Boeing 737 von Carpatair: Fliegt trotz Problemen weiter.

Akute Krise bei Carpatair

Die rumänische Fluglinie türmte immer höhere Schulden auf. Nun ist sie insolvent. Carpatair will aber unter Gläubigerschutz eine neue Strategie ausarbeiten.

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Irgendwann ist einfach Schluss. Fünf Jahre in Folge schrieb Carpatair nun rote Zahlen. 2012 – neuere Angaben gibt es noch nicht – betrug der Verlust 36,4 Millionen Leu oder umgerechnet acht Millionen Euro. Bei Flughafenbetreibern und Lieferanten türmten sich gleichzeitig immer höhere Schulden auf. Sie drängten immer stärker auf die Begleichung der Ausstände. Deshalb zog das Management der rumänischen Fluggesellschaft nun die Reißleine.

Per 20. Januar erklärte sich Carpatair vor Gericht für zahlungsunfähig und flüchtete sich unter Gläubigerschutz. Nun will die Fluggesellschaft mit einer Flotte von einer Boeing 737-300 und drei Fokker 100 eine Restrukturierung durchziehen. Der Flugbetrieb wird in dieser Zeit weitergeführt. Das Angebot wird aber deutlich reduziert.

Ganz aus Timisoara zurückgezogen

Bei Carpatair ist der Auslöser für die Krise rasch ausgemacht. Ein Streit mit dem Flughafen Timisoara sei schuld. Der habe bereits rund 30 Millionen Euro gekostet, so die Fluggesellschaft in einer Medienmitteilung. Die Auseinandersetzung begann, als Wizz Air sich in Timisoara niederließ und Carpatair immer stärker das Wasser abzugraben begann. Am Ende zog sich die Regionalfluglinie ganz vom Flughafen zurück.

Nicht geholfen hat der 1999 von rumänischen und schweizerischen Investoren gegründeten Fluggesellschaft sicherlich auch die Bruchlandung einer ihrer ATR 72-500 in Rom Fiumicino, bei der es vor Jahresfrist mehrere Verletzte gab. Die Maschine war im Auftrag für Alitalia unterwegs. Die italienische Nationalairline kündigte daraufhin die Zusammenarbeit mit Carpatair. Dadurch brachen auch die aus dem Wet-Lease-Geschäft erhofften Einnahmen weg.

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