Es ist knapp drei Jahre her: Am 22. Mai 2023 kündigte Textron Aviation auf der Ebace in Genf, damals noch die größte Messe für Geschäftsluftfahrt in Europa, die nächste Generation seines mittelgroßen Businessjets an. Die Familie hat eine lange Geschichte: Das erste Mitglied, die Cessna Citation Excel, ging 1998 erstmals in Dienst. Es folgten die Citation XLS und die Citation XLS+.
Drei Jahre später feiert die Cessna Citation Ascend ihr Messedebüt in Europa nicht mehr in Genf, sondern am Bodensee. Die Aero Friedrichshafen hat sich inzwischen zur wichtigsten europäischen Plattform für die Geschäftsluftfahrt entwickelt, auch weil die Ebace in diesem Jahr kurzfristig abgesagt wurde. aeroTELEGRAPH konnte in der vergangenen Woche einen ersten Blick in das neue Flugzeug werfen.
Rund ein Drittel der Cessna Citation Ascend ist neu
«Es ist keine komplette Neuentwicklung, aber weit mehr als ein Facelift», sagt Graeme Anderson, Marketing Manager bei Textron Aviation. «Die Avionik ist zu 100 Prozent neu und auch der Antrieb ist in vielen Punkten neu», so Anderson. Insgesamt sei rund ein Drittel des Flugzeugs neu gestaltet worden. Anderson nennt das Winglet als Beispiel. Neu ist, dass alle Anti-Kollisions- und Navigationslichter jetzt direkt in die Flügelstruktur integriert sind, statt außen angebracht zu werden.
Blick ins Cockpit der Citation Ascend. aeroTELEGRAPH
Bei der Avionik setzt Textron Aviation bei der Ascend auf das Garmin G5000 mit Autothrottle, für Anderson eine «signifikante» Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Beim Antrieb kommt das Pratt & Whitney Canada PW545D zum Einsatz. Die meisten wahrnehmbaren Neuerungen betreffen allerdings die Kabine. Bei der Ankündigung 2023 sorgte Textron für Aufsehen mit dem Versprechen, dass der Kabinenboden künftig vollständig flach sein werde.
Deutlich besseres Sitzgefühl
Und der Boden ist tatsächlich flach. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen gibt es keinen Höhenunterschied im Gang mehr. Nur ein minimaler Anstieg vom Beginn der Kabine bis zu den ersten Sitzen. Die Stehhöhe beträgt 1,52 Meter. Das sind allerdings fast 20 Zentimeter weniger als in der Vorgängerversion. Wer die Ascend also nach der Stehhöhe beurteile, greife zu kurz, sagt Anderson, denn entscheidender sei das Sitzgefühl, und das habe sich durch den flachen Boden grundlegend verändert.
Der Boden ist flach. aeroTELEGRAPH
In der Ascend haben die Beine mehr Platz, die Sitzhöhe wirkt natürlicher, das Gegenüber sitzt auf Augenhöhe. «Für mich ist es viel natürlicher, mit jemandem in der Kabine zu sprechen», sagt Anderson. Allerdings gebe es weiterhin Kundinnen und Kunden, die lieber den Gang hätten. Er bleibt als kostenlose Option erhalten. «Wir hören auf unsere Kunden», so Anderson. «Und die haben den Wunsch geäußert, diese Option beizubehalten.»
Bei der Avionik setzt Textron Aviation bei der Ascend auf das Garmin G5000 mit Autothrottle, für Anderson eine «signifikante» Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Beim Antrieb kommt das Pratt & Whitney Canada PW545D zum Einsatz. Die meisten wahrnehmbaren Neuerungen betreffen allerdings die Kabine. Bei der Ankündigung 2023 sorgte Textron für Aufsehen mit dem Versprechen, dass der Kabinenboden künftig vollständig flach sein werde.
Cessna Citation Ascend bringt größere Sitze und Fenster
Ebenfalls überarbeitet wurden die Sitze. Textron entwickelt und baut sie selbst und hat die Neigungswinkel gegenüber dem Vorgänger deutlich erweitert. Die Verstellung erfolgt elektrisch: Ein Knopfdruck genügt, die Lehne fährt sanft in die gewünschte Position. «Er ist einer der populärsten Sitze, die wir in unseren Flugzeugen haben, und sehr komfortabel», sagt Anderson. Und das stimmt, der Sitz ist breit und bietet viel Platz.
Die Fenster sind rund 15 Prozent größer als bisher. Die gesamte Kabinensteuerung lässt sich über ein zentrales Monitor-Interface bedienen. Für merklich weniger Lärm sorgt eine neue Akustikdämmung. Spezielle Materialien in den Seitenwänden und im hinteren Kabinenbereich absorbieren den Schall. «Das Flugzeug ist deutlich ruhiger als in der Vergangenheit», sagt Anderson.
Textron rechnet mit der Easa-Zertifizierung noch in diesem Jahr
Die Ascend richtet sich laut Anderson sowohl an Privatpersonen als auch an Charteranbieter. Und die Ascend passt perfekt nach Europa, so der Verkäufer. Mit einer Reichweite von rund 3590 Kilometern lassen sich die meisten europäischen Destinationen nonstop erreichen und wieder zurückfliegen, ohne tanken zu müssen. Im Vergleich kann die Ascend nicht nonstop von New York nach Los Angeles fliegen.
Die Bank im vorderen Teil kann auch für Gepäck genutzt werden. aeroTELEGRAPH
In den USA ist das Flugzeug bereits seit Anfang November des vergangenen Jahres zertifiziert, in Europa steht die Zertifizierung noch aus. «Wir sind nah dran. Der Plan ist, dass wir das Flugzeug in diesem Jahr in Europa zertifiziert bekommen», so Anderson weiter.
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