Hackern attackiert werden. 2016 seien zum Beispiel die elektronischen Passkontrollen an den türkischen Flughäfen Atatürk und Sabiha Gökçen Ziel von Angriffen gewesen. In Vietnam brachte eine Hackergruppe, deren Sitz in China vermutet wird, die Anzeigetafeln unter ihre Kontrolle und verbreitete beleidigende Botschaften auf englisch.

Angriffe aus Geldgier

Die meisten Angriffe auf Airlines erfolgen aus Geldgier. Luftfahrtunternehmen sammeln und speichern riesige Mengen an persönlichen Passagierdaten, wie zum Beispiel Kreditkarten- und andere Zahlungsdetails. Diese können beim Verkauf im Darknet viel Geld bringen. Und durch immer strengere Kontrollgesetze und längere Speicherdauern steigt die Zahl der hackbaren Daten weiter.

Im Fall von chinesischen Hackern ist laut des Fire-Eye-Managers allerdings auch die Verbindung zur Regierung und der eigenen Militärindustrie ein entscheidender Faktor. Hacker könnten so erfahren, wie fremde Kontrollsysteme, Kommunikationssysteme und Überwachungstechnologien funktionierten. Diese Kenntnisse könnten für die chinesischen Geheimdienste interessant sein, aber auch der Industrie bei der Entwicklung eigener Systeme helfen.

Schadsoftware bei 75 Prozent der Firmen

Der Lösungsvorschlag des IT-Experten und Vertreter des Softwarekonzerns ist dabei nicht ganz uneigennützig: Unternehmen sollten sich der wachsenden Gefahr durch Schadsoftware bewusst werden, so Boland, und eine funktionierende Spionageabwehr aufbauen. Cybersicherheit müsse in Konzernen auf dem höchsten Hierarchielevel angesiedelt werden.

Einer Studie des Unternehmens zufolge seien 75 Prozent der von ihnen getesteten Unternehmen irgendwo in ihrem System bereits mit Schadsoftware in Verbindung gekommen – ohne dass sie es entdeckt hätten – und bei knapp 30 Prozent würden Teilsysteme sogar aktiv durch Hacker kontrolliert.

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