Bill Gates hat eines, die BMW-Erben der Familie Quandt ebenso: ein Family Office. Dahinter verbirgt sich eine eigene Gesellschaft, die das private Vermögen einer sehr reichen Familie verwaltet. Bei Gates heißt sie Cascade Investment. Lohnen soll sich ein Family Office für eine Familie erst ab einem Vermögen von rund 250 Millionen Euro, allein in Deutschland gibt es mehrere Hundert davon. Neben der Geldanlage übernehmen sie oft auch Buchführung, Auswahl von Anwälten und Steuerberatern, Sicherheitsfragen und Reiseplanung.
Und dabei spielen Privatjets eine immer wichtigere Rolle: Fast alle Family Offices haben die Nutzung in den vergangenen zwei Jahren gesteigert, wie aus einer neuen Studie hervorgeht, die Airbus Corporate Jets in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden 73 leitende Angestellte von Family Offices, die zusammen ein Vermögen von 303 Milliarden Dollar verwalten. Demnach macht das Family-Office-Personal heute 70 Prozent seiner Geschäftsflüge mit Businessjets.
Family Offices werden immer internationaler
Und die Befragten rechnen damit, dass die Nutzung weiter steigen wird - die meisten erwarten einen Zuwachs um 50 bis 100 Prozent. Der Grund: Family Offices werden internationaler. Fast 70 Prozent haben in den vergangenen fünf Jahren Büros in weiteren Ländern eröffnet. Vor allem, weil immer mehr Familienmitglieder im Ausland leben. Aber auch aufgrund breiter gestreuter Investments und geopolitischer Risiken.
Die Businessjet-Sparte von Airbus freut das. «Je internationaler Family Offices werden, desto mehr wird die Geschäftsluftfahrt zur strategischen Notwendigkeit», so Chadi Saade, Präsident von Airbus Corporate Jets, der so auch die eigenen Flugzeuge ins Gespräch bringt.
Zielgruppe gewinnt für Flugzeugbauer an Bedeutung
92 Prozent der Family Offices lassen laut der Befragung inzwischen mehr Mitarbeitende privat fliegen. Und fast alle erwarten, dass dieser Kreis in den kommenden drei Jahren weiter wächst. Den größten Vorteil sehen sie darin, dass sie an Bord besser arbeiten können als bei einem Flug mit einer Airline, vor allem an vertraulichen Themen. Weitere Argumente sind eine größere Kontrolle über den eigenen Zeitplan, mehr Privatsphäre und kürzere Reisezeiten.
Steigen soll dadurch die Nachfrage in allen Größenklassen von Flugzeugen: 43 Prozent der Befragten erwarten, dass ihr Family Office große Jets künftig um 50 bis 75 Prozent stärker nutzet. Bei Midsize Jets rechnen sogar 55 Prozent der Befragten mit einem Plus in dieser Größenordnung, bei Light Jets ist es knapp ein Drittel. Für die Hersteller von Businessjets sind Family Offices damit ein wachsender Absatzmarkt. Entsprechend intensiv umwerben sie diese Zielgruppe: Airbus Corporate Jets hat in den vergangenen Jahren bereits Family Offices in den USA, Asien und Lateinamerika befragen lassen, zuletzt auch im Nahen Osten.
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