Konrad Adenauer, dem ersten Bundeskanzler der jungen Bundesrepublik Deutschland, wird oft das Zitat zugeschrieben: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden». Laut Adenauer-Stiftung gibt es dafür zwar keinen historischen Beleg, aber das Zitat hat sich ins allgemeine Bewusstsein eingebrannt. Und der Satz passt gut zu Deniz Weißenborn, dem Gründer und Geschäftsführer von Platoon Aviation.
Platoon setzt weiter auf Einheitsflotte - nur etwas anders
Platoon bestellt bei Textron Aviation bis zu zwölf Cessna Citation Longitude. «Das erste Flugzeug erwarten wir im März», sagt Weißenborn im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. 2027 werden drei weitere Folgen. Zusätzlich hat sich Platoon Optionen für weitere Jets gesichert. Mit zwölf Flugzeugen wäre Platoon die größte Betreiberin Europas.
Mit dem Schritt verabschiedet sich die junge Airline von der Einheitsflotte, aber nur auf den ersten Blick, wie Weißenborn verrät. «Wir betrachten immer eine Flotteneinheit als Flugzeugklasse. Im Bereich der Lightjets haben wir mit dem Pilatus PC-24 eine Einheitsflotte, das bleibt auch so». Die Cessna Citation Longitude sei schlicht ein neues Segment, keine Abkehr von der Strategie.
Mit der Cessna Citation Longitude sind neue Märkte möglich
Ausschlaggebend für die Bestellung sei die Reichweite gewesen. «Mit der Performance der Longitude haben wir die Möglichkeit, Middle East wirklich nonstop mit London zu verbinden», sagt Weißenborn. Für Platoon bedeutet das einen Zugang zu neuen Kundengruppen und Märkten. «Wir sehen da einfach eine Markterweiterung», so der Airline-Chef.
Die Cessna Citation Longitude ist ein zweistrahliges Geschäftsreiseflugzeug, das mit einer Reichweite von rund 6500 Kilometern zur Kategorie der Super-Midsize-Jets zählt, was beispielsweise Flüge zwischen London und New York ermöglicht. Es bietet Platz für bis zu zwölf Passagiere. Der Jet wurde 2012 vorgestellt, absolvierte seinen Erstflug 2016 und erhielt 2019 die Zulassung. Cessna hat mittlerweile über 100 Stück ausgeliefert.
Platoon Aviation setzt auf Wachstum
Doch bevor die Hamburger die erste Cessna Citation Longitude übernehmen, flottet Platoon Aviation im kommenden Monat mit leichter Verzögerung den zwölften Pilatus PC-24 ein. Die Verspätung sei, aber nicht dramatisch, wie der Airline-Chef betont. Im Anschluss ist bei den Schweizern erst mal Schluss. «Wir haben keine weiteren Pilatus-Jets mehr bestellt», sagt Weißenborn. In der Vergangenheit hat Platoon Aviation regelmäßig neue Pilatus-Flugzeuge geordert.
«Wir werden die Flotte weiter aufbauen», sagt Weißenborn. Mit zwölf Pilatus PC-24 und bis zu zwölf Cessna Citation Longitude künftig an Bord hat das organische Wachstum der Hamburger deutlich an Fahrt aufgenommen.
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