PC-24 von Platoon Aviation: Die Busniess-Airline hat aktuell elf Flugzeuge in der Flotte.

In nur vier JahrenPlatoon Aviation: Mit Einheitsflotte und Spinnennetz-System zum Erfolg

Die junge Hamburger Businesscharterairline hat sich innerhalb von nur vier Jahren am Markt etabliert. Das Erfolgsgeheimnis von Platoon Aviation liegt in Strategien, die denen der großen Billigflieger ähneln.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Während in der Großfliegerei in den vergangenen Jahren in Deutschland kaum erfolgreiche neue Fluglinien entstanden sind, sieht die Situation in der Geschäftsfliegerei deutlich positiver aus. Mitten in der Corona-Pandemie gründete 2021 Deniz Weißenborn in Hamburg mit Platoon eine neue Business-Airline.

Vier Jahre später hat sich das einstige Startup zu einem etablierten Player entwickelt. «95 Prozent unserer Kunden sind Broker», erklärt Deniz Weißenborn, Geschäftsführer von Platoon Aviation, im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. «Die Broker kennen uns, wir haben uns ein Renommee erarbeitet.»

Platoon setzt auf neue Einheitsflotte

Ein Erfolgsfaktor ist sicher, dass die junge Business-Airline ähnlich effizient agiert wie große Low-Cost-Airlines. Platoon setzt mit dem PC-24 des Schweizer Herstellers Pilatus konsequent auf einen einzigen Flugzeugtyp, eine für das Segment eher ungewöhnliche Wahl. «Die PC-24 bietet eine breite, große Kabine», was die Kundinnen und Kunden lieben», so Weißenborn.

Gleichzeitig befinden sich zehn der elf Flugzeuge im Eigentum des Unternehmens, wie der Geschäftsführer betont. Dahinter steht eine klare Strategie: «Wir setzen auf durchgehend neue Jets, denn das ist entscheidend für ein einheitliches Produkt. Zwar lassen sich gebrauchte Flugzeuge günstiger erwerben – doch dann müssen wir erneut in Vereinheitlichung und Lackierung investieren», erklärt er.

Pilatus PC-24 von Platoon leidet noch an Kinderkrankheiten

Doch nicht immer läuft es reibungslos mit dem Jet der Schweizer. «Die PC-24 leidet noch an Kinderkrankheiten», räumt Weißenborn ein, «aber gemeinsam mit Pilatus arbeiten wir daran, diese zu beheben.» Welche Probleme genau vorliegen, wollte der Airline-Gründer nicht preisgeben.

Das Entscheidende für den bisherigen Erfolg der Airline ist laut Weißenborn, dass Platoon immer organisch gewachsen ist. «Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis, sondern ein organisches Wachstum – und uns dabei selbst nicht überfordern. Daher rechnen wir im kommenden Jahr auch nur mit einem bis zwei Flugzeugen pro Jahr», so der Geschäftsführer.

Fehlendes Personal bremst Wachstum

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist, dass Platoon die Aufträge so koordiniert, dass Leerflüge minimiert werden. Durch die strategische Verteilung der Jets über Europa lassen sich diese auf ein Minimum reduzieren. «Unser Spinnennetz-System mit Flugzeugen an verschiedenen Standorten in Europa macht uns erfolgreich». Das Personal darf überall in Europa wohnen und wird zu den Einsätzen geflogen, dann aber fünf Tage am Stück.

Weltweit fehlen Tausende von Pilotinnen und Piloten. Eine Prognose von Boeing geht davon aus, dass bis zum Jahr 2044 insgesamt 660.000 neue Verkehrspiloten benötigt werden. Den Mangel spürt auch die Hamburger Businessairline, wie sie selbst sagt: «Wir merken, dass die großen Airlines massiv einstellen. Dadurch ist weniger Personal verfügbar, was unser Wachstum bremst».

Platoon setzt weiter auf Europa

Gleichzeitig ist ein regelrechter Run auf qualifiziertes Personal entstanden. Für das Platoon-Team haben Sicherheit und ihre hohen Standards absolute Priorität. «Deshalb ist es nicht immer einfach, das passende Personal zu finden» verrät Weißenborn.

Trotz der Herausforderungen blickt das Team zuversichtlich in die Zukunft. Im vergangenen Winter führte das Unternehmen zwar erste erfolgreiche Testflüge in die Vereinigten Arabischen Emirate durch, doch der Fokus bleibt auf dem europäischen Kernmarkt: «Unsere Priorität liegt auf Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und Italien. Wir sind überzeugte Europäer».

Behutsames Wachstum auf 20 Flugzeuge bis 2030

Das organische Wachstum wird behutsam vorangetrieben. Im nächsten Schritt steht die Anschaffung eines neuen Mittelstreckenjets im Fokus. Aktuell führe man Gespräche mit etablierten Herstellern, sagt Weißenborn.

Auf die Frage nach langfristigen Zielen erklärt Weißenborn, dass man mit Platoon eine FAA-Lizenz für den US-Markt anstrebt – nicht, um dort zu expandieren, sondern um die Möglichkeit zu haben, Flüge in die USA anzubieten. Derzeit hat dieses Vorhaben jedoch keine Priorität. Bis 2030 soll die Flotte auf 20 Flugzeuge anwachsen.

Schön, dass Sie hier sind! Unsere Redaktion kennt die Branche, ihre Akteure und Zahlen – seit vielen Jahren. Wenn Sie uns unterstützen wollen, zahlen Sie weniger als für ein Getränk am Flughafen. Zudem lesen Sie werbefrei und stärken die unabhängige Berichterstattung. Jeder Beitrag zählt. Jetzt hier klicken und abonnieren

Mehr zum Thema

Cessna Citation Longitude: Die Hamburger Business-Airline Platoon hat bis zu 12 Exemplare bestellt.

Platoon Aviation wagt den großen Sprung nach vorn und kauft bis zu zwölf Cessna Citation Longitude

ticker-platoon-airways

Platoon flottet elften Pilatus PC-24 ein

Der zweite Pilatus PC-24 von Platoon Aviation.

Warum Platoon Aviation Pilatus PC-24 wählte

Pilatus PC-24 beim Hersteller im Schweizer Kanton Nidwalden: Trägt vorne den Platoon-Schriftzug und hinten das Schweizer Testkennzeichen HB-VUB.

Neue deutsche Business-Airline sichert sich zwei Pilatus PC-24

Video

Die abgestürzte Beechcraft im Maisfeld: Alle vier Personen haben überlebt.
In Wisconsin stürzt ein Kleinflugzeug in ein Maisfeld. Die ersten Helfer kommen nicht über die Straße, sondern mit dem Fallschirm aus einem anderen Flugzeug, das zufällig in der Nähe war.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
dubai vertiport 22
Wie funktioniert ein Verkehrsmittel, das es bislang noch gar nicht im kommerziellen Betrieb gibt? In Dubai laufen die letzten Vorbereitungen für den Start von Flugtaxis. Skyports-Manager Gareth Wilson verrät, warum Passagiere gewogen werden, wie schnell der Check-in ablaufen soll und weshalb das Netz mit nur einem einzigen Evtol startet.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies